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Länderspiegel

Frankenwald aus dem Rennen - oder nicht?

Am Dienstag wird das bayerische Kabinett über den dritten Nationalpark entscheiden. Dazu gibt es von zwei CSU-Abgeordneten zwei unterschiedliche Aussagen.



München - Der Hofer Landtagsabgeordnete Alexander König von der CSU hält den Frankenwald als möglichen Nationalpark für ausgeschieden. Sein Kronacher Parteifreund und Kollege Jürgen Baumgartner eher nicht. Wie es tatsächlich kommt, wird voraussichtlich am kommenden Dienstag das Kabinett entscheiden. Dort wird geprüft, wie das Auswahlverfahren weitergehen soll. Inzwischen zeichnet sich allerdings immer deutlicher ab: die Rhön und die Donauauen dürften in die engere Wahl kommen. Voraussichtlich sollten diese beiden Gebiete weiter geprüft werden, endgültig könnte dann im Herbst entschieden werden, hieß es aus CSU-Kreisen. Der Spessart und der Frankenwald wären demnach tendenziell aus dem Nationalpark-Rennen.

Baumgärtner der den Nationalpark Frankenwald ins Gespräch gebracht hat, sagte am Freitag unserer Zeitung, er könne die Meldung, das Thema sei vom Tisch, nicht bestätigen. "Diese Einschätzung teile ich nicht. Was stimmt: Es gab kürzlich ein Gespräch zwischen den Landräten aus Kronach und Hof, dem Hofer Landtagsabgeordneten Alexander König, Umweltministerin Ulrike Scharf und mir", sagte er. Dabei habe man noch einmal intensiv über die naturschutzfachlichen Herausforderungen eines Nationalparks diskutiert. Ob der Frankenwald weiterhin im Rennen ist oder nicht, entscheide jedoch einzig und allein das Kabinett - und zwar in einer Sitzung am kommenden Dienstag, 18. Juli. "Ich bin gespannt, wie diese Entscheidung ausfällt", meint Jürgen Baumgärtner.

König wiederum erklärte, ebenfalls auf Anfrage unserer Zeitung, "das Thema Nationalpark im Frankenwald ist vom Tisch". Er bewertete das Treffen bei Scharf anders als Baumgärtner. Wegen dreier wesentlicher Gründe könne es keinen Nationalpark im Frankenwald geben: Die naturschutzfachlichen Bedingungen seien nicht erfüllt; rechtliche Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes stünden dem entgegen; die Aussage von Ministerpräsident Horst Seehofer gelte, wonach kein Nationalpark, eingerichtet werde, wo ihn die einheimischen Bürger ablehnten. "Wir sollten nun im Frankenwald in aller Ruhe darüber nachdenken, wie wir unsere Heimat unter naturschutzfachlichen und touristischen Aspekten weiter entwickeln können."

Die Vorbehalte gegen einen Nationalpark sind allerdings vielerorts groß. So gibt es auch in der Rhön Widerstände, an denen eine grenzübergreifende Lösung mit Hessen scheitern könnte. Ähnlich sieht es bei den Donauauen aus: Hier wird nach Angaben aus CSU-Kreisen nun auch eine "kleine Lösung" mit dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen geprüft, weil die Widerstände im Landkreis Kelheim massiv seien.

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14. 07. 2017
16:12 Uhr

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