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Wo Küps noch Potenzial hat

Die Energieagentur Nordbayern berät die Gemeinde in Sachen erneuerbare Energien. Vor allem auf den Dächern sieht man Möglichkeiten.



Küps - Im Bereich der Elektrizität sind erneuerbare Energien stark im Kommen. Insgesamt sei die Energiewende aber ein zähes Geschäft, erläuterte Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern bei der jüngsten Küpser Marktgemeinderatssitzung. Ein Vorteil der erneuerbaren Energien sei, dass das Geld für die Erzeugung im Land bleibe. Ruckdeschel: "Erneuerbare Energien sind einer der größten Hebel für die Wirtschaftskraft in einer Region." In diesem Zusammenhang lobte er die Städte und Gemeinde: "In den Kommunen geht wirklich etwas."

Zauberhafte Schwestern

"Sprite Sisters - zauberhafte Schwestern": Für diesen Film werden Ende Juni und Anfang Juli Dreharbeiten an den Schlössern in Oberlangenstadt und Schmölz stattfinden. Bürgermeister Bernd Rebhan freute sich sehr darüber. Auch andere Einrichtungen der Marktgemeinde werden genutzt.

 

Küps nimmt die Möglichkeit wahr, sich im Rahmen des Förderprogramms "Kommunales Energiecoaching in Oberfranken" beraten zu lassen. "Energiewende ist die Chance, für den ländlichen Raum auch wirtschaftlich etwas herauszuholen", betonte der Energiefachmann.

 

Er bedauerte, dass es in Deutschland beim Ausbau der erneuerbaren Energien derzeit einen "Durchhänger" gebe. Fotovoltaik sei inzwischen eine konkurrenzfähige Energie. Deutschland habe diese Technik einst angeschoben. Inzwischen habe sich die Situation geändert. "Weltweit tut sich etliches, Deutschland schläft gerade etwas. Aufwecken wäre angesagt", forderte Ruckdeschel.

Selbstversorgung werde ein großer Treiber für die Weiterentwicklung der Energiewende sein. Die Elektromobilität werde diesen Trend noch verstärken. Ruckdeschel erinnerte an die Aktivitäten der Energievision Frankenwald, die einst erheblich Fahrt aufgenommen habe, was aber durch neue Regelungen wesentlich abgewürgt worden sei. Aber auch jetzt sei noch viel möglich. Der Anteil der erneuerbare Energien am Gesamt-Energieverbrauch nehme sich mit 13 Prozent noch bescheiden aus. Beim Stromverbrauch liege ihr Anteil bei etwa 38 Prozent, hier gehe es in Riesenschritten voran. Aber neue Projekte stagnierten und seien schwieriger zu verwirklichen, berichtete der Fachmann. Beim Heizen mit erneuerbaren Energien und bei der Energiewende im Verkehr sei in den vergangenen Jahren eher ein Rückschritt zu beobachten.

Ruckdeschel nannte Zahlen der Jahre 2013 bis 2015 für die Region. Den gesamten Energieverbrauch in Küps bezifferte er auf 30 Millionen Kilowattstunden. Mehr als die Hälfte davon entfalle auf das Gewerbe. Aus erneuerbaren Energien würden 10,5 Millionen Kilowattstunden erzeugt, vor allem in der Biogasanlage. Die Windkraft sei hier noch nicht eingerechnet. Die drei Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet produzierten 15 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Der Solarpark steuere ebenfalls vieles bei.

Küps habe sich hier sehr gut entwickelt, stellte Ruckdeschel fest. Positiv sei die Verstromung des Klärgases im Klärwerk für den Eigenverbrauch: "Eine sehr clevere Entscheidung." In Küps werde fast so viel Energie erzeugt wie verbraucht werde. "In der Summe sind Sie sehr gut dabei", bilanzierte der Energiefachmann. Ziel sei es vor allem, eine Wärmewende im erneuerbaren Sinn hinzubekommen. Die Küpser Biogasanlage beliefere einen gewerblichen Betrieb. In Nagel gebe es ein Wärmenetz für 20 Abnehmer. Ruckdeschel wies auf den Wärmebedarf im Wohnbereich hin. 67 Millionen Kilowattstunden würden hier verbraucht. Auch im Bereich Fotovoltaik gebe es noch viele ungenutzte Potenziale. "Auf den Dächern passiert einfach zu wenig", meinte Ruckdeschel. Auf Küpser Wohngebäuden könnten 21 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Hier gelte es, Bürger und Unternehmen zu überzeugen. Im Rahmen des Coachings werde sich die Energieagentur noch vieles anschauen. Insgesamt habe sich in Küps schon viel getan, lobte der Energiefachmann und nannte in diesem Zusammenhang die Umstellungen auf LED. Anerkennung galt Markus Kraus von der Gemeindeverwaltung, der viel in diesem Bereich vorangebracht habe. In der Kläranlage könne noch eine kleine Dachfläche genutzt werden, aber auch eine Areal an der Bahnlinie. Damit könnten die Betriebskosten gesenkt werden. Bis Juni wird die Energieagentur in Küps nach weiteren Möglichkeiten suchen.

Vorgelegt wurden die Eckdaten für den Haushalt des Marktes Küps. Er umfasst im Verwaltungshaushalt Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 15,2 Millionen Euro (Vorjahr: 15,05 Millionen) und im Vermögenshaushalt von 7,077 Millionen Euro (Vorjahr: 7,22 Millionen). Vorgesehen sind Kreditaufnahmen von 1,68 Millionen Euro. In der nächsten Sitzung am 26. Juni soll der Haushalt beschlossen werden.

Es sei ein typischer Haushaltsplan, wie ihn Kämmerer Reinhard Zapf ihn seit Jahren in bewährter Weise vorlege, lobte Dieter Lau (SPD). Große Investitionen würden die Marktgemeinde in den nächsten Jahren erheblich beschäftigen. Er warnte davor, zu sehr auch hoch bezuschusste Maßnahmen anzugehen, weil dies viel eigenes Geld binde. Die steigenden Baukosten erschwerten die vorgesehenen Investitionen. Dies alles müsse bedacht werden. Vor der Gemeinde lägen ausgesprochen schwierige Jahre, gab Ralf Pohl (SPD) zu bedenken. Er verwies auf die Dorferneuerung Oberlangenstadt. Für die Planungen sei ein kleinerer Betrag eingestellt, erläuterte Bürgermeister Bernd Rebhan. Die Höhe der Kosten sei noch nicht absehbar.

In der Bürgerfragestunde sprach Georg Pomajb zunehmende Verkehrsprobleme in der Lessingstraße an, etwa durch schnell fahrende Fahrzeuge und Parkplatznöte. Dabei profitierten viele in diesem Bereich von den durchfahrenden Fahrzeugen. Beim Flohmarkt auf dem Rewe-Parkplatz könne er sich vorstellen, dass die Stände so aufgestellt werden, dass dort noch zwei Reihen für parkende Fahrzeuge bleiben. Hier werde es immer Kompromisse geben müssen, erklärte der Bürgermeister. Der Besitzer des Geländes sitze in Luxemburg, die Verwaltung in Berlin. Das Parken auf der Straße solle der Verkehrsberuhigung dienen. Wenn demnächst 41 seniorengerechte Wohnungen bezugsfertig werden, müsse man abwarten, wie sich dies entwickle. Es gebe aber eine Tiefgarage.

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Rainer Glissnik
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Veröffentlicht am:
16. 05. 2018
15:10 Uhr

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Rainer Glissnik

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16. 05. 2018
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