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Länderspiegel

Der braune Spuk im Nirgendwo

Die Straßen sind menschenleer, die Rollläden dicht: Die Neonazis marschieren in Wunsiedel im völligen Abseits. Warum brauchen sie das?



Stehen mit ihren Fackeln im Abseits: Die Teilnehmer des rechten "Heldengedenkens" marschieren durch ein Wohngebiet.
Stehen mit ihren Fackeln im Abseits: Die Teilnehmer des rechten "Heldengedenkens" marschieren durch ein Wohngebiet.   Foto: Florian Miedl

16.11.2019 - Demos in Wunsiedel - Foto: Florian Miedl

Demos in Wunsiedel Wunsiedel
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Wunsiedel - Der "Spiegel"-Journalist Hasnain Kazim hat als Korrespondent schon viel gesehen und erlebt. Aber angesichts des Neonazi-Umzugs am Samstag in Wunsiedel ist der renommierte Politik-Journalist dann doch mehr als erstaunt. Man könnte fast sagen: Er ist in gewisser Weise fassungslos. "Das ist ja schräg. In einem Wohngebiet marschieren die rum - ein kleines Häuflein", sagt Kazim am Abend, als er in Wunsiedel als Beitrag zu den vielen Aktionen des Netzwerks "Wunsiedel ist bunt" über seine Dialoge mit wütenden, hasserfüllten Lesern spricht. Auf

Facebook schreibt er an diesem Tag: "Ich gucke Nazis in Wunsiedel. Shit, ich habe die Bananen zum Füttern vergessen."

Kleine Vorgärten, leere Straßen: Die Zone, die den Rechtsextremisten in Wunsiedel Jahr für Jahr zugeteilt wird, ist völlig unspektakulär. Oder, wie es Andreas Hartmann von der Satirepartei "Die Partei" formuliert, "erstaunlich langweilig". Der Aufzug, den die Neonazis hier veranstalten, wirkt bizarr: Es fühlt sich an, als wäre man in eine TV-Doku über das Jahr 1933 hineinmontiert worden. Ein Fackelzug grimmig blickender, schwarzgewandeter Gestalten schiebt sich an einem vorbei von der Goethestraße in die Weißenstädter Straße im Wunsiedler Norden, aus einem Lautsprecher-Wagen hallt dazu klassische Trauermusik. Ernst schreiten die Kranzträger voran. In der ersten Reihe aber laufen sie nicht. Vor ihnen fahren Streifenwagen der Polizei mit aufblitzendem Blaulicht, dann kommt eine Staffel der Bereitschaftspolizei. Ebenfalls in Schwarz. Die Polizistinnen und Polizisten sichern das "Heldengedenken” der rechtsextremistischen Partei "Der Dritte Weg” ab.

Was soll diese Veranstaltung irgendwo im Nirgendwo? "Es geht hier in Wunsiedel nicht darum, die Öffentlichkeit zu erreichen", sagt Martin Becher, der Geschäftsführer des bayerischen Bündnisses für Toleranz, Demokratie und Menschenwürde. Von dem Aufmarsch der Neonazis sei keine Botschaft zu erkennen. Becher sieht in dieser Veranstaltung - das Wort Demonstration passt nach seiner Einschätzung nicht - einen reinen Selbstzweck: "Die Nazis marschieren hier, um sich ihrer selbst und ihrer eigenen Wurzeln zu vergewissern." Es gehe einzig und allein um die Selbstinszenierung - und im Prinzip auch um die Motivation nach innen: "Sie können sich danach an den selbst gemachten Bildern berauschen."

Mit seiner Einschätzung steht Becher nicht allein: "Die wollen ihren Inner Circle stärken", betont Arno Speiser, der sich seit Jahren mit dem Thema Neonazis befasst und für das Projekt "Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern" tätig ist. "Die Kleinstpartei ,Der Dritte Weg‘ muss sich selbst beweisen, dass sie wichtig ist", sagt er.

Der Aufmarsch in diesem Jahr fiel deutlich kleiner aus als in den vergangenen Jahren, stellt Speiser fest. Als harmlos stuft er ihn aber nicht ein. Auch Martin Becher hält das große Polizeiaufgebot für richtig angesichts der "Gefährlichkeit der Leute". Als Redner in Wunsiedel traten zum Beispiel der bundesweit bekannte Neonazi Thomas "Steiner” Wulff auf, der mehrfach vorbestraft ist, unter anderem wegen Volksverhetzung. Zu hören war auch der stellvertretende Parteivorsitzende Matthias Fischer, ebenfalls mehrfach vorbestraft.

Ob beim diesjährigen Aufmarsch Reden gehalten wurden, die als Volksverhetzung zu werten sind, ist fraglich: Nach der Einschätzung von Arno Speiser haben sich die Redner immer an der Linie unterhalb der Volksverhetzung bewegt. Julian Bender, Gebietsverbandsleiter Westdeutschland von "Der Dritte Weg”, hielt die Hauptrede: Triefend vor Pathos, versiert im völkischen Propaganda-Sprech der Nationalsozialisten leugnete er geschichtliche Wahrheit und schmähte die deutsche Nachkriegs-Demokratie als "Verrat am Volk”. Die Rechten hingen an seinen Lippen.

Hasnain Kazim kann das alles nicht so recht glauben: "Und wenn noch einmal jemand behauptet, es gebe keine Meinungsfreiheit in Deutschland: Diese hirnlosen Idioten dürfen in Deutschland eine Kundgebung machen - wie viel Meinungsfreiheit mehr kann es geben?", schreibt er auf Facebook.

Autor

Thomas Scharnagl, Rainer Maier
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 11. 2019
17:46 Uhr

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Autor

Thomas Scharnagl, Rainer Maier

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Veröffentlicht am:
17. 11. 2019
17:46 Uhr



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