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Kronach

Wilhelmsthal: Hinter den Kulissen brodelt es

Zweiter Bürgermeister in Wilhelmsthal bleibt Gerhard Eidelloth. Seine Wiederwahl könnte aber ein Nachspiel haben. Denn eigentlich hatte sich die CSU intern auf den jungen Jan Fischer geeinigt.



Sechs neue Gemeinderäte wurden in Wilhelmsthal von Bürgermeisterin Susanne Grebner vereidigt. Foto: Maria Löffler  

Wilhelmsthal - Es ist Punkt 19 Uhr, in der Mehrzweckhalle in Steinberg verstummt das Stimmengemurmel und Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) blickt in die Runde. Sechs neue Gemeinderäte sind darunter, denen sie Glück, Erfolg und viel Spaß an der Arbeit wünscht.

Besetzung von Ausschüssen

Haushalts- und Finanzausschuss: Heinrich Förtsch, Jochen Gleich und Jan Fischer (alle CSU), Matthias Barnickel und Christian Engelhardt (SPD/Freie Bürger) und Udo Prell (UWG/FW).

Bauausschuss: Carolin Rehm, Jochen Gleich und Klaus Sesselmann (alle CSU), Stefan Pfadenhauer und Ralf Welsch von der SPD/Freie Bürger und Thomas Greser (UWG/FW).

"Zukunftsausschuss" (Bezeichnung noch nicht endgültig festgelegt): Carolin Rehm und Jan Fischer von der CSU, Domink Engelhardt, Christian Engelhardt und Ralf Welsch (SPD/Freie Bürger).

Rechnungsprüfungsausschuss: Carolin Rehm, Jan Fischer und Gerhard Eidelloth (alle CSU), Franz Büttner und Domink Engelhardt von der SPD/Freie Bürger, und zum Vorsitzenden wurde Martin Wachter (UWG/FW) ernannt.

Vertreter im Zweckverband Wasserversorgung Frankenwaldgruppe: Klaus Sesselmann und Jochen Gleich (beide CSU), Frank Büttner (SPD/Freie Bürger) und Martin Wachter (UWG/FW).

Vertreter im Schulverband Kronach III: Jochen Gleich (CSU).

 

Und speziell diese guten Wünsche werden sie auch brauchen, denn auf fünf von ihnen kommt bald eine ganz besondere Aufgabe zu. Sie werden nämlich einen Ausschuss bilden, der sich zwar vor allem mit der Zukunft der Gemeinde Wilhelmsthal befassen soll, in dem aber auch soziale Aspekte eine Rolle spielen werden. Gekommen war dieser Vorschlag von Jochen Gleich (CSU): "Nach meiner Meinung sollen sie - nicht wie in anderen Ausschüssen - eine klar definierte Aufgabenliste abarbeiten, sondern sie sollen sich darüber beraten, was wichtig und sinnvoll für die Gemeinde wäre. Es geht um Neu und es geht um Jung." Zustimmung für diese Idee fand er im gesamten Gemeinderat und auch die "Neuen" selbst erklärten sich dazu bereit. Als Ansprechpartner in der Gemeinde stellte Grebner ihnen Lukas Schneider an die Seite. Gesucht wird jetzt noch nach einem Namen, der diesen Ausschuss treffend beschreibt.

 

Den Eid schworen dann folgende Gemeinderäte: Von der CSU Jürgen Baumgärtner, Jan Fischer, Carolin Rehm. SPD/Freie Bürger: Dominik Engelhardt, Christian Engelhardt und Ralf Welsch. Zwei Kandidaten gab es im Anschluss für den Posten des zweiten Bürgermeisters. Im Namen der CSU-Fraktion schlug Jochen Gleich Jan Fischer (CSU) als Kandidaten vor. Dieser trage jetzt schon Verantwortung in der Sparkasse. Der Gegenvorschlag kam von Martin Wachter von den Freien Wählern. Mit der SPD und den Freien Bürgern nannte er Amtsinhaber Gerhard Eidelloth (ebenfalls CSU). So kam es, dass zwei Kandidaten aus der gleichen Partei den gleichen Posten anstrebten. Durchgesetzt hatte sich dann mit einer klaren Mehrheit Gerhard Eidelloth, "der läuft wie ein Schweizer Uhrwerk", um es mit den Worten von Bürgermeisterin Susanne Grebner zu sagen. Einen dritten Bürgermeister wird es in Wilhelmsthal nicht geben.

