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Leitartikel

Acht

Acht. Gerade mal Schulkind. Alles, aber auch wirklich alles, was Leben heißt, lag noch vor der Kleinen. Acht - diese Zahl schlägt eine weitere, so tiefe Wunde in die verletzte britische Nation.



Acht Jahre alt war das jüngste Opfer des feigen Attentäters, der in Manchester nach einem Pop-Konzert eine Bombe zündete. Bewusst, voller teuflischer Absicht, um möglichst viele junge Menschen zu töten und zu verletzen, wählte der Attentäter seinen Tatort aus. Wie in Paris im Music-Club Bataclan, wie in Berlin auf dem Weihnachtsmarkt: Orte, an denen Freude lebt und Menschen fröhlich sind, sind den hirnverbrannten Unmenschen ein Dorn im Auge.

 

Unfassbar ist die Tat, unendlich die Trauer. 22 Menschen, außer dem achtjährigen Mädchen weitere Jugendliche und Erwachsene, sind tot. Großbritannien ist erstarrt vor Wut und Ohnmacht angesichts des Grauens. Warum? Die Kardinalfrage an diesem Tag nach dem Anschlag. Warum mussten die Menschen sterben? Welche wahnsinnige Ideologie steckt hinter diesem weiteren Verbrechen gegen die Menschlichkeit - und gegen die Menschheit? Warum regiert dieser unerklärliche Hass die Mörderbanden des Terrorismus? Was können wir alle dagegen tun, was muss die Staatengemeinschaft tun?

Die geistig völlig verblendeten selbst ernannten Soldaten des Islamischen Staates, des IS, reklamieren den Anschlag auf die Kinder und Jugendlichen Manchesters für sich. Im Namen des IS, im Namen des Dschihad - und in letzter Konsequenz im Namen Allahs töten sie wieder und wieder und wieder. Sie nähren sich vom Hass auf den Westen. Je mehr der IS an Boden in seinen Kerngebieten in Syrien und im Irak verliert, desto grausamer sind seine Terroranschläge. Die Miliz will sich damit an den Staaten rächen, die als Teil der Weltgemeinschaft die mordende Bande bekämpft.

 

Ein entscheidender Faktor in der vom Bürgerkrieg entstellten und gequälten Region im Nahen Osten ist der Riss, der durch den Islam geht. Der jahrhundertealte Kampf der Hauptströmungen Schiiten und Sunniten gegeneinander nährt immer neue Generationen von Kämpferbrigaden mit unversöhnlichen und hasserfüllten Soldaten. Solange diese beiden Blöcke waffenstarrend gegeneinander antreten und jede Form vom Annäherung oder gar Kompromiss mit Raketen und Granaten zerstören, solange ist der Graben unüberwindbar. Nicht erst seit Manchester werden Forderungen laut, in einer starken und gemeinsamen Aktion den IS auszuradieren. Doch Zweifel am Erfolg sind angebracht - Gewalt erzeugt immer mehr Gewalt, der Krieg nährt sich am besten von Blut und Hass.

 

Was bleibt? Der Terror darf nicht siegen. Die Menschen müssen auch angesichts der Bilder von Paris, Berlin und Manchester zusammenstehen und gemeinsam jene Werte verteidigen und offen leben, die Demokratien auszeichnen. Wir müssen diese Werte sichern und schützen. Mit Stärke, Kraft und Vernunft - Freiheit ist das Einzige, was zählt. Menschen, die mit Bomben gezielt oder wahllos töten, haben ihre Freiheit längst verloren. Es gibt Gesetze - sie müssen angewendet werden. Strikt und ausnahmslos. Es gibt Strukturen, die Informationen beschaffen - sie müssen ausgewertet werden. Europa und die westliche Welt sind größer, stärker und widerstandsfähiger als der Wahnsinn des IS. Wir alle müssen dies Tag für Tag beweisen und leben - im Gedenken an ein Mädchen, das Freiheit nie kennenlernen durfte. Das mit acht sterben musste.

Autor

Maximilian Busl
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Veröffentlicht am:
23. 05. 2017
21:33 Uhr

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Maximilian Busl

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Veröffentlicht am:
23. 05. 2017
21:33 Uhr



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