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Lichtenfels

Fabrik der Zukunft am Obermain

Die Concept Laser GmbH baut in Lichtenfels den "3-D-Campus". In das Projekt werden 120 Millionen Euro investiert.



Die Baustelle für den 3-D-Campus der Concept Laser GmbH an der Autobahn A 73 bei Lichtenfels. Der Einzug soll im Januar 2019 beginnen; im Hintergrund der Staffelberg.	Foto: Concept Laser GmbH
Die Baustelle für den 3-D-Campus der Concept Laser GmbH an der Autobahn A 73 bei Lichtenfels. Der Einzug soll im Januar 2019 beginnen; im Hintergrund der Staffelberg. Foto: Concept Laser GmbH   » zu den Bildern

Lichtenfels - Der Zeitplan ist anspruchsvoll: Zum Jahreswechsel 2018/2019 soll die Fabrik der Zukunft am Obermain schlüsselfertig an die Concept Laser GmbH übergeben werden. Innerhalb von drei bis fünf Monaten will der Hersteller von 3-D-Metalldruckern dann die Produktion in dem weitläufigen Gebäudekomplex an der Autobahn A 73 in Lichtenfels aufnehmen. Mitte 2019 sollen die Empfangs-, Büro-, Präsentations- und Schulungsräume des 3-D-Campus fertig gestellt sein. Das teilte Frank Herzog, Vorsitzender Geschäftsführer, bei einer Führung durch die Baustelle am Montag mit.

In Lichtenfels entsteht, so Herzog, das "Excellence-Center" des US-amerikanischen Technologiekonzerns General Electric (GE). GE Additive, eine Sparte von GE, wurde 2016 gegründet und hält seit Dezember des gleichen Jahres 75 Prozent an der Concept Laser GmbH. Die Amerikaner stiegen in den Familienbetrieb ein, weil sie von der Zukunftsfähigkeit der dort entwickelten Technologie, dem 3-D-Druck von Bauteilen mit Metallen, überzeugt sind. Aus 48 Interessenten wählte die Familie General Electric aus, um das Wachstum des Unternehmens bewältigen zu können, was aus eigener Kraft nicht mehr möglich war.

Eine Bedingung für den Einstieg von GE war, dass der neue 3-D-Campus in Lichtenfels errichtet wird, nachdem die heutige Produktionsstätte im Gewerbegebiet An der Zeil zu klein geworden ist. "Wir sehen, dass das, was vertraglich vereinbart wurde, eingehalten wird und ein imposantes Gebäude mit interessanter Architektur entsteht. Alles, was bei GE mit Lasertechnologie zu tun hat, findet in Lichtenfels statt", sagte Frank Herzog.

Wer die riesige, rund 40 000 Quadratmeter große Baustelle im Lichtenfelser Stadtteil Seubelsdorf zwischen Staffelberg, Vierzehnheiligen und Kloster Banz umrunden will, muss eine Wegstrecke von einem Kilometer einplanen. Das 420 Meter lange Gebäude, das größer ist als das Bundeskanzleramt in Berlin - und das wiederum ist achtmal größer als das Weiße Haus in Washington -, ruht auf rund 650 Bohrpfählen, erläuterte Ingenieur Peter Gärtner vom Büro Schmelzle+Partner Architekten. Für das Fundament sind 105 000 Kubikmeter Erde ausgehoben und 90 000 Kubikmeter wieder verfüllt worden. Das entspricht 19 500 Lkw-Ladungen. Verbaut werden 3600 Tonnen Stahl; etwas mehr als die Hälfte des Baumaterials, das für den Eiffelturm in Paris benötigt wurde.

Insgesamt kostet das Gebäude 105 Millionen Euro; weitere rund 15 Millionen Euro fließen in dessen Ausstattung. Die Aufträge gehen zum Großteil an heimische Unternehmen. "Es bereitet richtig Freude, wenn man in der Nähe seines Firmensitzes seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen kann", sagte Thomas Dechant von der Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH Weismain am Montag.

Die anspruchsvolle Architektur - dafür werden etwa 13 900 Quadratmeter Fassadenglas verbaut - begründet Frank Herzog so: "Wir wollen Menschen, die zu uns kommen, begeistern: von unserer Technologie, mit unserem 3-D-Campus." Dort sollen ab dem nächsten Jahr 500 Menschen arbeiten. Sie stünden bei allen Planungen im Mittelpunkt, "denn ohne deren Motivation und Engagement und den festen Glauben an das Unternehmen macht die Investition keinen Sinn", betonte Herzog. Und: "Wir wollen von Lichtenfels die Vision in die Welt hinaus tragen, dass der 3-D-Metalldruck künftig noch wichtiger werden wird für industrielle Anwendungen." Es sei ein großer Vertrauensbeweis des GE-Konzerns, dass dessen Kompetenzzentrum für diese Technologie am Obermain entsteht.

Die Concept Laser GmbH Lichtenfels baut Maschinen für das pulverbettbasierte Laserschmelzen von Metallen. So können hoch komplexe Bauteile in einem Arbeitsgang gefertigt werden. Die Kunden des Unternehmens kommen aus zahlreichen Branchen, zum Beispiel der Medizin- und Dentaltechnik, der Luft- und Raumfahrtindustrie, dem Werkzeug- und Formenbau, der Automobil- sowie der Uhren- und Schmuckindustrie.

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
16. 04. 2018
17:12 Uhr

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Wolfgang Braunschmidt

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16. 04. 2018
17:12 Uhr



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