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Betrugsverdacht: Sechsstellige Summe aus Spielbank verschwunden

Eine Bürokraft soll über Jahre hinweg heimlich Geld abgezweigt haben. So ist dem Haus wohl ein Schaden im sechsstelligen Bereich entstanden. Spieler seien nicht geschädigt.



Bad Steben - Eigentlich hätte Udo Braunersreuther in seiner Jahresbilanz viele positive Entwicklungen zu melden. Die Besucherzahlen sind so stark gestiegen wie in keiner anderen Spielbank im Freistaat, der Ertrag ist im Vergleich zum Vorjahr ebenso tüchtig gewachsen. Doch hat der Direktor der Spielbank Bad Steben einige turbulente Wochen hinter sich: Bei einer internen Prüfung der Zahlen kam der Verdacht auf, dass jemand aus seinen eigenen Reihen Geld auf die Seite gebracht haben muss. Der anfänglichen Vermutung folgten Untersuchungen, mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft; der verdächtigten Person wurde fristlos gekündigt, die Polizei hat unter anderem bereits ihr Haus durchsucht. Am Freitag haben die restlichen Mitarbeiter von dem Vorfall erfahren.

"Wir gehen davon aus, dass mit erheblicher krimineller Energie vorgegangen wurde", sagt Udo Braunersreuther unserer Zeitung. Die verdächtige Person habe wohl über Jahre hinweg Geld aus dem Verwaltungsbereich abgezweigt und das so geschickt getarnt, dass selbst bei regelmäßigen Prüfungen der Bücher lange niemand etwas merkte. "Wir sprechen hier auch von Urkundenfälschung", sagt der Spielbank-Direktor. Er betont: "Weder der Spielbetrieb noch die Abgaben, die wir als Spielbank an die Kommune und ans Land leisten, sind davon betroffen." Der Schaden liege beim Haus selbst. Er sei "hoch sechsstellig".

In Abstimmung mit der Hofer Staatsanwaltschaft hat sich Braunersreuther nun an die Presse gewandt - lieber wolle er "die Bombe kontrolliert zum Platzen bringen" und sachlich informieren, als dass wilde Gerüchte durch die Region wucherten. Fakt ist: Eine interne Prüfung hatte im November Unregelmäßigkeiten in den Büchern hervorgebracht. "Das haben auch die zahlreichen internen und externen Prüfungs- und Kontrollmechanismen nicht aufgezeigt", berichtet Braunersreuther. Im Verlauf der vergangenen Wochen sei immer deutlicher geworden, welche Ausmaße der Betrug wohl tatsächlich habe. Dementsprechend hätten am Freitag Enttäuschung und Unglaube unter den 45 Mitarbeitern vorgeherrscht, als er auf der Personalversammlung von dem Verdacht berichtet habe, sagt Braunersreuther. Mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen könne er keine weiteren Informationen herausgeben, bittet er um Verständnis. Und betont wiederholt, dass der Vorfall mit dem Spielbetrieb nichts zu tun habe.

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Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2018
08:09 Uhr

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Christoph Plass

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16. 01. 2018
08:09 Uhr



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