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Kronach

Zapfenhaus soll saniert werden

Teilweise sehr emotional wird im Gemeinderat Mitwitz über die Zukunft des Gebäudes debattiert. Die Befürworter des Erhalts sprechen von einer besonderen Gelegenheit.



Ende Juli hatte bei einem Besuch in Mitwitz auch Ludwig Spaenle für den Erhalt der Mikwe plädiert. Der Antisemitismus-Beauftragte der bayerischen Staatsregierung erklärte damals, dass die Erinnerung an jüdisches Leben hochgehalten werden sollte. Foto: Archiv / Yannick Seiler  

Mitwitz - Gleich zwei Redner konnten bei der jüngsten Mitwitzer Gemeinderatssitzung das Gremium von sich und ihrer Sache überzeugen. Einmal wird von der Montessori-Schule eine Teilfläche nahe Breitensee angepachtet; und zudem soll Mitwitz in Kürze dem "Kommunalen Energieeffizienznetzwerk Oberfranken II" angehören. Eine lange Diskussion entspann sich außerdem über die weitere Nutzung des Zapfenhauses.

Aus dem Gemeinderat

18 Parkplätze sollen nahe der Prof.-Bauer-Straße in Mitwitz entstehen. Auch die Vergabe der Arbeiten für die Errichtung eines Wendehammers beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Die Kosten für beide Maßnahmen: 51 170 Euro. Außerdem stimmte das Gremium dem Angebot des Ingenieurbüros IVS aus Kronach zur Straßendeckenerweiterung im Breitenseeweg in Höhe von 14 280 Euro zu.

Berufen wurden der Wahlleiter und sein Stellvertreter für die Kommunalwahlen 2020. Dies werden Geschäftsstellenleiter Stephan Urban und Gemeindemitarbeiterin Marion Feulner sein.

Bürgermeister Hans-Peter Laschka informierte bei der Gemeinderatssitzung über die Erschließung des Baugebietes ‚Herrschaftsstücke‘. Diese schreite voran. Am 21. Oktober beginnen seinen Worten nach die Asphaltierungsarbeiten. Offizieller Fertigstellungstermin ist voraussichtlich Mitte November.

Zudem teilte der Rathauschef mit, dass das Jakobsgässchen künftig nur noch für Radfahrer und Fußgänger nutzbar sein soll. Am Samstag, 19. Oktober, um 10 Uhr werde ein Scheck in Höhe von 10 000 Euro für die Sanierung des Anwesens in der Ludwig-Freiherr-von-Würtzburg-Straße 2 übergeben. Diese Förderung erfolge nach dem Gebäudevitalisierungs-Programm des Marktes Mitwitz. Eine Kostenbeteiligung wurde mit der evangelischen Kirchengemeinde bezüglich des Kindergarten-Umbaus vereinbart. Die Ökologische Bildungsstätte erhält einen Umweltbildungszuschuss.


Elf Punkte hatten es auf die Tagesordnung geschafft und nicht alle konnte Bürgermeister Hans-Peter Laschka (CSU) nach kurzer Zeit abhaken. Gerade die Diskussion um das Zapfenhaus wurde teilweise sehr emotional geführt. In der Zusammenfassung hörte sich das so an: "Entweder wir sanieren das Zapfenhaus und erhalten auch die Mikwe, oder wir sanieren nicht und suchen eine kostengünstigere Lösung mit Zweckbau über dem Erdgeschoss oder einem frostsicheren Schutzbau über der Mikwe mit Vorraum."

