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Kronach

Wenn Glaube erlebbar wird

Der Kinderbibeltag in Wallenfels erlaubt den Jüngsten interessante Einblicke in das alte Gotteshaus. Auch die gute Laune kommt nicht zu kurz.



In der Sakristei von St. Thomas in Wallenfels werden viele wertvolle Dinge wie die Monstranz aufbewahrt. Gespannt lauschten die Kinder den Ausführungen ihres Betreuers Thomas Weiß. Foto: Thomas Weiß  

Wallenfels - Im Jahr des 150. Weihejubiläums der Pfarrkirche Wallenfels drehte sich beim Kinderbibeltag dieses Mal alles um den heiligen Thomas, dem Pfarrpatron für das Gotteshaus. Der Einladung des Vorbereitungsteams waren 23 Kinder gefolgt. Mitglieder der Katholischen Jugend, das Team vom Kindergottesdienst mit Silvia Schirmer an der Spitze und Religionslehrerin Elke Hofmann-Kolb hatten wieder ein abwechslungsreiches Programm ausgearbeitet.

"Findet Ihr einen Hinweis auf das Alter der Kirche?" - "Na klar! Da im Schaukasten steht doch ganz groß: Wir feiern 150 Jahre Pfarrkirche!", weiß Merle gleich die Antwort auf die Frage. Im Jahr, in dem die Wallenfelser Pfarrkirche also ihr 150. Weihejubiläum feiert, hat das Vorbereitungsteam Pfarrpatron und den Kirchenbau in den Mittelpunkt des Kinderbibeltages gestellt. Unter dem Motto "Glabbsd des... ?!" fand am Vormittag ein Familiengottesdienst statt, der von Silvia Wachter an der Gitarre musikalisch umrahmt wurde. Es dreht sich alles um die Geschichte von Jesus und Thomas (Joh 20,19-32). Die Bibelstelle, die alljährlich am Weißen Sonntag (in allen Lesejahren) Tagesevangelium ist, lieferte gleich Grund zur Aufregung. Der Apostel Thomas betrat die Kirche und beschwerte sich: "Könnt Ihr Euch vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man als ungläubiger Thomas in die Geschichte eingeht?" Das Adjektiv "ungläubig" sei seitdem untrennbar mit dem Namen "Thomas" verknüpft: "einmal Versager, immer Versager!" Beim Evangelium erfuhren die Gottesdienstbesucher schließlich mehr über die Begegnung von Jesus und Thomas. Der auferstandene Jesus zeigt sich den Jüngern, doch ist Thomas nicht mit dabei. Als ihm vom Erscheinen Jesu berichtet wird, mag er es nicht glauben und verlangt einen Beweis. Er kommt zum nächsten Treffen der Jünger. Jesus erscheint und wendet sich an Thomas mit der Aufforderung ihn zu berühren. Dieser bekennt sich zu Jesus als Christus: "Mein Herr und mein Gott" (Joh 29,28). Die Botschaft Jesu gilt nicht nur Thomas, sondern uns allen: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben" (Joh 20,29), wie Pater Jan anschließend in seiner Predigt verdeutlichte. Nicht weil Thomas Jesus gesehen hat glaubt er, sondern durch den Glauben kann er sehen.

Nach dem Gottesdienst gingen die Aktivitäten im Pfarrheim weiter. Der Unterschied zwischen Sehen, Spüren und Glauben wurde bei einem Spiel deutlich gemacht, bei dem verschiedene Aussagen den Kategorien "das sehe ich", "das spüre ich" und "das glaube ich" zugeordnet werden sollten. Unter diesem Blickwinkel erkundeten die Kinder am Nachmittag das Kirchengebäude anhand eines Entdeckerbogens. Die Zahlen und Fakten konnten die Kinder am eigenen Leib erfahren. Dass es anstrengend sein kann, den 35 Meter hohen Kirchturm zu erklimmen, wurde vielen deutlich, als es die 85 Stufen bis zu den Glocken hinaufging. Dort konnten die Kinder einen Blick auf die Glocken werfen, von denen selbst die kleinste, dem heiligen Thomas geweihte Glocke immer noch 200 Kilogramm wiegt. Nicht nur die Glocken und der Dachboden der Kirche waren besondere Höhepunkte bei der Erkundungstour. Einen Blick in das Innere der Orgel ermöglichte Organistin Nina Zeuß, die viel von der "Königin der Instrumente" zu berichten wusste. Erstaunen löste auch die Zahl der Orgelpfeifen aus: Mit 1260 Pfeifen, von denen die größte vier Meter hoch ist, steht dem Orgelspieler ein ganzes Orchester zur Verfügung. Ganz praktisch mit Maßband und einem Heliumballon wurden schließlich Länge, Breite und Höhe des Kircheninnenraumes vermessen. Viele Details konnten die Kinder in den 17 bunten Glasfenstern erkennen. Genau hinzuschauen galt es auch bei der Frage, welche Tiere in der Kirche dargestellt sind. Dass etwa die Taube für den Heiligen Geist steht, machte wieder den Unterschied zwischen Sehen und Glauben deutlich.

Nicht bei allen reichte die Zeit für einen Blick in die Sakristei. Hinter der Tür "beim Amboss oder wie das heißt" wartete auf die Kinder unter anderem der Blick auf die Monstranz und die heiligen Öle. Persönlich wurde es dann bei der Frage nach dem Lieblingsplatz. Das Spektrum reichte von "vorn im Altarraum, da ist die Wand immer so schön warm!" bis hin zum "Glockenturm, auch wenn es etwas gruselig ist." Anschließend durften die Jungen und Mädchen eine Zeichnung von ihrem Lieblingsdetail anfertigen.

Ortsheimatpfleger Franz Behrschmidt gab zum Abschluss noch Informationen zu Bau und Ausstattung der Kirche, bevor die Erkundungstour mit einem Rückbezug zum Apostel Thomas endete: das Fenster mit der Szene aus dem Johannes-Evangelium und das auf dem Volksaltar stehende Thomas-Kreuz. Bei der anschließenden Bastelaktion im Pfarrheim fertigten die Kinder eine Glocke aus Tontöpfen und Holzperlen.

Autor

Jürgen Schlee
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Veröffentlicht am:
21. 02. 2019
14:44 Uhr

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