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Lichtenfels

Viele PS, aber auch viele Sorgen

Zum zehnten Mal findet das Lichtenfelser Truck-Treffen statt. 400 Zugmaschinen sind zu bewundern. Den Fahrern macht jedoch die enorme Konkurrenz zu schaffen.



Fernfahrer Danny Gretsch vor seinem Friedens-Truck. Er war ein oft fotografiertes Motiv beim Trucker-Treffen in Lichtenfels.	Fotos: Rainer Glissnik
Fernfahrer Danny Gretsch vor seinem Friedens-Truck. Er war ein oft fotografiertes Motiv beim Trucker-Treffen in Lichtenfels. Fotos: Rainer Glissnik   » zu den Bildern

Lichtenfels - Die "Franken-Strolche" haben am Wochenende in Lichtenfels zum zehnten Mal ihr Truck-Festival veranstaltet. 400 Zugmaschinen aus ganz Deutschland und Österreich waren dazu nach Oberfranken gekommen.

Ein Truck für den Frieden

Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz war hin und weg: "Er hat die Botschaft auf seinem Wagen, die wir alle brauchen: Make Peace not war!" Gemeint war das Gefährt von Danny Gretsch - "das Friedens-Auto", wie Jungkunz es nannte. Er hofft, dass viele der Festivalbesucher von dieser Botschaft berührt würden. "Auf die Idee kam mein Chef Günter Pille", erklärte Danny Gretsch. Zunächst sei die Zugmaschine, dann auch den Auflieger umgestaltet worden. Ihm sei es wichtig, diese Botschaft zu vermitteln. "Ich bin stolz, dieses Auto fahren zu dürfen", sagte der Trucker. Günter Pille aus Lohne treiben die vielen Konflikte in der Welt um, wie er anschließend selbst erklärte. Er wollte einen Truck, der die Menschen zum Nachdenken und Erkennen bringt. Dass Pille es ernst meint mit seinem Engagement für Menschen, beweist er seit Jahren zusammen mit seiner Frau Ulla. 112 000 Euro sammelten die beiden in den vergangenen Jahren mit ihrem gemeinnützigen Verein "Gebrochene Kinderherzen" für Familien mit krebskranken Kindern. Mit dem Geld helfen sie, finanzielle Not zu lindern, besorgen medizinische Geräte, die von Krankenkassen nicht übernommen werden oder erfüllen todgeweihten Kindern einen langersehnten Traum. Parallel dazu hat das Ehepaar schon vier Hilfskonvois nach Polen, in die Ukraine und nach Moskau begleitet. Das Engagement für Kinder treibt die Pilles an, seit sie einen Sohn durch eine Krebserkrankung verloren haben. Auch aus diesem Grund wollen sie die Botschaft "Nie wieder Krieg" verbreitet wissen.

 

"Habt Respekt vor dieser Leistung", appellierte Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz an die Zuhörer. Die gesamte Gesellschaft hänge von der Leistung der Fernfahrer ab. Die Speditionen stünden in einem enormen Konkurrenzkampf. "Aushalten müssen diesen Wettbewerb die Menschen." Der Druck und die Angst vor Fahrern aus anderen Ländern sei enorm, meinte der Betriebsseelsorger.

 

Immer öfter weigerten sich TÜV und Dekra, mit Beleuchtungen ausgestattete Fahrzeuge abzunehmen, erklärte Journalist Jan Bergrath beimFernfahrer-Frühschoppen. Immer öfter erlebten Fernfahrer, dass sie diese abbauen müssen. Es gebe aber Bemühungen, gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium Lösungen zu erarbeiten. Möglich sei etwa ein Schalter, der zumindest bei stehenden Trucks eine attraktive Beleuchtung ermöglicht. Das Bundesverkehrsministerium habe schon anerkannt, dass das für viele Fahrer einfach eine große Freude ist, und für Motivation und Begeisterung sorgt. Der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich dankte den Franken-Strolchen für ihr Engagement. Er unterstrich, wie wichtig es ist, dass alle an einem Strang ziehen und gab den Startschuss für den Wettbewerb "Zieh den Strolch".

Thomas Weser und Matthias Lange waren einst Gründer des Lichtenfelser Trucker-Treffens, erinnerte Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz. Die harten Männer und Frauen in ihren PS-starken Fahrzeugen haben auch ein Herz für kranke Menschen unter dem Motto "ein Lachen verschenken für Menschen, denen es nicht so gut geht". In diesem Jahr werden erneut die Klinik-Clowns Lichtenfels unterstützt.

"Wie kommt ein verunglückter Fernfahrer aus seinem Führerhaus?" Um diese Frage zu klären, zeigten die Feuerwehr Lichtenfels und das Lichtenfelser Rote Kreuz eindrucksvoll, wie sie auch für diese Spezialfälle gerüstet sind. Grundlage ist dafür eine "Lastwagen-Rettungsplattform". Dadurch kommen die Retter gleich auf die richtige Höhe.

"Jeder von uns muss auch Verantwortung für andere übernehmen": Mit diesen Worten eröffnete Pastoralreferent und Fernfahrerseelsorger Norbert Jungkunz die Andacht zum zehnten Trucker- und Country-Festival in Lichtenfels.

Jeder könne Zeichen der Hoffnung setzen, erklärte anschließend Pastoralreferent Hans Gilg aus Augsburg. Allein schon, wenn alle eine Rettungsgasse bildeten, damit Hilfe kommen könne. Dieses Bild griff Diakon Georg Steinmetz auf. Die Betriebsseelsorge sei eng bei den Gewerkschaften, wenn es darum gehe, Wege zu bahnen, damit gute Arbeitsbedingungen herrschten.

Während der Andacht wurden auch zwei neue Trucks und deren Fahrer gesegnet: Markus Nützel aus Hirschaid und Tobias Schmitt aus Scheinfeld.

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Rainer Glissnik
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Veröffentlicht am:
09. 09. 2019
17:02 Uhr

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Rainer Glissnik

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Veröffentlicht am:
09. 09. 2019
17:02 Uhr



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