Am Ende entschied man sich doch für eine grundsätzliche Sanierung. Jetzt wird ein Planungsbüro gesucht, um die Kosten zu ermitteln. Nach Zusage der Kostenübernahme durch die Förderoffensive Nordostbayern könne man mit der Instandsetzung beginnen. Ob man auch aussteigen könne, falls die Kosten explodieren sollten, fragte Martin Heidenbluth (FWG). Das sei möglich, versicherte der Bürgermeister, "aber die Planungskosten müssen wir dann trotzdem tragen". Während Heinz Köhler (SPD) eine flammende Rede für den Erhalt des Zapfenhauses und der dazugehörigen jüdischen Mikwe hielt, war Gerd Hempfling (CSU) davon nicht begeistert: "Mikwe ja, Zapfenhaus nein." Köhler hielt dagegen, dass das Zapfenhaus in die Entwicklungsstrategie von Mitwitz passe: "Es ist ein Alleinstellungsmerkmal, Kulturgut und ein Schmuckstück. Außerdem wertet es das ‚Grüne Tal‘ und damit seine Umgebung auf. Das ist eine einmalige Chance, die wir nutzen müssen. Die Fördersituation wird nie mehr so günstig wie jetzt." Im restaurierten Zapfenhaus will die Imkerschule Oberfranken eine Imker-Werkstatt installieren. Auch ein Raum für die Dokumentation des jüdischen Lebens in Mitwitz ist geplant. Der Außenbereich wird ebenfalls von den Imkern genutzt. Außerdem sollen Sanitärräume und eine Teeküche entstehen. Auch die Finanzierung dröselte Heinz Köhler auf: "Die Gemeinde saniert das Gebäude mit 90-prozentiger Förderung. Die Mittel sind bereits beantragt. Diese Chance müssen wir bis 2021 unbedingt wahrnehmen. Die Einrichtung wird mit 60 Prozent von Leader bezuschusst, in der Größenordnung von 200 000 Euro plus den Mitteln aus der Oberfrankenstiftung. Der Hausmeister sollte vom Wasserschloss oder vom Bauhof gestellt werden. Betriebskosten werden von Bezirk und Landkreis geteilt."

In diesem Zusammenhang erinnerte Heidenbluth auch an die "nicht förderfähigen Kosten", die von der Gemeinde bezahlt werden müssten. Edith Memmel (Bündnis 90/Die Grünen) kann sich auch eine Zusammenarbeit mit der Montessori-Schule vorstellen, um die Räume dauerhaft zu nutzen.

Ein "erlebnispädagogisches Waldstück" mit Wald-Werkstatt möchte die Montessori-Schule schaffen - und das auf einer Fläche nahe Breitensee. Dazu will sie das Gelände von der Gemeinde Mitwitz pachten. Pädagogischer Direktor Mathias Schmitt erläuterte die geplanten Maßnahmen. Das Waldstück sei derzeit wegen Baumfällaktionen kaum begehbar. "Es stehen dort nur noch wenige Bäume und die Vielfalt hat gelitten", sagte Schmitt. Das soll sich ändern. Die Schule will dort nämlich "Forschern und Entdeckern" eine Chance geben. Unter anderem kann Schmitt sich eine Wetterstation, das Basteln mit Naturmaterialien, mikroskopische Betrachtungen, einen Abenteuerspielplatz, eine Anpflanz-Zone und Kochen am offenen Feuer vorstellen. "Wir wollen die Wertigkeit der Natur in den Vordergrund stellen und die sozialen Kompetenzen stärken. Außerdem sollen Schonräume geschaffen werden für ein gesundes Naturbewusstsein und nachhaltigen Umweltschutz. Dadurch fördern wir auch die Verantwortung und die Teamfähigkeit." Installiert werden sollen auf dem Areal ein Bauwagen auf Stelzen und Komposttoiletten zum witterungsunabhängigen Arbeiten. Der Gemeinderat war von der Verpachtung zur Umsetzung dieses Konzeptes einstimmig überzeugt.

Eine flammende Rede, untermalt durch einen Power-Point-Vortag, hielt Wolfgang Böhm von der Energieagentur Nordbayern. Diese unterbreitete der Gemeinde ein Angebot, welches das Gremium überzeugte. Künftig soll in Mitwitz mehr Energie gespart werden. Das will Böhm durch mehr Netzwerkarbeit, eine energietechnische Beratung, Erfassung von Datengrundlagen, Energiemanagement, Coaching und Energieberichte sowie Ausbildung eines kommunalen Energiebeauftragten erreichen. Er sprach von Energie-Transparenz, einem großen Einsparungspotenzial und von einer regional lösbaren Energiewende. Drei Jahre solle das Coaching dauern; danach soll die Kommune energietechnisch auf eigenen Füßen stehen.

Angebote machte Böhm für folgende Objekte: Rathaus mit Alter Schule, Grundschule mit Turnhalle, Feuerwehrhaus Mitwitz, Gemeinschaftshaus Steinach und Alte Turnhalle. Das Projekt werde im ersten Jahr mit 70 Prozent und in den beiden Folgejahren mit je 50 Prozent gefördert. So blieben für die Gemeinde jährliche Projektkosten in Höhe von 7500 Euro. Der Beschluss zur Zusammenarbeit erfolgte einstimmig.

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Maria Löffler
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Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
17:10 Uhr

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Maria Löffler

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Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
17:10 Uhr



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