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Kronach

Wirksame Waffen gegen Krebs

Tumore können auf vielfältige Weise bekämpft werden. Zum Beispiel mit der Immuntherapie.



Kronach - Onkologin Dr. Martina Stauch setzt große Hoffnungen in die Immuntherapie. Zum Weltkrebstag informiert die Onkologin, die auch Vorsitzende des Vereins "Gemeinsam gegen Krebs" ist, über Fortschritte bei Therapien und Prävention von Krebserkrankungen.

500 000 Neuerkrankungen gibt es nach ihren Angaben pro Jahr in Deutschland. Bis zum Jahr 2030 würden 600 000 Neuerkrankungen pro Jahr erwartet. 220 000 Patienten verlören jährlich den Kampf gegen Krebs - der damit die zweithäufigste Todesursache ist.

Die Ursachen für Krebs seien vielfältig und noch nicht vollständig erforscht, sagt Stauch. Bestimmte Krebsarten träten häufiger im Alter auf. Doch auch in anderen Altersgruppen gebe es mehr Krebserkrankungen. Viele Forscher gingen davon aus, dass das mit dem Lebensstil zusammenhänge: zu wenig Bewegung, veränderte Essgewohnheiten mit zu viel Zucker, Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln, gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren, Alkohol und Zigaretten, Übergewicht und auch negativer Stress. Die Onkologin weist darauf hin, dass jeder Mensch etwas tun könne, um solche Risiken zu vermeiden. "Eine gesundheitsbewusste Erziehung sollte schon im Kindergarten beginnen und sich bis ins hohe Alter fortsetzen", betont sie. Wichtig seien auch Präventionsprogramme. Stauch: "Vorsorgeprogramme nutzen heißt, Krebs im Frühstadium erkennen. Hier ist Krebs heilbar."

In fortgeschrittenen Stadien gehe es um Verbesserung der Lebensqualität und häufig um ein Leben mit Krebs. Moderne Chemo- und Strahlentherapien zerstörten Krebszellen. Eine Individualisierung der Therapie bis hin zur personalisierten Krebstherapie werde durch zunehmende molekularbiologische Untersuchungen von Krebszellen möglich. Anhand des genetischen Profils des Tumors würden individuelle Krebstherapien für den einzelnen Patienten möglich. Diese genetischen Untersuchungen würden zur Zeit noch vorwiegend am Tumorgewebe vorgenommen. "Das wird bei uns in der Praxis schon seit einigen Jahren erfolgreich angewandt", ergänzt Martina Stauch. Die Immuntherapie sieht sie als Revolution in der Krebstherapie. 2011 sei das erste Immuntherapeutikum auf den Markt gekommen. Heute lägen mehrals 1000 Studien vor, die die Wirksamkeit der Immuntherapie bei zahlreichen Krebsformen zeigten. Die Immuntherapie zielt nicht auf die direkte Zerstörung von Tumoren ab, wie es Operation, Chemo-, Strahlen- und zielgerichtete Therapien tun. Immuntherapien aktivieren vielmehr die körpereigene Abwehr, die so selbst Tumorzellen angreift und diese vernichtet. Schädigende Wirkung auf gesunde Körperzellen entfalle somit.

Die Immuntherapie sei heute gut ambulant durchführbar und werde bis zum Fortschreiten der Erkrankung fortgesetzt, sagt Martina Stauch. Für Tumore an Lunge, Niere, Blase, Malignes Melanom (Schwarzer Hautkrebs), Kopf-, Hals-Tumore, Merkelzellkarzinom (seltener bösartiger Hauttumor), Morbus Hodgkin (bösartiger Tumor des Lymphsystems) und Multiples Myelom (Krebserkrankung der Plasmazellen) seien Immuntherapeutika bereits zugelassen. Die Kosten würden von den Krankenkassen übernommen. Die Wirksamkeit bei anderen Krebsarten werde in Studien weiter getestet. Die Immuntherapie biete große Hoffnung für viele Patienten, sagt die Onkologin.

Autor

Karl-Heinz Hofmann
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
10. 02. 2019
15:02 Uhr

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10. 02. 2019
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