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Kronach

Streitschlichter, die Eigentum sichern

Die Feldgeschworenen hören bei ihrer Mitgliederversammlung viel Lob für ihr Wirken. Vorsitzender Baptist Vetter erhält ein einstimmiges Votum.



Ehrungen bei der Feldgeschworenenvereinigung im Landkreis Kronach: Georg Heinlein (vorne, Dritter von links) und Werner Schlegel (vorne, Vierter von links) wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt; Friedrich Wich-Glasen (vorne, Zweiter von links) wurde für 40 Jahre im Ehrenamt als Feldgeschworener geehrt. Ihnen gratulierten Altlandrat Heinz Köhler (links), Landrat-Stellvertreter Gerhard Wunder (zweite Reihe, rechts), Vorsitzender Baptist Vetter (zweite Reihe, Zweiter von rechts) sowie weitere Bürgermeister und Ehrengäste. Fotos: Karl-Heinz Hofmann   » zu den Bildern

Haig - Ehrungen und Neuwahlen sind im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Feldgeschworenenvereinigung im Landkreis Kronach (FG) gestanden. Der seit vier Jahren amtierende Vorsitzende Baptist Vetter wurde mit einem einstimmigen Vertrauensvotum wiedergewählt.

Das Wahlergebnis

Sie wurden in den Vorstand der Feldgeschworenenvereinigung im Landkreis Kronach gewählt: Vorsitzender Baptist Vetter (Trebesberg), stellvertretender Vorsitzender Hermann Henniger (Lauenstein), Schriftführer Manfred Weber (Ansprechpartner im Vermessungsamt: Marco Fischer), Kassenführer Hans-Ulrich Müller (Marktrodach). Als Beiräte fungieren: Josef Beitzinger (Rothenkirchen), Josef Trebes (Schäferei-Wilhelmsthal), Klaus Küfner (Steinwiesen), Rudolf Renner (Tiefenklein-Küps), Thomas Förtsch (Tschirn), Reinhard Schleicher (Rotschreuth-Kronach), Georg Ziegler (Seelach-Kronach), Georg Pabstmann (Pressig), Kassenprüfer Friedrich Wich-Glasen (Marktrodach), Klaus Scherer (Stockheim).


Bei der Versammlung im Landgasthof Detsch in Haig wurden Georg Heinlein aus Haßlach bei Kronach und Werner Schlegel aus Steinbach an der Haide aufgrund ihrer Verdienste um die Feldgeschworenenvereinigung zu Ehrenmitgliedern ernannt. Albert Schmitt aus Rothenkirchen wurde für 25 Jahre und Friedrich Wich-Glasen für 40 Jahre ehrenamtliches Engagement als Feldgeschworener geehrt.

Viel Lob gab es seitens der Politik für die Siebener im Landkreis Kronach. Sie wachen über die Grenzen und unterstützen die Ämter für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Dabei üben die Feldgeschworenen das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern aus. Sie sind zu gewissenhafter und unparteiischer Tätigkeit sowie zur Verschwiegenheit und Bewahrung des Siebenergeheimnisses auf Lebenszeit verpflichtet.

In seinem Tätigkeitsbericht stellte Vorsitzender Baptist Vetter mit Freude fest, dass in diesem Jahr einige neue Siebener in verschiedenen Kommunen vereidigt wurden. Für diese finden am 15. November in Küps und am 5. Dezember in Weißenbrunn Schulungen statt. Diese sind notwendig, denn neben ihren Ortskenntnissen brauchen Feldgeschworene auch Wissen über das Abmarkungsgesetz und über die Zusammenarbeit mit der Vermessungsbehörde.

Vetter rief zur weiteren Werbung für dieses Ehrenamt auf. Jüngere Leute würden dringend gebraucht. "Feldgeschworene gelten als Kulturerbe Bayerns. Auf diese Auszeichnung können wir stolz sein", sagte der Vorsitzende. Er dankte allen Behörden für die gute Zusammenarbeit, insbesondere dem Landratsamt und Landrat Klaus Löffler. Der Landkreis habe wieder einen Zuschuss von 250 Euro geleistet. Die Feldgeschworenenvereinigung im Landkreis Kronach zählt fast 500 Mitglieder.

In Bayern gibt es 26 000 Feldgeschworene. Sie sind für rund 80 Millionen Grenzzeichen zuständig und werden jährlich bei 250 000 Abmarkungen eingesetzt. Dabei ersparten die Ehrenamtlichen den Bürgern viel Geld, sagte Vetter. In anderen Ländern seien solche Dienste wesentlich teurer. Abschließend bat er die Obmänner in den Kommunen, darauf zu achten, dass alle sechs Jahre Obmann-Wahlen durchgeführt werden.

Vermessungsrat Fritz Pohl informierte über verschiedene Neuerungen, etwa über den Satellitenpositionierungsdienst, der kostengünstig von Landwirten in Anspruch genommen werden kann. Die Digitalisierung laufe auf Hochtouren, sagte Pohl. Es werde alles aufgenommen, was bisher noch nicht im Computer gespeichert sei. Ohne Geodaten gehe heute gar nichts mehr.

Detlef Arnold, Leiter des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV) in Kulmbach, dem auch das Kronacher Vermessungsamt angeschlossen ist, beklagte einen dramatischen Personalmangel. Es sei schwierig, geeignete Ingenieure von der Großstadt in ländliche Regionen wie den Frankenwald zu locken. Es gebe viel Arbeit, der Auftragseingang sei sehr gut, meinte Arnold.

Den Reigen der Grußworte eröffnete Bürgermeister Rainer Detsch von der gastgebenden Gemeinde Stockheim. Trotz des technischen Fortschritts seien Feldgeschworene nicht aus der Eigentumssicherung wegzudenken, meinte er. Grenzen seien nicht selten Streitobjekte. Den Feldgeschworenen sei es zu verdanken, dass es zu weniger Streitfällen wegen Gemarkungsgrenzen komme. Sie leisteten eine wichtige Arbeit für Vermessungsbehörden, verfügten über Ortskenntnisse und würden das Vertrauen der Bevölkerung genießen. Ihr Wirken sei ein Musterbeispiel für bürgernahe Verwaltung, lobte der Bürgermeister. In vorbildlicher Weise stellten sie sich in den Dienst eines friedlichen Zusammenlebens. Ihre Arbeit sei von hohem Wert.

Auch Landrats-Stellvertreter Gerhard Wunder stellte die Bedeutung der Arbeit von Feldgeschworenen heraus. Diese sorgten für Rechtssicherheit. Das sei ein Markenzeichen des Rechtsstaates. Feldgeschworene vermieden Streitigkeiten, seien aber auch Schlichter, wenn es doch zu Auseinandersetzungen komme.

Das Feldgeschworenen-Ehrenamt bezeichnete Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner als eine Stärke Bayerns. Siebener seien oftmals Streitschlichter. Baumgärtner: "Davon bräuchten wir mehr in unserer Gesellschaft." Feldgeschworene würden überall gebraucht. Es sei heute nicht mehr selbstverständlich, sich ehrenamtlich zu engagieren, meinte der Abgeordnete. Angesichts sinkender Einwohnerzahlen seien gerade die Bürger in der Region zum Miteinander aufgerufen.

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Karl-Heinz Hofmann
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Veröffentlicht am:
06. 11. 2017
14:57 Uhr

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Karl-Heinz Hofmann

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Veröffentlicht am:
06. 11. 2017
14:57 Uhr



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