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Kronach

So schmeckt der Frankenwald

Die Genussorte aus der Region präsentieren sich bei einer Verkostung im Hofer Rathaus. Manche der Spezialitäten sind selbst für Kenner eine Überraschung.



Bierwürmer und Coffee-Bier hatte die Delegation aus Kronach dabei (von links): Tourismuschefin Kerstin Löw, die ehemalige Bierkönigin und jetzige Genussbotschafterin Tina-Christin Rüger sowie Philip Kober von der Tourist-Information in Kronach.   » zu den Bildern

Hof/Kronach - Auf dem Papier sind die Genussorte im Frankenwald seit einigen Wochen schon vereint: in einer bunten Broschüre mit den außergewöhnlichsten Spezialitäten der einzelnen Orte. Anlass zur Herausgabe des Heftchens war die Aufnahme von Kronach, Kleintettau, Wallenfels, Hof, Münchberg, Kulmbach und der Fränkischen Rennsteigregion in den Kreis der "100 Genussorte Bayern" im Jahr 2018.

Nun lud Markus Franz, Geschäftsführer des Frankenwald Tourismus Service Centers Kronach, erstmals zu einer gemeinsamen Verkostung der Genussorte ins Hofer Rathaus ein und ließ dafür ein umfassendes Menü mit Spezialitäten kreieren. Über manche davon staunten selbst Frankenwald-Kenner.

Mit "Kronacher Bierwürmern", einer Salami-Delikatesse der Metzgerei Kraus, überraschte die Delegation aus Kronach die Hofer. Kerstin Löw, Leiterin der Tourismus- und Veranstaltungsbetriebs Kronach, die ehemalige bayerische Bierkönigin Tina-Christin Rüger und Philip Kober von der Tourist-Information Kronach präsentierten außerdem drei Biersorten, darunter das Coffee-Bier der Brauerei "‘s Antla". Auf besondere Begeisterung der Testesser stießen die handgefertigten Mini-Bierkrüge aus der Kronacher Keramik Werkstatt.

Neu für viele Hofer dürften auch die "Gstopfta Rumm" gewesen sein, die der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn mitgebracht hatte. Die nicht gerade wohlhabenden Flößer des Frankenwaldes hätten in dieser Form ihr selbst gezogenes Gemüse über den Winter gebracht: per Milchsäuregärung mit anschließendem süß-saurem Einkochen. "Gstopfta Rumm wurden von November bis Ostern gegessen und sind Teil der Flößergeschichte", sagte Korn.

Traditionell und exotisch zugleich war der Beitrag aus Kleintettau. Die Kochbuchautorin und Genussbotschafterin Kerstin Rentsch hatte aus dem kleinsten der Genussorte Kochkäse mitgebracht, wie man ihn früher in jedem Haus selbst gemacht habe - und etwas, das es früher nicht gab im Frankenwald, nämlich Brotaufstriche aus vor Ort gezogenen exotischen Pflanzen. Das Tropenhaus Kleintettau macht es möglich, dass unter anderem Kaffee und Papayas im Frankenwald gedeihen.

Die Einmaligkeit der kulinarischen Produkte des Frankenwaldes betonte auch der Hofer Oberbürgermeister Harald Fichtner. Die Vermarktungs-Offensive der Genussorte falle in eine Zeit, in der Verbraucher ohnehin mehr Wert auf Regionalität und Qualität legten. Früher habe man die heimischen Produkte als selbstverständlich genommen. Aber die Erfolgsgeschichte der Hofer Rindfleischwurst zeige die überregionale Wertschätzung, die auch auf Hof zurückwirke: "Auf dem Münchner Viktualienmarkt kosten 100 Gramm drei Euro", sagte Fichtner. "Da ist man doch richtig froh, in Hof zu leben."

Der Hofer Wirtschaftsförderer Klaus-Jochen Weidner hatte schon 2004 die Vision, die Hofer Rindfleischwurst zertifizieren zu lassen - damals noch zur Verwunderung manches Zeitgenossen, wie er bei der Verkostung erzählte. 2009 klappte es endlich. Seitdem habe die herzhafte Leckerei dazu beigetragen, die Stadt bekannter zu machen. "Nach wie vor bringe ich zu offiziellen Auswärtsbesuchen eine Tüte der Wurst als Gastgeschenk mit", verriet Weidner.

Bei der Verkostung probierten die Gäste die Hofer Rindfleischwurst mit dem "Münchberger Heimatbrot", Bier aus dem "Hopfenhäusla" und dem "Bärensenf" der Stadt Münchberg. Bianca Langheinrich-Keim, Sprecherin der Stadt Münchberg, präsentierte die Köstlichkeiten im Rahmen eines Image-Films. Das von Brot-Sommelier Andreas Fickenscher geschaffene Heimatbrot eigne sich für alle Aufstriche und stehe für Regionalität und Vielfalt. Enthalten seien unter anderem die Schwarzblaue Kartoffel aus dem Frankenwald und Bamberger Rauchbier.

Für "Desserts mit Suchtpotenzial" sorgten drei Genussorte gemeinsam: Kronach servierte das Marzipan-Milchcreme-Schokoladengebäck "Schwarzela" der Bäckerei Oesterlein, Kerstin Rentsch trug für Kleintettau die zerbrechlichen "Blöcherla" auf - und Geschäftsführer Thomas Luger und Julia Beetz von der Confiserie Burg Lauenstein sorgten für die Fränkische Rennsteigregion mit einer Pralinen-Variation für den krönenden Höhepunkt der Verkostung.

Auch unabhängig von der positiven Wirkung der Genussorte sei der Frankenwald als Urlaubsregion weiter auf dem Vormarsch, sagt Markus Franz. Im Vergleich zum Vorjahr hätten sich die Übernachtungszahlen bisher sehr gut entwickelt: "Der Frankenwald hat sogar die besten Steigerungsraten innerhalb Frankens", sagte Franz. Dazu beigetragen habe unter anderem das neue "Jufa"-Hotel in Kronach. Auch im Bereich Ferienwohnungen fänden sich beispielgebende Projekte, zum Beispiel das sanierte "Alte Forsthaus" in Nordhalben. Die Genussorte im Frankenwald würden über die Homepage www.frankenwald-
tourismus.de und Messen beworben, angedacht sei auch ein gemeinsamer Laden. "Es tut sich was im Frankenwald", resümierte Markus Franz. "Stück für Stück geht es aufwärts."

Autor

Manfred Köhler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
01. 10. 2019
18:34 Uhr

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Manfred Köhler

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Veröffentlicht am:
01. 10. 2019
18:34 Uhr



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