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Länderspiegel

Bahn legt bei Untersteinach Gleise tiefer

Die Oberfranken-Achse behält alle Optionen: Weil die Brücken zu niedrig geplant sind, reagiert die Bahn nun. So bleibt die Elektrifizierung möglich.



Kulmbach/Münchberg - Die Oberfranken-Achse behält trotz der zu niedrig geplanten Brücken im Bereich der Ortsumgehung von Untersteinach die Möglichkeit einer Elektrifizierung. Darauf haben sich Vertreter der Regierung von Oberfranken mit Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz an der Spitze, des Staatlichen Bauamts Bayreuth und der DB Netz AG Nürnberg gestern geeinigt.

Die Kulmbacher Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) zeigt sich zufrieden: "Die wichtigsten Ziele sind erreicht. Eine spätere Elektrifizierung dieser wichtigen Bahnstrecke bleibt weiterhin möglich, es müssen keine Brücken abgerissen werden und auch einen Baustopp für die Umgehungsstraße wird es nicht geben."

Die Lösung für das Problem: Die Bahn wird die Gleise tieferlegen, falls es zu einem Ausbau der Oberfranken-Achse zwischen Kulmbach und Münchberg kommen sollte. Zeulner war persönlich beim Bundesverkehrsminister, als vor einigen Monaten die Problematik rund um das etwa 50 Millionen Euro teure Bauprojekt bei Untersteinach öffentlich bekannt geworden war.

Die gerade erst im Bau befindlichen Brücken sind für eine spätere Elektrifizierung der Bahnstrecke um einen knappen Meter zu niedrig. Nicht nur Zeulner hatte von einem "Schildbürgerstreich" gesprochen. Kommunalparlamente in mehreren Landkreisen verabschiedeten Resolutionen mit der Forderung, dass die zu niedrigen Brückenbauten eine wichtige Zukunftsentscheidung für die Bahnanbindung nicht zu Fall bringen dürften.

In Bayreuth wurden gestern, wie die Regierung mitteilt, Fragen der technischen Machbarkeit für die Baudurchführung der Straßenüberführungen im Zuge der Ortsumgehung Untersteinach mit der Bahnlinie Hochstadt/Marktzeuln - Kulmbach - Hof erörtert. In einer Erklärung heißt es: "Prämisse dabei ist, dass die bestandskräftig planfestgestellte Trasse der Bundesstraße 289 bei Untersteinach beizubehalten ist. Ziel war es, zu prüfen, ob durch eine Anhebung der Bundesstraße 289 oder durch eine Absenkung der Bahntrasse eine ausreichende Durchfahrtshöhe bei den Kreuzungsbauwerken gewährleistet werden kann, um eine spätere Elektrifizierung der Bahnstrecke Marktzeuln - Hof zu ermöglichen."

Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer, dass eine Anhebung der Gradiente der Bundesstraße 289 und der dadurch verursachten Zeitverzögerung beim Bau beziehungsweise einer Ergänzung des Baurechts nach einer Prüfung durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr wegen des fortgeschrittenen Baustandes dieser Umgehungsstraße keinen Sinn macht. Nicht zuletzt würden dadurch auch die Kosten für das ohnehin bereits sehr teure Projekt nochmals deutlich steigen.

Dazu kommt der Umstand, dass momentan noch niemand weiß, wann die Elektrifizierung der Bahnstrecke verwirklicht wird. Bislang ist dieses Projekt nicht in der konkreten Planung.

Eine Absenkung der Bahntrasse in Teilbereichen der sich im Bau befindlichen Bundesstraßenverlegung sei aus derzeitiger Sicht technisch grundsätzlich möglich, waren sich die Gesprächspartner einig. Im Bereich des bereits fertiggestellten Brückenbauwerkes und der im Bau befindlichen Galerie an der Schorgasttalbrücke würde wegen der Tiefgründung der Brückenbauwerke eine Absenkung der Bahnlinie keine Auswirkungen auf die Standfestigkeit der Brücken nach sich ziehen. Ein späterer Abbruch beider Brückenbauwerke, wie Fachleute bereits befürchtet hatten, werde daher nicht erforderlich.

Zu dem Thema werde es weitere Abstimmungen und Gespräche geben, versicherte gestern die Regierung. Alle Beteiligten hätten versichert, mit Nachdruck an einer zukunftssicheren Lösung mitzuarbeiten, heißt es abschließend.

Autor

Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
11. 01. 2018
21:06 Uhr

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11. 01. 2018
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