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Kronach

Wegbereiter des Oberen Rodachtals

Mehrerer Jahre mussten die Bewohner des oberen Rodachtals auf die Erneuerung zweier Straßen warten. Die Bauarbeiten beginnen heuer, bedeuten aber auch Umwege.



Damit Autofahrer bei Wolfersgrün weiterhin auf der Kreisstraße KC 32 geschmeidig um die Kurve fahren können, wird die Fahrbahn heuer saniert. Fotos: Yannick Seiler (3), Christian Olgemoeller (2)   » zu den Bildern

Steinwiesen/Wallenfels - Die Kreisstraße KC 16 zwischen Steinwiesen und Nurn ist zu eng, ist sich der Steinwiesener Bürgermeister Gerhard Wunder sicher. Zwei größere Fahrzeuge würden gleichzeitig nicht durch das Nadelöhr fahren können. Seit zehn Jahren wartet er laut eigener Aussage darauf, dass die Verbindung verbreitert wird. Dieses Jahr soll es so weit sein. Das besagt zumindest der neue Haushaltsentwurf für den Landkreis Kronach.

Abschlussarbeiten

Laut dem Entwurf des diesjährigen Landkreis-Haushalts sollen die Bauarbeiten an der Kreisstraße KC 8 bei Teuschnitz noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Kosten von 120 000 Euro zusätzlich der Aufwandsrückstellungen des vergangenen Jahres weist das Papier dafür aus. ys

 

"Noch im Frühjahr könnten im Oberen Rodachtal die Bagger rollen", bestätigt Stefan Schneider, Sprecher des Landratsamts, auf Nachfrage der Neuen Presse . Denn der Kreistag habe sich vorgenommen neben der Straße zwischen Steinwiesen und Nurn auch den Ausbau der Verbindung von Neuengrün und Geroldsgrün bis zur Landkreisgrenze "zu schultern". Schneider verweist darauf, dass die Anträge für beide Straßen den Beamten der Regierung von Oberfranken bereits vorliegen. Frühestens in vier Wochen rechnet er mit dem Baubeginn. "Wahrscheinlich starten wir mit den Arbeiten zwischen Ostern und dem Sommer." Die Planungen für beide Vorhaben seien bereits weit fortgeschritten. Allerdings ist laut Schneider bei der Straße zwischen Steinwiesen und Nurn die "Grunderwerbsthematik noch nicht abschließend geklärt".

 

Gerhard Wunder nennt die Straße, die nach der Teichmühle in Steinweisen am Sportplatz vorbei Richtung Nurn verläuft, eine "wichtige Querverbindung" im Frankenwald. "Sie führt zum Rennsteig, wo viele Bewohner Steinwiesens arbeiten." Zudem binde die Straße das Industriegebiet des Orts an. Die Zufahrt über die beiden Brücken über einen Fuß- und Radweg und die Rodach sollen im Zuge der Straßensanierung ebenfalls erneuert werden. Wunder verweist darauf, dass die beiden Bauwerke bisher nur für Fahrzeuge mit einem Gewicht bis zu höchstens 16 Tonnen frei gegeben waren. Das soll sich nach der Sanierung ändern. "Dann dürfen auch 40-Tonner darüber fahren." Die neue Regelung sei dann vor allem für die Werkzeugfirmen in Steinwiesen und Nurn und die Holzbetriebe des Frankenwalds ein großer Vorteil. Denn bisher mussten deren Lastwagen laut Wunder einen Umweg über Tschirn und Nurn fahren und die Brücken meiden. Vor allem eine chinesische Firma, die in Steinwiesen einen europaweiten Reparaturstandort für Spritzgussmaschinen betreibe, sei auf die direkte Verbindung angewiesen. Nach der Erneuerung der Straße könnten die tonnenschweren Spritzgussanlagen für die Instandsetzung besser an- und abtransportiert werden.

Wunder hofft, dass durch die Bauarbeiten nicht nur das Teilstück zwischen den beiden Brücken und dem Bahnübergang auf Höhe des Industriebetriebs saniert wird. "Wir müssen die Straße nach Nurn auch an einigen Stellen verbreitern." Denn die Verbindung diene auch als Schulweg und Strecke des öffentlichen Nahverkehrs und sei für größere Fahrzeuge wie Busse zu schmal. "Wenn sich ein Lastwagen und ein Bus begegnen, muss einer von beiden warten."

Die Kosten für die Sanierung übernehmen großteils der Landkreis und der Freistaat, erklärt Wunder. 1,63 Millionen Euro sieht der Haushaltsentwurf für die Bauarbeiten vor. Seit einem Jahrzehnt stehe die Erneuerung der Straße auf der Aufgabenliste der Marktgemeinde. "Jetzt sind die Brücken förderfähig." Denn zur Zeit gebe es hohe Zuschüsse. Deswegen soll das Teilstück zwischen den Brücken und dem Bahnübergang um einen Geh- und Radweg erweitert werden. Über diesen sollen Wanderer und Radler direkt das Teichmühle-Museum erreichen.

Ein genauer Zeitraum für die Bauarbeiten an der Straße zwischen Steinwiesen und Nurn stehe Laut Stefan Schneider noch nicht fest. Der Sprecher des Landratsamts rechnet damit, dass die Sanierung mindestens zwei Jahre dauert. "Das hat weiträumige Umleitungen zur Folge." Gerhard Wunder spricht gar von einer "Behelfsbrücke", damit Nurn während dieser Zeit nicht nur von Norden zugänglich sei. Das sei vor allem für den regelmäßigen Schulbusverkehr wichtig.

Ganz so lange wie der Steinwiesener Bürgermeister mussten die Bewohner von Neuengrün und Wolfersgrün nicht warten, bis die Straße vom Abzweig Schlegelshaid bis zur Landkreisgrenze Richtung Hof saniert wird. "Vor einigen Jahren haben die Bewohner bei einer Bürgerversammlung einen Antrag auf Sanierung gestellt", erklärt der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn. Er habe daraufhin eine Bilddokumentation vom Zustand der Verbindung angefertigt und diese an den Landrat übergeben. Klaus Löffler habe den Antrag in die Prioritätenliste der Bauvorhaben des Landkreises aufgenommen. Die Grundstücksverhandlungen und die Planungen sind laut Korn inzwischen weitgehend abgeschlossen.

Kosten von 1,85 Millionen Euro für das Bauvorhaben der Verbindung mit dem Landkreis Hof weist der Haushaltsentwurf an Kosten aus. Laut Stefan Schneider soll die erneuerte Straße in einem Jahr wieder für den Verkehr frei gegeben werden. Jens Korn zumindest freut sich schon darauf, dass die Bagger bald rollen und sagt: "Wir sind sehr froh, dass es in diesem Jahr endlich los geht."

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Yannick Seiler
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Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
17:48 Uhr

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Yannick Seiler

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Veröffentlicht am:
06. 02. 2019
17:48 Uhr



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