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Länderspiegel

Der Hausärzte-Mangel in Oberfranken verschärft sich

Im Regierungsbezirk könnten vom Fleck weg nahezu 30 praktische Ärzte die Arbeit aufnehmen. Besonders groß ist der Bedarf in Coburg, Wunsiedel und Lichtenfels.



Bayreuth - Menschen auf dem Land fühlen sich bei der medizinischen Versorgung zunehmend abgehängt. Je kleiner die Wohnorte sind, desto größer ist laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa die Unzufriedenheit mit der ärztlichen Versorgung; die Umfrage war von der Krankenkasse AOK in Auftrag gegeben worden. Vor allem in ländlichen Regionen beklagen demnach die Befragten, dass sich in den vergangenen Jahren die Situation verschlechtert habe. Wie nahe derartige Umfragen an der Realität sein können, zeigt sich besonders deutlich im Norden Bayerns: Alleine in Oberfranken sind derzeit 29,5 Hausarzt-Sitze frei. In ganz Bayern könnten auf der Stelle 226,5 Hausärzte ihren Dienst antreten.

Nach aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) ist im Planungsbereich Coburg der Bedarf an Hausärzten besonders hoch; hier sind derzeit 7,5 Arztsitze vakant. Auffallend viele freie Arztsitze gibt es auch im Landkreis Lichtenfels (4,5) und im Raum Wunsiedel/Marktredwitz (5). Den niedrigsten Versorgungsgrad in ganz Oberfranken weist mit 79,7 Prozent der Versorgungsbereich Speichersdorf auf, zu dem Speichersdorf und Creußen gehören. Dieser Bereich, in dem drei Sitze frei sind, wird bereits in der Kategorie "Drohende Unterversorgung" geführt. Der Landkreis Hof und der Raum Kulmbach, Himmelkron, Bayreuth gelten dagegen als überversorgt.

Die Lage bleibt angespannt: "In den nächsten Jahren ist eine große Versorgungslücke zu erwarten, wenn viele unserer Mitglieder in den Ruhestand gehen", teilt KVB-Pressesprecherin Birgit Grain auf Anfrage unserer Zeitung mit: "Derzeit sind rund 36 Prozent der niedergelassenen Hausärzte in Bayern älter als 60 Jahre." In Teilen Oberfrankens sind die Ärzte noch älter. Beispiel Wunsiedel: Hier haben 60 Prozent der Hausärzte den 60. Geburtstag bereits hinter sich.

Die Probleme auf dem Land sind auch den Krankenkassen bewusst. Die AOK will mit der neuen Initiative "Stadt. Land. Gesund." die Versorgung verbessern. Dafür setzt sie nicht in jedem Fall auf den Landarzt vor Ort, sondern auch auf alternative Ansätze. Dazu gehören Versorgungs-Assistenten, die in Abstimmung mit dem Arzt chronisch Kranke betreuen, ebenso wie der Ausbau von Video-Sprechstunden.

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Thomas Scharnagl

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Veröffentlicht am:
12. 03. 2019
20:54 Uhr

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Thomas Scharnagl

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12. 03. 2019
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