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Kronach

Wilhelmsthal muss handeln

Betretene Gesichter bei den Gemeinderäten: Eine "gnadenlose" Analyse zeigte auf, dass in der Kommune einiges im Argen liegt. Jetzt will man Modellgemeinde werden.



Wilhelmsthal - Wilhelmsthal wird sich offiziell um den Titel "Modellgemeinde" bewerben. Diesen Entschluss fasste der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung. Rainer Kober, Vorsitzender von "Kronach Creativ", stellte vorher das Projekt, das der Regionalmarketingverein maßgeblich initiierte, vor und lieferte dem Gremium eine "gnadenlose Analyse" der Gemeindeentwicklung. Die Zahlen, die er in den Raum stellte, zeigten deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

Hier läuft’s

Hingewiesen hatte Bürgermeisterin Susanne Grebner während der Sitzung auf die "Bündelausschreibung für die kommunale Strombeschaffung". Hier sei zwischenzeitlich die Ausschreibung gemäß der von der Gemeinde gemeldeten Abnahmestellen erfolgt. "Das günstigste Angebot für das Los 3 (Kronach, Coburg und Lichtenfels) wurde von eins energie in sachsen GmbH & Co. KG mit einem Arbeitspreis von 4,7120 Ct/kWh abgegeben.

Weiter informierte sie darüber, dass bei der Mobilfunkversorgung in den Ortsteilen auf einem guten Weg sei. Gleiches gelte für die Sanierung des Leichenhauses am Steinberger Friedhof.


"Die Entwicklung in Wilhelmsthal kann man nicht beschönigen". Geburten und Zuzüge könnten Wegzug oder Tod nicht ausgleichen und die Tendenz bezüglich der Einwohnerzahlen sei weiterhin rückläufig, so Kobers Prognose. Auf eine "schwarze Null" käme man allerdings dann, "wenn sich der Wegzug um 50 Prozent verringert und der Zuzug um 50 Prozent erhöht". Das könne ja eigentlich nicht so schwer sein, sinnierte Kober, der gleich darauf die Arbeitsplatzsituation in Wilhelmsthal beschreibt: "Es gibt hier, gemessen an 1000 Personen, 164 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Der Durchschnitt im Landkreis Kronach liegt aber bei 549."

Diese Zahlen mussten die Gemeinderäte erst einmal verdauen. Überhaupt war es während Rainer Kobers Vortrag auffallend still im Sitzungssaal. "Wilhelmsthal hat sehr viele Ortsteile, jeder kocht seine eigene Suppe und es ist gar nicht so einfach, alle zusammenzubringen. Daran werden wir arbeiten müssen." Die Essenz, die sich am Ende herauskristallisierte: "Wir müssen geeigneten Wohnraum schaffen. Kleine, bezahlbare Wohnungen für junge Familien, die entweder zu Hause oder auch in der Kreisstadt Kronach arbeiten. Der Vorteil in Wilhelmsthal ist die Nähe zur Kreisstadt."

Schultern könne man solche Projekte aber nicht alleine, das wusste auch Rainer Kober. "Erst einmal müssen Sie und ihre Bürger das selbst wollen. Wir können ja nur etwas anschieben und zum Laufen bringen." Sein Ansatz bei limitierter Finanz- und Personalkraft: "Veränderung braucht Energie und diese dritte Kraft heißt: Bürger. Dafür ist eine Zielsetzung wichtig, alle müssen sich damit identifizieren." Oder, wie Geschäftsleiter Mario Kotschenreuther es nannte: "Man muss die Arche zum schwimmen bringen."

Und man müsse sich auf diese Themenfelder konzentrieren, bestätigte auch Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD). Einig waren sich alle Gemeinderäte: Das Projekt müsse langfristig angelegt werden und alle müssten sich auch mit den Maßnahmen identifizieren können.

In der Sitzung wurde weiter auch die kommunale Strombeschaffung, beziehungsweise Glasfasererschließung, abgehandelt. Die Räte stimmten dem Angebot des Ingenieurbüros Reuther NetConsulting zur Planungs- und Beratungsleistung "FTTB Mitverlegung Hesselbach" in Höhe von rund 4700 Euro zu. Susanne Grebner: "Durch das Ingenieurbüro wurde bereits ein Masterplan zum Glasfaserausbau im Gemeindegebiet Wilhelmsthal erstellt. Dieser soll auch dazu dienen, Synergieeffekte bei Straßenbaumaßnahmen zu nutzen und die Glasfaserkabel mit zu verlegen."

Drei Angebote gab es für die Beschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges für die Roßlacher Feuerwehr. Hier hatte der Gemeinderat einen Zuwendungsantrag bei der Regierung von Oberfranken eingereicht und eine Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn erhalten. Es wurde eine Zuwendung in Höhe von 26 620 Euro in Aussicht gestellt. Vergeben wurde der Auftrag an den günstigsten Bieter für insgesamt 63 064 Euro.

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Maria Löffler
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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
19:04 Uhr

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Maria Löffler

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
19:04 Uhr



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