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Länderspiegel

Die Früchte sind vollreif und saftig-süß"

Melonen aus Oberfranken? Das gibt es in Bamberg. Gartenbauingenieurin Birgit Rascher erwartet eine reiche Ernte.



Gartenbauingenieurin Birgit Rascher erntet auf dem Melonenacker des Gemüsebauversuchsbetriebs Bamberg der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) Wassermelonen. Foto: LWG
Gartenbauingenieurin Birgit Rascher erntet auf dem Melonenacker des Gemüsebauversuchsbetriebs Bamberg der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) Wassermelonen. Foto: LWG  

Bamberg - Ursprünglich stammen Wassermelonen aus der Kalahari-Wüste im südlichen Afrika - jetzt wachsen sie in Oberfranken. Die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim baut im Versuchsbetrieb Bamberg schon im zweiten Jahr Wassermelonen an. Gartenbauingenieurin Birgit Rascher ist verantwortlich für die Planung und Auswertung von Feldversuchen im ökologischen Gemüsebau.

 

Frau Rascher, ich hielt das zunächst für einen Scherz: Wassermelonen wachsen in Bayern?

Wir ernten schon. Als Versuchsanstalt ist unsere Aufgabe auch die Innovation. Wir erproben Einkommensmöglichkeiten für den Erwerbsgartenbau. Vor 20, 25 Jahren hätte man in unserem Raum wohl keine Wassermelonen im Freiland ausprobiert. Inzwischen machen wir es im zweiten Jahr.

 

Wie sind Ihre Erfahrungen?

Es ist nicht ganz einfach. Aber es geht. Den ersten Satz haben wir im März gesät und im April gepflanzt. Der zweite folgte vier Wochen später.

 

Noch vor den Eisheiligen. Mutig!

Der erste Satz hat unter der Vlies-Abdeckung Minus 1,5 Grad Celsius mitgemacht, weil es im Mai noch einmal gefroren hat. Die meisten Pflanzen haben das gut geschafft. Wir ernten seit einer Woche. Der zweite Satz hat angesetzt, ist aber noch nicht erntereif.

 

Und schmeckt’s?

Es schmeckt. Die Früchte sind vollreif und saftig-süß.

 

Ist der Melonenanbau tatsächlich eine Option in Nordbayern?

In der Direktvermarktung auf jeden Fall, wenn man eine gewisse Risikostreuung hat. Ob das im großen Anbau hektarweise kommt, kann ich jetzt noch nicht beantworten. Aber vom Grundsatz her ist heimischer Melonenanbau möglich, wenn der Verbraucher bereit ist, das auch zu bezahlen.

 

Was ist bei Melonen das
Knifflige?

Die Schwierigkeit ist, die Pflanzen gesund zu erhalten, bis die Früchte reif sind. Es gibt Pilzkrankheiten, die die Wurzel angreifen, und der echte Mehltau zerstört die Blätter.

 

Was haben Sie anders gemacht als im ersten Versuchsjahr?

Statt Stroh haben wir nun doch eine Mulchfolie verwendet. Eigentlich wollten wir kein Plastik auf dem Acker, aber unter dem Stroh war der Boden einfach zu kalt. Und wir haben die Bewässerung von Überkopfbewässerung auf Tröpfchenbewässerung durch Schläuche umgestellt. Dabei hat sich aber jetzt gezeigt, dass der Boden nicht gleichmäßig genug durchfeuchtet. Wir wissen noch nicht, wie wir das nächstes Jahr lösen. Das ist eine Aufgabe für den Winter.

 

Brauchen Melonen viel Wasser?

Nein, der Wasserverbrauch ist ganz normal. Die Früchte heißen Wassermelone, weil sie so viel Wasser speichern, nicht, weil sie so viel Wasser verbrauchen.

 

Wie groß wird Ihre Ernte ausfallen?

In diesem Jahr rechnen wir auf unserem 1500 Quadratmeter großem Melonenacker mit 2500 Pflanzen mit einer Ernte von etwa 4000 Früchten.

 

Wer soll die alle essen?

Wir essen natürlich selber welche, aber wir können nicht den ganzen Acker leer essen. Wir spenden das alles der Bamberger Tafel.

 

Gibt es noch andere Exoten, mit denen Sie experimentieren?

In den letzten Jahren liefen Versuche mit Süßkartoffeln, die normalerweise auf dem 40. Breitengrad wachsen. Wir sind hier auf dem 49. Wir experimentieren zudem mit Ingwer.

 

Und Melonen?

Wir werden auf jeden Fall nächstes Jahr noch einmal Wassermelonen anbauen, in der Hoffnung, dass wir dann die bestmögliche Kulturmethode für unseren Raum herausfinden. Wir experimentieren heuer zudem im ersten Jahr mit Zucker- und Honigmelonen, aber im Folientunnel. Das Gespräch führte

Christine Ascherl

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
24. 07. 2019
20:54 Uhr

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24. 07. 2019
20:54 Uhr



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