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Kronach

Von der DDR-Kulisse zur Szene-Location

Dem zukunftsweisenden Projekt "CoWorking und CoLiving unter einem Dach" - kurz Nordhalben Village - steht nichts mehr im Weg. Die Umsetzung wird mit Hochdruck angegangen.



Die Freude über den Förderbescheid ist groß: Jetzt kann das zukunftsweisende Projekt "Nordhalben Village" in die Tat umgesetzt werden (von links): Willibert Fehn, Jürgen Hoffmann, Ludwig Pötzinger, Halgard Stolte, Susanne Faller und Michael Pöhnlein. Foto: Nicole Julien-Mann  

Nordhalben - Nordhalben auf den Höhen des Frankenwalds ist bekannt für seine Klöppelschule und die traumhafte Naturkulisse. Aber Leerstand und Abwanderung machen der Gemeinde zu schaffen. Gleichzeitig setzt die prekäre Situation viel Kreativität bei der Bevölkerung und im Rathaus frei - die Gemeinde zeigt viele Gesichter. Vor wenigen Wochen noch diente sie als Filmkulisse für einen DDR-Schauplatz mit tristen Fassaden und kargen Schaufensterauslagen.

Begrifflichkeiten

Mit den englischen Begriffen "CoWorking" und "CoLiving" wird ein Prinzip beschrieben, wonach Arbeiten (working) und Leben (living) sich dadurch am besten in Einklang bringen lassen, dass beides am gleichen Ort stattfinden kann. Darauf setzt das "Nordhalben Village", zu deutsch: Das Nordhalben-Dorf. Man will mit diesem Projektnamen betonen, dass es in Zeiten modernster Kommunikation nicht mehr nötig ist, von Metropolen aus zu arbeiten. Erste Interessenten für das Projekt gibt es bereits.

 

Und jetzt präsentiert sie sich als hippe Location für moderne Arbeits- und Lebenskonzepte wie man sie im Silicon Valley, in schicken Metropolen oder an lässigen Stranden findet, eben dort, wo die Digital Nomads - die digitalen Nomaden - ihrer Arbeit nachgehen. Diese flexiblen Menschen sind digital vernetzt und fühlen sich nicht an einen Ort gebunden. Wer heute noch sein Projekt von Bali aus bearbeitet, könnte es demnächst von Nordhalben aus tun - der Startschuss für Nordhalben Village ist gefallen.

 

Im alten Schulgebäude in der Kronacher Straße entsteht ein sogenannter CoWorking und CoLiving Space. Freiberufler, Startups oder Mitarbeiter von Unternehmen, die ihren Sitz ganz woanders haben, werden sich Büros und Meetingräume teilen, sich im Loungebereich und in der Caféteria austauschen. Fünf Appartments bieten zudem die Gelegenheit, auch gleich dort zu wohnen. Diese moderen Arbeits- und Lebenskonzepte sind gang und gäbe in der Tech- und Startup-Szene.

Halgard Stolte zog vor Kurzem nach Titschendorf. Bei der Suche nach Stellplatz entdeckte sie die Räume im imposanten Sandsteingebäude. Und weil sie selbst weit gereist ist, in Paris, den USA und in Prag gewohnt und gearbeitet hat, kannte sie das CoWorking-Konzept. Zusammen mit Bürgermeister Pöhnlein und seinem Team sowie den Regionalmanagern Willibert Fehn und Susanne Faller begann die Idee bald zu fliegen. Mit Jürgen Hoffmann aus Bad Steben stand ihnen ein erfahrener Architekt zur Seite, unter dessen Federführung der alte Bahnhof in Naila zum Projekt "Gleis 1" entwickelt worden war. Die Entwürfe Hoffmanns zeigen eine großzügige Raumaufteilung, zweckmäßige Appartements, offene Arbeitsbereiche, Konferenzzimmer, eine Lounge und eine Café-Bar. In bunter und kreativer Atmosphäre sollen Arbeit und Leben Spaß machen und zu guten Ergebnissen führen.

Gründungszentren gibt es vor allem in Städten, hier in der Nähe in Bayreuth, Hof und Bamberg. Doch nur Nordhalben liegt umgeben von Wald inmitten unberührter Natur. Dieser Mehrwert soll lokal und international Anziehungskraft entwickeln. Ein Netzwerk von Firmen aus Oberfranken, Thüringen oder auch Tschechien soll entstehen, das sich auf das Industriecluster "Verpackung, Design, Material und Druck" fokussiert.

Wie immer steht und fällt die Realisierung solch großer Ideen mit der Finanzierung. Die Förderoffensive Nordostbayern und das Modellvorhaben "Land(auf)schwung" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft machen es möglich: Kurz vor Jahresende flatterten die Förderbescheide von rund 1,5 Millionen Euro auf den Schreibtisch von Bürgermeister Michael Pöhnlein. Die Umbauten haben bereits begonnen, trotzdem heißt es Ärmel hochkrempeln und loslegen: Das Nordhalben Village soll im ersten Quartal 2019 einsatzbereit sein.

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Nicole Julien-Mann
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Veröffentlicht am:
21. 12. 2017
16:06 Uhr

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Nicole Julien-Mann

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Veröffentlicht am:
21. 12. 2017
16:06 Uhr



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