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Lichtenfels

Öko-Modellregion am Obermain

Der Landkreis Lichtenfels bewirbt sich erfolgreich beim bayerischen Landwirtschaftsministerium. Landrat Meißner will jetzt neue Impulse setzen.



Freuen sich über die Anerkennung als Öko-Modellregion Obermain Jura: (v.re.) Landrat Christian Meißner, Initiator, Bernhard Storath, Rainer Hümmer, Geschäftsführer der Bildungshäuser der Erzdiözese Bamberg in Vierzehnheiligen und Michael Stromer, Leiter der Umweltstation. Foto: Heidi Bauer
Freuen sich über die Anerkennung als Öko-Modellregion Obermain Jura: (v.re.) Landrat Christian Meißner, Initiator, Bernhard Storath, Rainer Hümmer, Geschäftsführer der Bildungshäuser der Erzdiözese Bamberg in Vierzehnheiligen und Michael Stromer, Leiter der Umweltstation. Foto: Heidi Bauer  

Lichtenfels - Der Landkreis Lichtenfels und die Gebiete der vier angrenzenden Kommunen des Landkreises Bamberg - Wattendorf, Scheßlitz, Zapfendorf, Rattelsdorf - werden "Öko-Modellregion Obermain-Jura". In dieser Woche gab Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber die 15 neuen Öko-Modellregionen in Bayern bekannt. Sie wurden im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt."Mit diesem Prädikat könnten wir in vielerlei Hinsicht neue Impulse setzen und ein weiteres Alleinstellungsmerkmal unseres Landkreises schaffen", ist sich der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner sicher:

"Die Anerkennung und finanzielle Unterstützung durch den Freistaat ermöglicht es, die regionale, saisonale und ökologische Erzeugung mit geeigneten Instrumenten zu fördern. Unser Ziel muss es sein, bei den Verbrauchern das Bewusstsein für regionale Identität zu steigern, denn die regionale Produktion ist die nachhaltigste", so Landrat Christian Meißner. Wie der Leiter der Umweltstation Weismain, Michael Stromer, erläutert, werden die Öko-Modellregionen vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung Landwirtschaft und Forsten finanziell gefördert. 75 Prozent der Kosten für die Projektleiter-Stelle vor Ort werden bezahlt, maximal bis zu 75 000 Euro im Jahr. Die Förderung läuft zwei Jahre, kann aber um weitere drei Jahre verlängert werden.

Bisher gab es bayernweit nur zwölf Öko-Modellregionen, in Oberfranken gar keine. Per Wettbewerb suchte das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft zunächst weitere sechs. Das Interesse an dem Wettbewerb war aber so groß und die Bewerbungen laut Ministerium so qualitativ hochwertig, dass die Ministerin Kaniber nun 15 Regionen zu Öko-Modellregionen erklärt. Eine Jury, besetzt unter anderem mit Vertretern aus der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Landesvereinigung für den Ökologischen Landbau und des Bund Naturschutz, haben die Bewerbungen geprüft und diese 15 Regionen als gut geeignet bewertet.

Der Landkreis Lichtenfels und vier angrenzende Kommunen des Landkreises Bamberg hatten ihre Bewerbung als Öko-Modellregion Region Obermain-Jura für den Wettbewerb im Januar auf die Reise geschickt. Der Kreisausschuss des Landkreises Lichtenfels hatte der Bewerbung in der Dezembersitzung zugestimmt.

Die Trägerschaft übernimmt die Umweltstation Weismain. Michael Stromer, der Leiter der Einrichtung, war es auch, der das Bewerbungskonzept zusammen mit dem Initiator Bernhard Storath, Erster Bürgermeister der Gemeinde Ebensfeld, Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes und selbst seit vielen Jahren Biobauer, ausgearbeitet hat. In dem Konzept haben sich ferner das Amt für Landwirtschaft, Bauernverband, (Bio-)Betriebe, Direktvermarkter, der Landschaftspflegeverband, die Gebietsbetreuung Natura2000, die Regionalentwicklung und die Tourismusregion miteingebracht.

Michael Bienlein, Kreisobmann des Bauernverbandes, zeigte sich in einer ersten Stellungnahme erfreut über die erfolgreiche Bewerbung und sieht darin eine Entwicklungschance für so manchen Landwirt in der Region. Die Ziele des Projektes sind anspruchsvoll: Die Verknüpfung von Ökologie, Ökonomie und Regionalität soll sich niederschlagen in einem "Mehr" an Bio-Produkten aus der Region, in einer besseren Vernetzung von Erzeugern, Verarbeitern und Verbrauchern, in der Etablierung von regionalen Bioprodukten in der Gastronomie und in Großküchen, in einem leichteren Zugang für Privathaushalte zu regionalem und ökologisch erzeugtem Gemüse, Obst und Fleisch. Als mögliche Projekte werden in dem Bewerbungskonzept deshalb beispielsweise genannt: Die Einführung eines mobilen Bio-Regio-Ladens, die Gründung einer Erzeugergemeinschaft für regionales Bio-Gemüse ähnlich dem Modell einer solidarischen Landwirtschaft, die Biozertifizierung von Streuobst-Beständen oder die Unterstützung von Sonderkulturen und Sondergemüse als zweites Standbein für Nebenerwerbslandwirte. Auch die Belieferung von gastronomischen Betrieben und Großküchen wird auf der Agenda der Öko-Modellregion stehen.

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Veröffentlicht am:
22. 04. 2019
12:54 Uhr

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