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Kronach

Sonnige Aussichten für das Tropenhaus

Die Staatsregierung investiert 750.000 Euro in die Einrichtung. Die sollen vor allem für Forschung verwendet werden. Weitere 200.000 Euro fließen in den Bau eines Bistros.



Im Tropenhaus "Klein Eden" in Kleintettau sehen die Verantwortlichen großes Potenzial für die gesamte Region. Umso mehr freuen sie sich, dass nun erneut Fördergelder in das Projekt fließen, mit denen man es weiterentwickeln kann. Foto: Ralf Schmitt  

Kleintettau - In einem Punkt sind sich alle einig: Das Kleintettauer Tropenhaus ist ein absolutes Leuchtturm-Projekt. Immer wieder fiel bei einem Pressegespräch am Freitagmittag im Kronacher Landratsamt dieser Begriff. Entsprechend groß war die Freude, dass die Staatsregierung 750.000 Euro in die Einrichtung investierten will. "Diese finanzielle Unterstützung ist eminent wichtig für die strukturelle Weiterentwicklung des Tropenhauses", betonte Landrat Klaus Löffler (CSU).

Weltweite Alleinstellungsmerkmale

Ralf Schmitt, wissenschaftlicher Leiter des Tropenhauses, informierte, dass die Einrichtung inzwischen sogar von globaler Bedeutung sei. "Seit Donnerstag steht fest: Wir sind die einzige Adresse weltweit, bei der es bio-zertifiziertes Papaya- und Sternfrucht-Saatgut und Stecklinge gibt", berichtete er nicht ohne Stolz. Sprich: Wer beispielsweise auf Hawaii bio-zertifizierte Sternfrüchte anbauen will, brauche entweder eine Sondergenehmigung oder müsse die Samen in Kleintettau einkaufen. Das sei ein Riesenerfolg. Ähnlich verhält es sich laut Heinz-Glas-Geschäftsführer Carl-August Heinz bei den Reptilien: Im Tropenhaus betreibe man die Nachzucht von zwei weltweit gefährdeten Schlangenarten: die Mangroven-Nachtbaumnatter sowie der Hühnerfresser.

 

Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) informierte, dass das Geld hauptsächlich in Personal- und Aufwandskosten für die wissenschaftliche Arbeit der Einrichtung investiert werden soll. "Mit dem Tropenhaus ist uns die Verbindung von Umweltschutz, Wissenschaft und Tourismus auf eindrucksvolle Weise gelungen - und das Ganze eingebettet in unser Rückgrat: die Industrie", lobte er. Vergleichbare Projekte kenne er sonst nirgends. Umso schöner sei es, dass man nun wieder einen großen Schritt nach vorne gehen könne.

 

"Ich glaube, uns ist gar nicht klar, was wir da für einen Leuchtturm haben", fand auch Regionalmanager Willi Fehn. Das Konzept, mit der Abwärme der Firma Heinz-Glas, also quasi einem Abfall-Produkt, das Tropenhaus zu beheizen, sei einmalig. Andernorts würden für den Anbau von Tomaten und anderem Obst und Gemüse fossile Brennstoffe verheizt.

Nun wolle man das Ganze mit dem Bau eines Bistros abrunden. Wie Susanne Faller vom Regionalmanagement informierte, stehen dafür über die Förderoffensive Land(auf)schwung weitere 200.000 Euro (plus 50.000 Euro vom Markt Tettau) zur Verfügung. Zufrieden stellte sie fest: "Der Landkreis kann nicht nur Produktion und Forschung, sondern auch Lifestyle." Willi Fehn betonte, dass man mit dem Bistro keine Konkurrenz zur heimischen Gastronomie schaffen wolle. Vielmehr möchte man Besuchern die Möglichkeit bieten, direkt vor Ort Früchte oder Fisch aus dem Tropenhaus zu probieren. Das Bistro werde allerdings nicht unter der Trägerschaft des Tropenhauses laufen, sondern unter der des Marktes Tettau. Das hänge damit zusammen, dass das Tropenhaus als Forschungsprojekt gelte und somit kein Geld erwirtschaften dürfe. Hierzu ergänzte Heinz-Glas Geschäftsführer Carl-August Heinz, dass man 2024 größere wirtschaftliche Freiheitsgrade erlangen werde. Das sei in den Förderrichtlinien für den Bau des Tropenhauses damals so festgelegt worden. Aus diesem Grund zeigte sich auch Heinz dankbar für die zugesagten Fördergelder - damit könne man die Zeit bis dahin deutlich leichter überbrücken.

Der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) erklärte, dass sich der Markt Tettau seiner Verantwortung als Bistro-Betreiber bewusst sei. Deshalb habe man von Schülern der Kronacher Tourismus-Schule den Bedarf analysieren lassen: "Von 1473 Befragten im Zeitraum von April bis Juni 2018 hätten fast alle ein gastronomisches Angebot im Tropenhaus begrüßt." Es würden vor allem kulinarische Kleinigkeiten gewünscht, die nicht zu teuer sind und schnell ausgegeben werden. Darüber hinaus würden auch ganz klassisch Kaffee und Kuchen nachgefragt. Geplant sei daher ein kleines Bistro mit maximal 43 Plätzen in tropischer Atmosphäre direkt am Besucherhaus. Laut Peter Ebertsch ist das eine sehr wichtige Investition, da bisher viele Gäste enttäuscht darüber seien, dass sie noch nicht einmal einen Kaffee oder ein Erfrischungsgetränk bekämen. Zum Zeitplan erklärte er, dass das Bisto noch 2019 fertig gestellt werden müsse, da sonst die Förderung verfalle. Auch der Rathauschef sieht in dem Bistro keine Konkurrenz zur bestehenden, heimischen Gastronomie - im Gegenteil: "Die Lokale öffnen ja eigentlich alle erst abends. Und das Tropenhaus bringt ja auch Leute nach Tettau." Die aktuellen Entwicklungen stimmten ihn generell sehr positiv für die Zukunft.

Wolfgang Feuerpfeil vom Verein "Rennsteigregion im Frankenwald" freute sich ebenfalls, dass man mit dem geplanten Bistro die ökonomische Seite des Tropenhauses stärken werde. Außerdem werde so eine Einrichtung ja erst durch eine Gastronomie so richtig zum Leben erweckt. Dass Fördergelder nach Kleintettau fließen, findet Feuerpfeil nur recht und billig - schließlich sei das Tropenhaus eine Forschungseinrichtung und somit vergleichbar mit einer Universität. Und die werde ja auch immer gut mit Geld ausgestattet. Er meinte: "Von daher ist es nur fair, dass wir jetzt auch etwas bekommen."

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Julia Knauer

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Veröffentlicht am:
12. 04. 2019
17:28 Uhr

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Julia Knauer

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12. 04. 2019
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