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Kronach

Steinbach soll ans Handynetz

Ein Förderprogramm des Freistaats soll es möglich machen. Auch vor Ort ist die Haltung zu einem neuen Mast eindeutig.



Kommunalbeauftragter Frank-Peter Käßler, Bürgermeister Timo Ehrhardt und Geschäftsstellenleiter Frank Ziener (von links) auf der Suche nach dem passenden Mobilfunk-Mast-Standort. Foto: heike Schülein  

Steinbach an der Haide - Sehr gut besucht war die Ortsteil-Bürgerversammlung für Steinbach an der Haide am Donnerstag im örtlichen Gemeindehaus. Im Fokus stand die Verbesserung der Mobilfunkversorgung des Golddorfes. Die "Probe"-Abstimmung brachte ein eindeutiges Ergebnis.

Im Ortsbereich ist die Mobilfunkversorgung derzeit nicht zuverlässig gegeben. Der Freistaat Bayern hat für einen entsprechenden Ausbau Fördermittel von maximal 500 000 Euro reserviert. Nun ist man auf der Suche nach einem geeigneten Standort, der den Ansprüchen der Mobilfunkbetreiber genügt und vor Ort Akzeptanz findet. In der Bürgerversammlung am Donnerstagabend erläuterte der Kommunalbeauftragte Mobilfunk Bayern der Deutschen Telekom, Frank-Peter Käßler, erforderliche technische Voraussetzungen.

"Wir diskutieren über das Thema schon acht Jahre. Jetzt gibt es glücklicherweise ein auskömmliches Mobilfunk-Förderprogramm", zeigte sich Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) der Regierung gegenüber dankbar für eine Förderung mit 90 Prozent, maximal 500 000 Euro pro Gemeinde. Lücken in der Netzabdeckung - "weiße Flecken" - gebe es derzeit am Rennsteig zwischen Waidmannsheil und Schildwiese sowie, mit Priorität 1, in der Ortslage Steinbach. Der Stadtrat habe sich - mithilfe der Fördermittel - für einen Lückenschluss in diesem Bereich entschieden. Auf den Beschluss aufbauend, fragte das Mobilfunkzentrum Suchkreise bei den Netzbetreibern für die Errichtung eines zusätzlichen Mastes an. Mittlerweile wurden von Telekom und Vodafone mögliche Standorte mitgeteilt. Sollte es dazu kommen, baue man quasi einen "Turm der Stadt", den man vermiete. Die Entscheidung, ja oder nein, überlasse man jedoch der Bevölkerung. "Wir bauen das für Steinbach - aber nur, wenn ihr das wollt", betonte Ehrhardt.

Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln ist laut Geschäftsstellenleiter Frank Ziener, dass kein Netzbetreiber den Bereich eigenverantwortlich ausbauen wolle; sich jedoch bei einer Errichtung seitens der Stadt mithilfe von Fördermitteln einklinken würde. Telekom und Vodafone hätten jeweils etwas andere Suchkreise gemeldet. Die Stadt könne sich im Prinzip drei Standort-Alternativen vorstellen - so im Bereich der Dorfkuppe mit dem Vorteil, dass es sich um öffentlichen Grund handele. Allerdings sei dies der Ortseingang, wo ein geschätzt 25 Meter hoher Mast deutlich ins Auge steche. Eine andere Möglichkeit wäre der Bereich bei der Landwirtschaft Wittmann, vereinfacht ausgedrückt auf den Hackschnitzelhäufen. Zudem kam aus dem Stadtrat der Vorschlag des Antennen-Umsetzer-Standorts. Prüfungen oder Verhandlungen mit Grundstückseigentümern habe es noch nicht gegeben. "Es geht zunächst einmal rein um die Akzeptanz", betonte Ziener.

Die Masthöhe hänge - so Käßler - von verschiedenen Faktoren ab: "Je höher die Topografie, desto niedriger der Mast." Die höchste Stelle sei aber keinesfalls immer die beste. Entscheidend seien auch die Entfernung zu den Versorgungszielen sowie die Anzahl der Netzbetreiber, die den Mast nutzen wollten. Er gehe von einer Masthöhe zwischen 20 und 30 Metern aus. Eine Ausführung könne als Stahlgitter- sowie Schleuderbetonmast erfolgen. "Einen Beauty-Contest werden wir mit beiden Varianten nicht gewinnen. Aber wir müssen damit leben. Das ist der Preis, den wir für unseren Wohlstand und den Datenhunger der Nutzer bezahlen", verdeutlichte er. Versorgt werden müssten zwei neuralgische Punkte: die Bebauung - sprich der Ort - sowie die Zugangsstraßen, um beispielsweise dort einen Notruf absetzen zu können. "Die Kunst ist es, hoch zu bauen - aber nicht so hoch, dass es das Netz beeinflusst", betonte er. Insgesamt schlage der Bau eines Mastes mit zwischen 250 000 Euro und 300 000 Euro zu Buche. Die Mindest-Mietzeit der Telekom liegt aus Rentabilitätsgründen bei zehn bis 15 Jahren.

"Könnten wir nicht einen schöneren Mast bauen?", fragte Stefan Heyder (CSU), der sich eine Nutzung als Aussichtsturm vorstellen konnte. Entsprechende Versuche seien, informierte Käßler, an der Statik gescheitert. Zudem würden sich die Kosten auf sicherlich 500 000 Euro erhöhen. Eine Begrünung sei möglich, wenn sie nicht die Antennen beeinträchtige. Eine Frage war, ob die Bevölkerung bei der Standort-Findung von Telekom und Vodafone mit einbezogen werde. Sollte es Alternativen geben, wäre dies möglich. Man werde wohl aber nicht viele gemeinsame Punkte finden.

Bedenken wurden hinsichtlich der Strahlenwirkung geäußert. Laut Käßler werde jeder Standort mit einer Standort-Bescheinigung abgesichert, vergleichbar mit einem TÜV. Die gesetzlichen Bestimmungen und Sicherheitsabstände seien streng geregelt.

"Baut das Ding, ansonsten braucht Ihr euch nicht zu wundern, wenn die Jugend weggeht", war eine mit viel Applaus bedachte Wortmeldung. Die Abstimmung war dann auch eindeutig. Von den rund 50 Anwesenden sprachen sich lediglich zwei dagegen aus.

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Heike Schülein
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Veröffentlicht am:
22. 11. 2019
17:48 Uhr

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Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
22. 11. 2019
17:48 Uhr



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