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Kronach

Stärker als der Tod

Die "Ohrwürmer" aus Marktrodach begeisterten ihr Publikum mit dem Musical "Herzschlag". Es erzählt die Geschichte von Lazarus, der wieder zum Leben erweckt wurde.



Das Kreuz stand für die Auferstehung und das Leben. Foto: Maria Löffler  

Marktrodach - Tränen der Rührung, Standing Ovations und ein nicht endend wollender Applaus, der Chor der Marktrodacher "Ohrwürmer" konnte sein Glück kaum fassen. Das Musical "Herzschlag" schlug wirklich ein wie eine Bombe und begeisterte das zahlreiche Publikum in der Michaeliskirche.

Vorher fand Pfarrer Andreas Krauter einleitende Worte. Er sprach davon, dass Gott nicht nur 2000 Jahre gewirkt habe, sondern sich mitten unter den Menschen befinde. "Heute ist Tag der Wiedervereinigung. Gott hat auch hier mitgewirkt. Die Friedensgebete waren Kraftzellen und führten zur Öffnung der Grenze."

Sie haben die Geschichte um Jesus und Lazarus mit dem Musical "Herzschlag" in die Gegenwart geholt und musikalisch umgesetzt. Die beiden Chorleiterinnen Fabienne Heinritz und Annemie Guggemos hatten nicht nur Herzblut in die Proben und die Aufführung gesteckt, sondern vor allem auch ihr Talent, jungen Menschen musikalisch etwas beizubringen. So war die Aufführung nicht nur eine Aneinanderreihung von Songs, sie war auch ein Appell an die Mitmenschlichkeit, an den Glauben, die Liebe, die Hoffnung und das Vertrauen. Und es war tatsächlich auch eine Lehrstunde in Erster Hilfe.

Sie nannten es den "BLS-Crashkurs" einen "Basic Life Support" also, oder auf gut deutsch: Lebensrettende Maßnahmen. "Nehmen wir mal an, Sie machen einen längeren Spaziergang und sehen am Wegrand plötzlich eine Person, die leblos da liegt. Was tun Sie jetzt? Genau. Sie sprechen die Person an. Ist die Person nicht ansprechbar, dann nehmen Sie ihr Handy, rufen die beste Freundin an und erzählen, wie verrückt die Welt ist und was gerade passiert ist." Dieser Scherz verfehlte seine Wirkung nicht und im Anschluss verwiesen die Kids auf die richtigen Maßnahmen: "Sie rufen die 112 an, nennen Ort und Zeit und sagen, was passiert ist. Dann messen Sie den Puls. Kein Puls? Dann haben wir ein Problem. Es geht ans Eingemachte: Wiederbelebung." Dann zeigte der Chor, wie es funktioniert.

Dieser Crashkurs war die Einleitung für die Einlieferung von Lazarus in die Notaufnahme der Klinik und von gestressten Privatpatienten im Wartebereich. Schnell eingeschobene Kaffeepausen zwischen "Herzalarm" und "Notfall" machten die Arbeit auch nicht wirklich einfacher. Lazarus, der einen Herzstillstand erlitten hatte, schwebte in akuter Lebensgefahr und seine Schwestern Maria und Marta beteten für seine Genesung. Und sie warteten auf das Erscheinen von Immanuel, also Jesus, der gut mit den Geschwistern befreundet ist. Sie sind sich sicher, dass er helfen könne. Der Titel "Nah bei dir" drückte die Gefühle musikalisch aus. Highlight in dieser Szene waren eindeutig die LED-Luftballons, die Hoffnung, Glaube und Zusammenhalt demonstrieren sollten.

Inzwischen geht es Lazarus immer schlechter und die Hoffnung, die man in das Kommen von Immanuel setzt, gerät ins Wanken. Und so war der Chor sich sicher: "Wenn er wollte, könnte er ein Wunder tun." Doch es sah so aus, als sollte dieses Wunder nicht geschehen und Lazarus stirbt. Dies quittierten die Chorsänger mit gesenkten Köpfen und Trauermienen. Maria und Marta beteten und gaben die Hoffnung auf ein gutes Ende noch immer nicht auf, auch wenn alle anderen daran zweifeln. Und dann kam sie tatsächlich, die Hilfe. "Ich bin die Auferstehung", sagte Immanuel und der Chor stimmte ein. Dass Lazarus wieder zum Leben erweckt worden war, rief nicht nur Freude hervor. Gerade die Hohepriester und die Pharisäer fragten sich, was man gegen Immanuel unternehmen könne. Die Worte von Kaiphas, dem Hohepriester, gaben den Ausschlag zur Vernichtung von Jesus: "Für uns alle ist es besser, wenn einer für das Volk stirbt, als dass ein ganzes Volk zugrunde geht."

Befürworter und Gegner lieferten sich ein Wortduell und fassten die Gefahr, die von Jesus ausgehe in deutliche Worte. "Kurz darauf wurde Jesus in einem beispiellosen Scheinprozess aus dem Weg geräumt. Die politische und religiöse Elite wollte auch Lazarus aus dem Weg schaffen. Für seine Freunde war das ein gewaltiger Schock. Ihre ganze Hoffnung war zerstört. Das Urteil wurde sofort vollstreckt." Und das Ende: "Gott ist stärker als der Tod."

Am Schluss sangen die Ohrwürmer für eine Welt, in der Gott die Menschen führt und ihnen wieder Glauben, Liebe und Hoffnung schenken soll. Beeindruckend während der gesamten Vorstellung war unter anderem der reibungslose Dirigentenwechsel und der offensichtliche Spaß am Gesang, der trotz der ganzen Nervosität deutlich fühlbar war. Der Erlös aus dem Musical Herzschlag kommt unter anderem der Lebenshilfe in Kronach zugute.

Autor

Maria Löffler
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Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
17:12 Uhr

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Maria Löffler

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04. 10. 2019
17:12 Uhr



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