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Ein ganzer Bauernhof in Schutt und Asche

Der Hof der Familie Groppweiß in Menchau im Landkreis Kulmbach ist nahezu völlig abgebrannt. Der Hofbesitzer erleidet bei Löschversuchen schwere Verletzungen. Helfer retten Kühe und Schweine aus dem brennenden Stall.



Bauernhof in Schutt und Asche
Am Donnerstagabend ist der Brand noch immer nicht vollständig gelöscht.   Foto: Melitta Burger

Thurnau/Menchau - Die Familie Groppweiß aus Menchau steht vor den Trümmern ihrer Existenz. Praktisch der gesamte Bauernhof der Familie, mitten im Ortskern gelegen, ist am Donnerstagnachmittag ein Raub der Flammen geworden. Scheunen, Stallungen, die Futtervorräte für das Vieh im Winter und auch das Wohnhaus der Familie brannten völlig nieder. Obwohl mehr als 200 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus der gesamten Region im Einsatz waren, konnten die Gebäude nicht mehr gerettet werden. Der 42-jährige Hofbesitzer Harald Groppweiß erlitt beim Versuch, das Feuer zu löschen und Tier- und Sachwerte zu retten, nach Angaben der Polizei schwere Brandverletzungen. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Auch seine 36-jährige Ehefrau Petra wurde leicht verletzt.

Bis zum Abend mussten auch zwei Feuerwehrleute, die sich während des Löscheinsatzes verletzt hatten, ärztlich versorgt werden. Mutige Helfer, darunter auch benachbarte Landwirte, schafften es aber wenigstens, viele Milchkühe aus den bereits brennenden und stark verrauchten Stallungen zu treiben. Laut Polizeiangaben atmeten dabei zwei Helfer Rauchgase ein. Sie mussten medizinisch behandelt werden. Einsatzkräfte und Helfer retteten einen Großteil der insgesamt über 120 Rinder und Schweine. Dennoch verendeten einige der Tiere, berichtet die Polizei am Donnerstagabend weiter. Zwei Kulmbacher Amtstierärzte waren an den Brandort gerufen worden, um die Tiere zu untersuchen.

10.10.2019 - Bauernhof in Schutt und Asche - Foto: Melitta Burger

Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
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Bauernhof in Schutt und Asche
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Bauernhof in Schutt und Asche
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Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
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Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche

Das Feuer, berichtet Volker Püttner von der Kulmbacher Polizei, ist gegen 14.30 Uhr ausgebrochen und hat sich dann rasend schnell ausgebreitet. In einer der Scheunen hat wohl alles angefangen. Im Nu stand auch noch eine zweite Scheune in Flammen. Dann griff das Feuer aufs Wohnhaus und auch auf die beiden Ställe über, in denen die Milchkühe standen. Als die ersten Feuerwehrleute am Brandort in Menchau eintrafen, standen bereits mehrere Gebäude in hellen Flammen. "Da brennt das halbe Dorf", kommentierte ein sichtlich mitgenommener Feuerwehrmann. Windböen erschwerten den Einsatzkräften die Arbeit: Der Wind ließ immer wieder Flammen auflodern.

Aus dem Bach weiter unten im Dorf wurde Wasser gepumpt. Lange Schlauchleitungen mussten verlegt werden. Mit ganzer Kraft gaben die vielen Retter ihr Bestes, um das gewaltige Flammenmeer in den Griff zu bekommen, das sich auf großer Fläche und auf mindestens fünf Gebäude ausbreitet hatte. Später am Nachmittag wurde dann auch noch das Technische Hilfswerk aus Kulmbach hinzugezogen. Mehrere Notärzte und Rettungswagen waren in Menchau stationiert. Auch die Luftrettung war im Einsatz.

Bewegt verfolgte auch Bürgermeister Martin Bernreuther die Löscharbeiten. Er würdigte die Arbeit der mehr als 200 Helfer: "Wir haben ganz viele fleißige Feuerwehrleute, die gerade versuchen, dieses Feuer in Griff zu bekommen." Bernreuther zeigte sich erleichtert, dass am Nachmittag, zu einer Zeit, während der die meisten Menschen noch auf der Arbeit sind, so viele Retter nach Menchau gekommen waren.

 

Lesen Sie hier die weiteren Artikel zum Großbrand in Menchau >>>

 

Eine großartige Hilfeleistung erbrachten die benachbarten Landwirte. "Die Nachbarschaftshilfe dort draußen stimmt noch", zeigte sich eine Kulmbacher Polizistin erleichtert. Noch am späten Nachmittag waren die ersten Helfer unterwegs, um die Kühe zu melken, die in der ersten Not auf nicht eingezäunte Wiesen getrieben worden waren. Umgehend hatten sich auch da Helfer gefunden, die mit Seilen und Plastikbändern wenigstens notdürftig Flächen absperrten, um zu verhindern, dass die zum Teil sehr unruhigen Tiere davonliefen. Ein Feuerwehrmann aus Menchau, der zunächst die Pumpe bedient hatte, suchte sich umgehend einen Ersatzmann, als es darum ging, die Tiere aus dem Stall zu treiben und begab sich, wie auch andere, selbst in Gefahr, um die Kühe ins Freie zu bringen. Währenddessen kümmerten sich Nachbarn um die drei Kinder der Familie und um deren Großmutter, die ebenfalls auf dem Hof lebt.

Über Rundfunkdurchsagen wurden auch die Verkehrsteilnehmer, die auf der A 70 unterwegs waren, vor Sichtbehinderung durch die dichten Rauchschwaden gewarnt, die nicht nur durchs ganze Dorf, sondern auch auf die Autobahn zogen. Die Rauchsäule über dem Hof in Menchau war stundenlang weithin zu sehen. Sogar in Thurnau konnte man den Brandgeruch noch wahrnehmen.

Insgesamt waren laut Polizei rund 300 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, des Rettungsdienstes und der Polizei im Einsatz.

Wie hoch der Schaden an den Gebäuden des Hofs ist, konnte am Donnerstag noch niemand genau sagen. Es gilt aber als sicher, dass Millionenwerte durch das Feuer vernichtet worden sind. Zur Brandursache konnten am Abend noch keinerlei Angaben gemacht werden. Volker Püttner von der Kulmbacher Polizei kündigte aber bereits an, dass die Brandermittler der Kripo eingeschaltet werden. Doch Spuren für den Auslöser des verheerenden Feuers können erst gesucht werden, wenn Menschen den Brandort wieder betreten können. Am Donnerstagabend brannte das Feuer um 20 Uhr immer noch. Die Löscharbeiten werden Polizeiangaben zufolge bis in die späten Nachtstunden andauern, weshalb auch die Ortsdurchfahrt von Menchau für diese Zeit gesperrt bleibt. Es wird wohl Freitagmorgen werden, bis die Kripo ihre Arbeit beginnen kann.

 

  

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
10. 10. 2019
15:08 Uhr

Aktualisiert am:
10. 10. 2019
20:36 Uhr

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Melitta Burger

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10. 10. 2019
15:08 Uhr

Aktualisiert am:
10. 10. 2019
20:36 Uhr



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