Bayreuth - Eine Baustelle sind der Bezirk Oberfranken und seine Kliniken längst - gerade wird die Grube für ein neues Verwaltungsgebäude an der Cottenbacher Straße in Bayreuth ausgehoben, ein Wohnheim für Personal der Kliniken geht der Fertigstellung entgegen.

Schlag auf Schlag soll es weitergehen: In zwei Jahren die Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit einer nahezu verdoppelten Zahl von Behandlungsplätzen, ein fünfter Bauabschnitt der Forensik, und für rund sieben Millionen Euro soll es eine neue heilpädagogische Station für geistig und mehrfach behinderte Menschen mit psychischer Erkrankung geben.

Dabei ist Bayreuth nicht einmal die größte Baustelle des Bezirks und seiner Gesundheitseinrichtungen (Gebo): Auf 140 Millionen Euro werden die Bauabschnitte in Kutzenberg (Abschnitt eins für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Abschnitt zwei von 2026 an für Rheumatologie und eine Lungenfachklinik), die gerade ins Krankenhausbauprogramm des Freistaates aufgenommen wurden, veranschlagt.

Stolze 500 Millionen Euro wollen der Bezirk und die Gebo bis zum Jahr 2032 in 40 Einzelbaumaßnahmen investieren. Einige Projekte wurden schon vor der Neuwahl des Bezirkstags vor einem Jahr in Angriff genommen, aber der jetzige Präsident Henry Schramm macht deutlich, dass ihm dieses Zukunftsprojekt eine Herzensangelegenheit ist.

Der Bezirk sei zuständig für Menschen, mit denen es das Leben nicht so gut gemeint habe, und er sei in die Politik gegangen, um Menschen zu helfen und Dinge zu verbessern, sagte er bei Vorstellung des Masterplans. Um medizinische und rechtliche Standards zu erfüllen und eine individualisierte Behandlung der Patienten zu ermöglichen, brauche es die Neu- und Umbauten, sagt Ärztlicher Direktor Prof. Thomas Kallert. Die gute Atmosphäre in Kliniken und Ambulanzen sei wichtig, um den Behandlungserfolg zu unterstützen.

Gebo-Vorstand Katja Bittner erzählt, ein Mitarbeiter habe ihr einmal die Notwendigkeit der Modernisierung mit folgenden Worten vor Augen geführt: "Überlegen Sie, ob Sie Ihre eigenen Angehörigen hier behandelt haben wollen." Die anstehenden Veränderungen seien dringend notwendig - nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Mitarbeiter, die man halten oder gewinnen wolle, sagt Bittner. Schrittweise sollten die Projekte in Angriff genommen werden, um die Belastung für alle Beteiligten in Grenzen zu halten. Was finanziell auf die Gebo genau zukommt, könne sie noch nicht sagen, hänge von immer neuen politischen Vorgaben und der Baukostenentwicklung ab. Jedes Jahr werde sich die Gebo mit dem Bezirk deshalb abstimmen.

Noch in der Neubauplanung berücksichtigt werden soll die neue Vorgabe des Sozialministeriums, psychisch kranke Straftäter mit hohem Gewaltpotenzial künftig nicht mehr nur in Straubing, sondern in allen forensischen Kliniken der Bezirkskrankenhäuser unterzubringen.

Man denke nun über mehr Einzelzimmer im Neubau der Bayreuther Forensik nach, aber die Gesamtkapazität von rund 200 dort untergebrachten Straftätern im Maßregelvollzug solle nicht steigen, sagte Bittner.

Auf Nachfrage unserer Zeitung, wie viele Verlegungen nach Bayreuth sie erwartet, antwortet Bittner: Aus der Bayreuther Forensik seien nur sehr vereinzelt Straftäter nach Straubing verlegt worden, vielleicht einer im Jahr. Womit sie wohl sagen will: Umgekehrt sollten es auch nicht mehr sein.