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Länderspiegel

Eingebrochen: Feuerwehr rettet verletztes Pferd

Eine Stute bricht in einem Stall in Oberzaubach mit dem Hinterlauf durch den Boden und bleibt in einem Loch stecken. Der Einsatz erfordert von den Wehrleuten viel Geschick.



Mit Hilfe eines Traktors ziehen die Feuerwehrleute in Oberzaubach das verunglückte Pferd ins Freie. Die spektakuläre Tierrettung hat fast drei Stunden gedauert.
Mit Hilfe eines Traktors ziehen die Feuerwehrleute in Oberzaubach das verunglückte Pferd ins Freie. Die spektakuläre Tierrettung hat fast drei Stunden gedauert.   Foto: Stefan Linß » zu den Bildern

Stadtsteinach/Oberzaubach - Als nach knapp drei Stunden der Einsatz der Feuerwehr am Montagvormittag beendet war, machte sich Erleichterung breit. Trotz mancher Widrigkeiten verlief die Rettungmission in einem Stall im Stadtsteinacher Ortsteil Oberzaubach nach Plan. Das verletzte Pferd ist gerettet. Ob die 15 Jahre alte Stute das Unglück überleben wird oder womöglich doch eingeschläfert werden muss, war am Montag noch unklar.

Die Besitzer des Tieres bedankten sich bei den Helfern für die erfolgreiche Rettungsmission. Mit Geschick haben die Feuerwehren Zaubach und Stadtsteinach die schwierige Aufgabe vorbereitet und umgesetzt. Auch die Wehr aus Bad Berneck, die mit einem Tierhebegeschirr ausgerüstet ist, hat sich entscheidend beteiligt. Insgesamt waren 30 Feuerwehrkameraden im Einsatz, darunter der Einsatzleiter und stellvertretende Zaubacher Kommandant Albert Korzendorfer sowie die beiden Kreisbrandmeister Alexander Reinsch und Manuel Steinl.

Der Unfall ereignete sich gegen 9 Uhr. Das 800 bis 900 Kilogramm schwere Tier befand sich in dem unterkellerten Stall, als plötzlich ein Stück des Bodens nachgab. Das Pferd geriet mit dem Hinterlauf in das Loch und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Es steckte zwischen zwei Metallstäben der Betonarmierung des Bodens fest.

"Solche Einsätze sind nicht allzu häufig", sagte Kreisbrandmeister Manuel Steinl im Gespräch mit der Frankenpost. Die Wehrleute mussten ihr ganzes Geschick aufwenden, um das Tier aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Zunächst sicherten die Kameraden den Betonboden. Dazu brachten sie von unten im Keller mehrere Rüsthölzer an der Decke an und konstruierten einen stabilen Unterbau. Danach arbeiteten die Retter daran, den Hinterlauf des Pferdes frei zu bekommen. Mit technischem Gerät entfernten sie kleinere Stücke der Decke. Währenddessen brachten die Wehrleute im Stall das Tierhebegeschirr in Position.

Eine Tierärztin kümmerte sich um die Stute und verabreichte ihr eine Schlafspritze. Nach einer langen Zeit der Vorbereitung ging es dann mit der eigentlichen Rettung vergleichsweise schnell.

Mit einem mehrfach gesicherten Greifzug und einer Seilwinde hoben die Wehrleute das Pferd vorsichtig an und hievten es auf eine Plane. Ein Traktor half dann dabei, das Tier aus dem Stall ins Freie zu ziehen. Damit das Pferd im Liegen durch die Tür passte, hatte die Feuerwehr zuvor mit Motorsägen einige Bretter im Eingangsbereich entfernt. Die Befreiung glückte. Ob die Feuerwehr das Leben des Tieres gerettet hat, wird sich zeigen.

Neben der Feuerwehr waren Beamte der Stadtsteinacher Polizei im Einsatz. Eine Tierrettung wie am Montag in Zaubach haben sie nach eigener Aussage noch nicht erlebt. Zum Eigenschutz hatte die Feuerwehr den Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes angefordert. Der Einsatz verlief glücklicherweise ohne Personenschaden.

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
21:52 Uhr

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Autor

Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
21:52 Uhr



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