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Kronach

Wo ist Mariannes Mann?

Kurt und Inge Neubauer aus Tschirn haben in Naila einen Ehering gefunden. Nun möchten sie das Schmuckstück wieder an den Mann bringen - denjenigen, der 1977 eine Marianne geheiratet hat.



Vor zwei Wochen haben Kurt und Inge Neubauer aus Tschirn in einem Nailaer Supermarkt einen Ehering gefunden. Jetzt sind sie auf der Suche nach dem Besitzer des Schmuckstücks. Fotos: Gabriele Fölsche   » zu den Bildern

Tschirn/Naila - Der Ehering ist das sichtbare Symbol für die ewige Verbundenheit und Liebe zweier Menschen. Das Anstecken während der Trauung ist ein emotionaler Moment. Deshalb wird dieses Schmuckstück gehütet wie ein Schatz, zumal wenn die Liebe andauert.

So sehen das auch Kurt und Inge Neubauer aus Tschirn. Auf ihrem Terrassentisch liegt das Fundstück - ein schmaler Ehering. Geschmiedet wurde er aus einem breiteren Streifen aus Gelbgold und einen schmalen aus Weißgold. Innen ist "Marianne" zu lesen und das Datum 11.03.77. Als sie am 14. August im "Netto"-Supermarkt in Naila den Ehering fanden, war für die Eheleute aus Tschirn sofort klar, dass sie versuchen, diesen wieder an diejenige Person zurückzugeben, die ihn verloren hat. "Das Schmuckstück lag auf dem Gang in der Getränkeabteilung. Ich könnte mir vorstellen, dass er beim Anheben eines Kastens vom Finger abgerutscht sein könnte", sagt Kurt Neubauer. Seine erste Idee, als er den Ring fand: "Ich gebe ihn im Supermarkt ab. Aber dort hatte keiner recht Zeit für mein Anliegen." Deshalb nahmen die Neubauers ihr Fundstück mit nach Hause. Dort hängte sich der 64-Jährige ans Telefon und rief im Standesamt in Naila an: "Es kann ja nicht so viele Mariannes geben, die am 11. März 1977 geheiratet haben." Doch aus Datenschutzgründen wurde ihm die Auskunft verwehrt. Auch ein Nachsehen in den Unterlagen sei nicht möglich, so die für ihn unbefriedigende Auskunft.

Das nächste Telefonat galt dann dem Fundamt in Naila. "Ich habe Bescheid gegeben, und die Dame versprach zu recherchieren", sagt Kurt Neubauer. Bedenken hat er dabei, dass der rechtmäßige Besitzer auf diesem Weg nie mehr an sein Eigentum kommen könnte: "Es ist ja nicht gesagt, dass derjenige, der den Ring verloren hat, überhaupt im Landkreis Hof wohnt. Wir fahren ja auch von Tschirn im Landkreis Kronach zum Einkaufen nach Naila." Deshalb will das Paar die Sache auch nicht einfach auf sich beruhen lassen. Inge Neubauer sagt: "Für uns ist das eine emotionale Geschichte. Der Ring ist ein Siegel für das ganze Leben. Wenn er verloren geht, dann ist er unwiederbringlich. Denn auch wenn man sich so ein Schmuckstück nachmachen lässt, ist es nicht mehr der gleiche Ring, den man sich gegenseitig bei der Besiegelung des Bundes des Lebens angesteckt hat." Und weiter: "Wir sind jetzt seit 1988 glücklich verheiratet, sind durch dick und dünn miteinander gegangen. Es wäre schrecklich, wenn ich meinen Ring verlieren würde", sagt die 63-Jährige und streicht über ihren rechten Ringfinger, als wollte sie sich vergewissern, dass ihr Ehering auch noch da ist, wo er hingehört. "Ich trage ihn immer", sagt sie. Und ihr Mann sagt: "Mich stört er bei der Arbeit, ich bleibe öfters daran hängen. Aber wenn ich etwas verlieren würde, hätte ich es auch gerne wieder. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, uns dafür zu engagieren." Deshalb reifte bei dem Paar die nächste Idee: "Wir dachten, wir wenden uns an die Presse. Somit können wir viele Leute erreichen." Kurt Neubauer nimmt den Ring in die Hand: "Es ist im Durchmesser ein relativ kleiner Ring für einen Mann." Dann kommt er ins Grübeln: "Vielleicht hat ihn die Ehefrau bereits umarbeiten lassen, weil ihr Mann schon verstorben ist und trug ihn selbst."

Recht abgenutzt sieht er nach 40 Ehejahren noch nicht aus. "Er ist zwar verkratzt, aber hat keinen Abrieb. Und auch die Gravur lässt sich noch sehr gut lesen. Vielleicht wurde er auch an einer Kette um den Hals getragen." Nun hofft das Ehepaar Neubauer, über diesen Weg den Eigentümer des Eheringes zu finden. "Finderlohn wollen wir natürlich keinen.

Sollte sich jemand bei uns melden, laden wir ihn oder gar das Ehepaar gerne auf einen Kaffee oder ein Bier ein", sagt der 64-Jährige. Gastfreundlich, sympathisch und humorvoll sind die Neubauers auf jeden Fall. "Unser schönster Lohn wäre", sagt das Ehepaar unisono, "den Eigentümer zu finden und bei der Übergabe ein glückliches Lachen des Mannes von Marianne zu ernten."

Autor

Gabriele Fölsche
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Veröffentlicht am:
29. 08. 2017
16:18 Uhr

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Gabriele Fölsche

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Veröffentlicht am:
29. 08. 2017
16:18 Uhr



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