Doch wie kam es, dass Freie Wähler und SPD/Freie Bürger einen CSU-Kandidaten aufstellten? Das dürfte an Unstimmigkeiten im Vorfeld gelegen haben. "Susanne Grebner hat der CSU den zweiten Bürgermeister versprochen", erklärt der neue Gemeinderat und CSU-Kreisvorsitzende Jürgen Baumgärtner auf NP -Nachfrage. Nachdem sich die Christsozialen intern auf den 23-jährigen Jan Fischer verständigt hätten, um einen jungen Nachwuchspolitiker aufzubauen, hätten SPD/Freie Bürger und Freie Wähler diesen aber plötzlich nicht mittragen wollen und sich für Gerhard Eidelloth ausgesprochen. Nachdem auch dieser auf seiner Kandidatur bestanden habe, werde er wohl aus der CSU-Fraktion ausgeschlossen werden. Eidelloth selbst wollte sich am Freitag gegenüber der NP zu diesem Vorgang nicht äußern.

Einen Appell richtete die Bürgermeistern an die Bewohner der Ortsteile. Sie wünschte sich Ortssprecher aus jedem Gemeindeteil. Hier sei dann die Initiative "eines jeden Einzelnen" gefragt. Eine Unterschriftenliste, die ausgelegt werde, soll darüber Aufschluss geben, wer bereit sei, für diese Aufgabe zu fungieren. Voraussetzungen: Ein Mindestalter von 18 Jahren, und der Bewerber muss auch schon mindestens zwei Monate in der Gemeinde wohnen. Wichtig sei vor allem ein Ortssprecher in der Gemeinde Effelter. Hier stehe nämlich die Dorferneuerung an und er wäre der direkte Ansprechpartner in diesen Belangen.

Ein paar Informationen machten am Schluss der öffentlichen Sitzung die Runde. Dabei ging es um ein Gemälde in der alten Schule, die einem neuen Gemeinschaftshaus weichen wird. Das Bild gilt als "Kunst am Bau" und die Gretchenfrage lautet: erhaltenswert - ja oder nein? Hier scheiden sich die Geister. Kreisheimatpfleger Robert Wachter möchte, dass das Bild erhalten wird.

Bürgermeisterin Susanne Grebner hingegen weiß zum einen nicht, wohin das riesige Wandgemälde in so kurzer Zeit soll, und zum anderen, woher sie die geschätzten 25 000 Euro an Transportkosten hernehmen soll. "Wir sind Konsolidierungsgemeinde. Wie soll ich das schlüssig erklären?" Investiert worden sei ohnehin schon in einen Fotografen und einen Restaurator. Sie habe deshalb Robert Wachter gebeten, einen dauerhaften Ort für das Bild zu finden. Das sei deshalb wichtig, weil nur dann das Amt für ländliche Entwicklung die Erhaltung auch bezuschusst.

Gemeinderat Jürgen Baumgärtner (CSU) hatte angeboten, das Werk in den Lucas-Cranach-Campus zu integrieren. Hier soll es einen Hörsaal bereichern. Allerdings sei noch nicht absehbar, wann man das umsetzen könne. Er mahnte dennoch: "Es wäre gar nicht klug, wenn wir mit staatlichem Geld Kunst am Bau zerstören. Das Bild muss verlagert werden, aber dafür muss man Gelassenheit und Kulanz mitbringen." Ob diese Gelassenheit sich allerdings im Gemeinderat über einen längeren Zeitraum breitmacht, bleibt abzuwarten.

Autor

Maria Löffler, jua
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Veröffentlicht am:
15. 05. 2020
17:08 Uhr

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Maria Löffler, jua

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Veröffentlicht am:
15. 05. 2020
17:08 Uhr



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