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Kronach

Theater lockt weniger Besucher an

Trotz Besucherrückgangs sind die Verantwortlichen sehr zufrieden mit den Rosenberg Festspielen. Denn sie setzen auf Qualität, und die habe gestimmt.



Gute Stimmung trotz gesunkener Besucherzahlen: Stefan Haufe, Kerstin Löw und Tom Ohnerast (von links) fühlen sich auf dem richtigen Weg. Foto: Nicole Julien-Mann  

Kronach - Lag es an den drückend-tropischen Temperaturen oder an der Stückauswahl, dass die Auslastung der Rosenbergfestspiele in diesem Jahr nur 66 Prozent erreichten? Im Pressegespräch zum Saisonabschluss versuchten sich die Verantwortlichen an plausiblen Erklärungen. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein weist die Ursache für den Besuchermangel klar dem Wetter zu. Die Betrachtung von Touristikchefin Kerstin Löw und dem künstlerischen Leiter Stefan Haufe fällt differenzierter aus. "Vielleicht ist der "Hauptmann von Köpenick" nicht unbedingt ein Freilichtstück und eventuell zu preußisch", meint Haufe. Dieser Einschätzung folgt auch Löw.

Festspiele gehen im Kleinformat weiter

Theaterfans müssen sich nicht erst bis zum Sommer 2020 gedulden, denn im Oktober und November geben sich die Rosenberg Festspiele bei den Kammertheatertagen im kleinen Format die Ehre. Tom Ohnerast wird im Theatermonolog "Novecento - die Legende vom Ozeanpianisten" spielen. Stefan Haufe inszeniert das Stück von Alessandro Baricco über den Pianisten, der auf einem Dampfer geboren wurde und diesen nie verlassen hat. Tom Ohnerast freut sich über die Rolle. Als Stefan Haufe das Buch las, hätte er sofort an Ohnerast als Darsteller gedacht. "Und ich verstehe auch, warum", schmunzelt dieser, der sich darauf freut, "eine ganz andere Schauspielerei zeigen zu könne als in seinen bisherigen Rollen". Es stehe zwar nur eine Figur auf der Bühne, trotzdem spiele man mehrere Typen. "Die Markthalle im historischen Rathaus in Kronach als Werkstattraum gibt einen wunderbaren Rahmen", freut sich Kerstin Löw.

Premiere ist am Freitag, 25. Oktober. Der Vorverkauf in der Touristinformation in Kronach läuft.

 

Der Besucherrekord im vergangen Jahr mit einer Auslastung von 78 Prozent sei eindeutig dem Publikumsrenner "Don Camillo" zuzuschreiben, der in der gesamten Branche als Magnet gilt. Die Stückauswahl für das nächste Jahr wird man aus dieser Erfahrung heraus anpassen. "Vielleicht muss man neben dem klassischen Theater doch eine Adaption aus Film und Fernsehen aufnehmen", überlegt Löw.

 

Dazu wird es in Kürze mehr Details geben. Eine Personalie wurde nach dem Pressegspräch bekannt: Stefan Haufe unterzeichnete einen neuen Vertrag und verantwortet damit auch 2020 die Rosenbergfestspiele als künstlerischer Leiter. Nachhaltigkeit und Qualität - diese beiden Schlüsselbegriffe umreißen die Leitlinien von Kerstin Löw als Gesamtleiterin und mit dem Festhalten an Haufe beweist sie, wie ernst es ihr damit ist.

Denn, darüber sind sich die Verantwortlichen einig: Fachlich habe man sich nichts vorzuwerfen. Die Schauspielprofis und lokalen Kleindarsteller hätten exzellente Leistungen gezeigt. Haufe berichtet von vielen Kollegen aus der Branche aus Coburg, Nürnberg oder Fürth, die "hellauf begeistert" aus den Vorstellungen gingen. "Vom Niveau her brauchen wir uns nicht zu verstecken", bestätigt Löw selbstbewusst. Die Bedingungen für professionelle Theaterarbeit sind allerdings ausbaubar. Die Schauspieler müssen ein immenses Pensum in verkürzter Zeit absolvieren. "Am Theater hat man sechs Wochen für die Einstudierung eines Stücks", sagt Ensemblemitglied Tom Ohnerast. Hier wären es nur drei bis vier. Parallel zu den Proben laufen bereits die Aufführunge des ersten Stücks. Die Kostüme stecken die Schauspieler selbst in die Waschmaschine, Funktionen wir eine Regie-Assistenz oder Dramaturgie entfallen. Das Budget sei seit den Faust-Festspielen weitgehend gleich geblieben. "Es wurde aber sehr geschickt eingesetzt", lobt Tom Ohnerast. Mehr Geld bedeutet aber auch mehr Möglichkeiten, und da hat der Stadtrat ein Wörtchen mitzureden. Investieren im nächsten Jahr wolle man auf alle Fälle in die Tribünen und die Lichttechnik. Bei der Werbung setzt man auf Kooperationen mit der Jufa-Festungsherberge, auf mehr Präsenz in den Social Media und einem neuen Internetauftritt.

Als interessante Zielgruppe werden Jugendliche ins Visier genommen. Die Schulaufführungen waren gut besucht und wurden begeistert aufgenommen. Hier kann die Zahl der Aufführungen am Vormittag noch erhöht werden. "Und hätten wir auch beim Hauptmann von Köpenick eine öffentliche Generalprobe angeboten, dann wäre auch die Fünzehntausender Marke geknackt worden", sagt Haufe.

So aber muss das Team mit der Zahl von 14 500 Besuchern leben und sie als Ansporn für die kommende Saison verstehen.

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Nicole Julien-Mann
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Veröffentlicht am:
12. 08. 2019
17:14 Uhr

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Nicole Julien-Mann

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Veröffentlicht am:
12. 08. 2019
17:14 Uhr



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