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Länderspiegel

A 9 eine der Hauptrouten des internationalen Drogenhandels

Die Organisierte Kriminalität verursacht in Bayern in nur einem Jahr einen Schaden von 169 Millionen Euro. Durch Oberfranken führt eine wichtige Achse für Rauschgifthändler.



München/Hof/Bayreuth - In Bayern wurden 2018 insgesamt 78 Verfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) geführt, fünf davon in Oberfranken. Damit blieb das Lagebild im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert, wie aus den am Montag von Innenminister Joachim Herrmann und Justizminister Georg Eisenreich (beide CSU) vorgelegten Daten hervorgeht. Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten 917 Tatverdächtige, fast drei Viertel davon stammten aus dem Ausland. Die meisten davon reisten zur Begehung der Straftaten nach Bayern ein oder verübten die Taten vom Ausland aus.

Hauptdeliktsfeld der OK war die Rauschgiftkriminalität mit knapp einem Drittel der Fälle. In Oberfranken erweist sich nach Recherchen unserer Zeitung vor allem die Autobahn A 9 als eine der Hauptrouten des international organisierten Rauschgifthandels. Immer wieder werfen spektakuläre Aufgriffe des Zolls und der Polizei ein Licht darauf, in welchem Ausmaß hier Drogen bewegt werden. Vor dem Landgericht Hof läuft gegenwärtig ein Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder einer Bande, die im Frühling und Sommer 2018 mehr als eine Tonne Marihuana aus Spanien einschmuggeln ließ.

Eisenreich kündigte die Schaffung von Spezialabteilungen für internationale Kriminalität an allen Staatsanwaltschaften in Grenznähe an: "Wir interessieren uns nicht nur für die kleinen Fische, sondern auch für die Haupttäter und Strukturen dahinter." Herrmann ergänzte, die Zahlen seien Beleg dafür, "dass Organisierte Kriminalität in wesentlichen Bereichen international verflochten ist". Die meisten ausländischen Tatverdächtigen stammten aus der Türkei, gefolgt von Irak, Großbritannien und Syrien.

Dem Hauptdeliktsfeld der Rauschgiftkriminalität folgten Schleusungs- und Wirtschaftsdelikte mit jeweils fast 20 Prozent. Am häufigsten waren Bürger bei Betrugsfällen mit dem "Enkeltrick" oder durch Anrufe falscher Polizeibeamter betroffen. Sieben der 78 OK-Verfahren betrafen diesen Bereich. Immer wieder stießen die Ermittler in allen Bereichen auf Fälle von Geldwäsche. Bei den aufgedeckten Fällen errechneten die Ermittler einen Schaden von 169 Millionen Euro, der Reinertrag für die OK-Täter belief sich auf mindestens 84 Millionen Euro.

Autor

Jürgen Umlauft, Joachim Dankbar
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Veröffentlicht am:
16. 12. 2019
20:04 Uhr

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Jürgen Umlauft, Joachim Dankbar

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Veröffentlicht am:
16. 12. 2019
20:04 Uhr



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