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Kronach

Wildwarner zeigen Wirkung

Gerade im Herbst ist das Risiko am höchsten, dass ein Reh urplötzlich auf die Straße springt. Im Landkreis setzt man bereits seit geraumer Zeit auf Schutzmaßnahmen. Mit Erfolg.



Der Landkreis Kronach ist seit 29 Jahren Vorreiter in Bemühungen, etwas gegen die stetig steigende Zahl von Wildunfällen zu tun. Mittlerweile werden auch Gemeindeverbindungsstraßen an Wildunfallschwerpunkten seitens der beauftragenden Gemeinden geschützt, so wie jetzt Wallenfels bei der Straße zwischen Schnappenhammer und Wolfersgrün. Das Bild zeigt (von links) stellvertretenden Forstbetriebsleiter Gerhard Müller (Nordhalben), Revierleiterin Daphne Weihrich, Sachgebietsleiter Kreisstraßen am Landratsamt Kronach Gunther Dressel, den Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn und Koordinator "Wild und Straße" Klaus Riedel.   Foto: Rainer Glissnik

Wallenfels - Mehr als 75 000 Wildunfälle gab es im Jahr 2018 in Bayern. Besonders häufig kracht es im Herbst und vor allem nach der Zeitumstellung wird das Wild zu ungewohnter Zeit vom Berufsverkehr überrascht. Im Landkreis Kronach bemüht sich das Team "Wild und Straße" unter Leitung des "Motors" Klaus Riedel um eine Gefahrenabwehr an den aktuellen Wildunfallschwerpunkten.

Bei den Bundesstraßen ist schon viel geschehen, auch bei den Kreisstraßen. Die Unterstützung seitens der ehemaligen Landräte Werner Schnappauf und Oswald Marr führt Landrat Klaus Löffler engagiert weiter. Mittlerweile beginnen auch Städte und Gemeinden im Kreis von sich aus, Wildunfallschwerpunkte an Gemeindestraßen mit Schutzmaßnahmen auszustatten: in Weißenbrunn mit Bürgermeister Egon Herrmann, in Teuschnitz mit Bürgermeisterin Gabriele Weber und jetzt auf der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Schnappenhammer und Wolfersgrün mit dem Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn. Ausdrücklich dankte Riedel dem Wallenfelser Bürgermeister für seine beispielhafte Einbindung von Wildwarnern an der ausgebauten Gemeindestraße.

Auch der Forstbetrieb Rothenkirchen hat im vergangenen Jahr die Wildunfälle auf Basis einer Wildunfallanalyse auf der Kreisstraße von Rothenkirchen nach Buchbach mit dem Multi-Wildschutzwarner entschärft. Somit sind bereits an zehn Kreis- und Gemeindeverbindungsstraßen die Wildwarner entweder an der gesamten Strecke oder an Schwerpunkten installiert. "Eine super Unterstützung für die betroffenen Revierpächter", lobt Riedel. Auf den Staatsstraßen oder Bundesstraßen gibt es diese Unterstützung leider nicht; hier muss der Jäger für die Kosten aufkommen

In Zusammenarbeit mit ADAC und dem Bayerischen Jagdverband wurde im Jahr 1990 ein Konzept entwickelt, um durch gezielte Maßnahmen, wie Wildwarnreflektoren und Duftzaun die Verkehrssicherheit auf den Straßen im Landkreis Kronach zu fördern. Wesentliche Stütze ist die Polizei im Landkreis, die alle gemeldeten Wildunfälle genau lokalisiert und registriert. Aufgrund dieser Daten kann Projektkoordinator Klaus Riedel jedes Jahr neu erkennen, wo sich Wildunfallschwerpunkte herauskristallisieren. Das Projektteam mit verschiedensten Behörden und Jagdpächtern setzt sich jährlich mit den Erkenntnissen auseinander und beschließt konkrete Maßnahmen.

Klaus Riedel zeigte sich begeistert, dass die Bemühungen zur Verminderung von Wildunfällen im Landkreis Kronach inzwischen immer mehr zum Selbstläufer werden. Nach dem Landkreis kommt das Bewusstsein immer mehr auf Gemeindeebene an. Seit 29 Jahren wurden alle gemeldeten Wildunfälle registriert, ausgewertet und bei örtlichen Häufungen mit Maßnahmen begegnet.

"Dass wir so viel Akzeptanz und gezielte Unterstützung im Landkreis Kronach erreicht haben, macht mich stolz und wir können von einem wirksamen Landkreisprojekt sprechen." Im Landkreis Kronach wurden 2015 zahlreiche Wildunfallwarner auf dem Bauhof in Birkach getestet. Dazu kommen die Erfahrungen im praktischen Einsatz.

Mittlerweile übernahm die Firma "Hagopur AG", die seit Beginn das Kronacher Projekt "Wild und Straße" auch mit den bewährten Duftstoffen begleitet, den Vertrieb des "Multi-Wildschutzwarner". Die Leitung der Firma ist in besonderer Weise an den Erfahrungen im Landkreis Kronach interessiert und unterstützt die Weiterentwicklung daher beim Hersteller.

So wurden bereits einige Verbesserungsvorschläge aufgenommen und umgesetzt. So etwa auch die verstärkte Befestigung bei einer neuen Serie des "Multi-Wildschutzwarners". Sachgebietsleiter Kreisstraßen am Landratsamt Kronach Gunther Dressel zeigte beim neuesten Einsatzgebiet bei Schnappenhammer, dass kleine Gummiunterlagen bei der Befestigung die Lebenszeit deutlich verlängern.

Gunther Dressel ist voll überzeugt von der Wirksamkeit des Multiwildwarners. "Ich war sehr überrascht dass die so gut funktionieren." Bei neuen Straßenbauten werden seitens des Landkreises grundsätzlich diese Wildwarner mit ausgeschrieben. "Die Wirkung ist so was von positiv, dass die Zahl der Wildunfälle an den Schwerpunkten extrem zurückgegangen ist", unterstrich Klaus Riedel.

Bürgermeister Jens Korn freute sich sehr, dass seine Stadt Wallenfels für diese Schutzmaßnahme gelobt wird. "Uns ist damals gesagt worden: es nützt etwas", erklärte Jens Korn. Es lasse sich schon jetzt sagen: Kleine Ursache, große Wirkung. Auch stellvertretender Forstbetriebsleiter Gerhard Müller (Nordhalben) ist von der Maßnahme überzeugt. "Wir schauen aber auch darauf, dass unser Wildbestand in der Fläche auf einem vernünftigen Maß einreguliert ist."

Autor

Rainer Glissnik
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Veröffentlicht am:
24. 10. 2019
18:28 Uhr

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Rainer Glissnik

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Veröffentlicht am:
24. 10. 2019
18:28 Uhr



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