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Kronach

Wallenfels: Gähnende Leere im Industriegebiet

Die Wallenfelser Bürger hören zufrieden, was sich in der Stadt bislang alles getan hat. Dann aber hat man doch Kritikpunkte und Anregungen.



Das Industriegebiet Leugnitztal war Diskussionspunkt bei der Bürgerversammlung in Wallenfels. Die Stadt hat das Grundstück erworben. Auch wenn ein potenzieller Investor wieder abgesprungen ist: Bürgermeister Jens Korn ist froh, über ein hochwasserfreies Gewerbegebiet verfügen zu können. Foto: Michael Wunder  

Wallenfels - Die Stadt Wallenfels hat bei der Bürgerversammlung die Umgestaltung des Marktplatzes vorgestellt. Der Planer vom Büro SRAP ging dabei besonders auf das Bürgerhaus mit der "wallenden Fassade" aus Holz ein. In der ausführlichen Diskussion mit verschiedenen Wortmeldungen wurde an die Folgekosten erinnert. Auch gab es den Wunsch im dortigen Bereich mit Schiefer zu arbeiten. Bürgermeister Jens Korn (CSU) sagte, dass man die Anregungen in die Planungen aufnehmen wird. Der Bürgermeister informierte, dass es im vergangenen Jahr mehr Zuzüge als Wegzüge gegeben hatte. Der Sterbeüberschuss sei jedoch extrem, dabei spiele natürlich das Altenheim eine gewisse Sonderstellung. Zum Ende des vergangenen Jahres hatte die Flößerstadt demnach 2657 Einwohner. Realistisch betrachtet werde sich der Negativtrend fortsetzen. Laut Prognose werde man in den nächsten zehn Jahren weitere 300 Einwohner verlieren.

Trotz Investitionen von 16,6 Millionen habe man in den vergangenen sechs Jahren die Schulden um rund einer Million zurückfahren können, betonte er. Erstmals seit vielen Jahren bewege man sich mit der Verschuldung unter sechs Millionen Euro. Dies sei nur möglich gewesen, weil sich die Gewerbesteuereinnahmen gut entwickelt hätten. Im Schnitt hätte man in den vergangenen sechs Jahren rund 850 000 Euro pro Jahr erhalten. Insgesamt biete Wallenfels 636 Arbeitsplätze am Ort, so Korn. Weiterhin habe man vom Freistaat in den vergangenen sechs Jahren rund 2,7 Millionen an Stabilisierungshilfen erhalten. Dank all dieser Umstände und der niedrigen Zinsen konnten auch die Schuldzinsen von einst 350 000 Euro auf jetzt 140 000 Euro gesenkt werden. Die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Hammer nach Dörnach sei überschaubar gewesen, habe aber trotzdem 200 000 Euro gekostet. Als großen Brocken nannte er die Gemeindeverbindungsstraße von Schnappenhammer in Richtung Wolfergrün. Von den 2,4 Millionen Baukosten konnten 2,1 Million an Zuschüssen generiert werden. Die erste Straße in Wallenfels, die zur Sanierung anstehe, werde die am Fallenholz sein. Der Landkreis werde zudem in den nächsten zwei Jahren die KC 31 von Wallenfels in Richtung Geuser für vier Millionen Euro sanieren.

In das Breitbandnetz habe man bei einer 90-prozentigen Förderung rund eine Million investiert. Die Feuersicherheit müsse gewährt werden, dort habe man verschiedene Schwerpunkte gesetzt. Die Baugenehmigung für das neue Feuerwehrhaus in der Stadt sei mittlerweile eingetroffen. Die 2,5 Millionen teure Maßnahme werde mit rund zehn Prozent bezuschusst, deshalb müsse die Stadt mehr als zwei Millionen an Eigenmittel aufbringen. Beginn der Maßnahme ist im kommenden Jahr. Schnell angehen wolle man auch die Umwandlung der ehemaligen Schmidtbank in ein Ärztehaus.

Um die Flößerei auch in Trockenzeiten zu gewährleisten, wolle man eine Wasserrückhaltemöglichkeit schaffen. Derzeit laufe eine Machbarkeitsstudie mit Schwerpunkt Hochwasserfreilegung. Kurzfristig wolle man zwei Floßteiche nutzen, wobei aber noch viele Hürden genommen werden müssten.

Rudi Zeuß erkundigte sich nach dem Stand beim Gewerbegebiet Leugnitztal. Die Stadt Wallenfels hatte das 6000 Quadratmeter große Gelände erworben, um ein kleines Gewerbegebiet auszuweisen. Ein potenzieller Interessent sei aber wieder abgesprungen, sagte Bürgermeister Korn, da die Investition für ihn zu hoch gewesen sei. Von einer Fehlinvestition könne man aber nicht sprechen. Er sei froh um jeden Quadratmeter Gewebefläche, zumal sie auch noch hochwasserfrei sei. Das Gebiet könne später für andere Projekte genutzt werden. Rosi Wilde fragte, ob man dort nicht ein Neubaugebiet ausweisen könne, um junge Leute am Ort zu halten. Der Bürgermeister meinte, dass dafür die Stadtmitte besser geeignet wäre.

Gabi Müller bemängelte den schlechten Zustand der Gehwege, vor allem im Bereich des Altenheimes. Horst Hofmann erkundigte sich nach der Maßnahme Turnhalle. Dort werde laut Bürgermeister ein Aufzug angebaut, für die Turnhalle gebe es eine Planung, für das Schwimmbad bisher leider keine konkreten umsetzbaren Ideen. Jürgen Schlee monierte, dass das Gebäude am Marktplatz wertlos sei, viele Bürger könnten nicht verstehen, dass dort so viel Geld investiert werde. Das Haus könne ebenso gut abgerissen werden. Es werde jetzt keine Vollbremsung geben, der Stadtrat werde die vorhandene Planung nicht umwerfen, erwiderte der Bürgermeister. Waltraud Schmittnägel hätte es gerne gesehen, wenn das Ärztehaus dem umstrittenen Haus vorgezogen worden wäre.

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Michael Wunder
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Veröffentlicht am:
06. 12. 2019
13:02 Uhr

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Michael Wunder

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2019
13:02 Uhr



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