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Länderspiegel

Großeinsatz: Explosion in Kulmbacher Firma

Riesige Rauchwolken steigen am Dienstagabend über dem Gebäude der Firma Ireks in Kulmbach auf. Auf dem Gelände ist es zu einer Explosion gekommen.



  Foto: Melitta Burger

Kulmbach - Ein Feuer in einem der Produktionsgebäude der Firma Ireks in der Lichtenfelser Straße in Kulmbach hat am Dienstagabend einen Großeinsatz von Feuerwehr- und Rettungskräften ausgelöst. In einer ersten Schätzung spricht die Polizei von einem hohen Sachschaden, der mit einem "hohen sechsstelligen Betrag" beziffert wird. Es sei aber genau so möglich, dass der Schaden weitaus höher ausfällt.

2900 Mitarbeiter

Die Ireks, eines der renommiertesten Unternehmen in Kulmbach, gibt es seit mehr als 160 Jahren. Die Ireks gilt als "Global Player", die Firma ist weltweit tätig und hat ihren Hauptsitz in Kulmbach. Das bis heute familiengeführte Unternehmen, an dessen Spitze der Kulmbacher Ehrenbürger Hans Albert Ruckdeschel steht, ist nach eigenen Angaben in mehr als 90 Ländern der Erde tätig und beschäftigt insgesamt mehr als 2900 Mitarbeiter. Die Firma stellt Backzutaten, Sauerteig und Malzprodukte her.

 

Riskantes Verhalten

Während sich Feuerwehrleute durchaus Sorgen machen, dass sie bei einem Einsatz die wegen der Corona-Problematik nötigen Sicherheitsabstände nicht einhalten können und trotz des höheren Risikos natürlich ihre Arbeit im Einsatz verrichten, können Schaulustige, die am Dienstagabend dicht zusammenstanden und die Löscharbeiten verfolgten und diskutierten, diese Begründung für sich nicht in Anspruch nehmen. Etliche Einsatzkräfte nahmen dieses Verhalten kopfschüttelnd zur Kenntnis.

Gegen 20.15 Uhr, berichtet Stadtbrandinspektor Heinrich Poperl, sei es in einer Fertigungsanlage, die sich über mehrere Stockwerke erstreckt, zu einer Staubexplosion gekommen, die einen Brand ausgelöst hat. Die Flammen griffen schnell auf alle vier Filteranlagen über, die sich in dem Gebäude befanden. Binnen Minuten hatte sich das Feuer so ausgebreitet, dass Flammen meterweit aus dem Dach schlugen. Die gewaltige Rauchwolke, die von dem Brand ausging, war schon von großer Entfernung aus in ganz Kulmbach zu sehen. Stundenlang kämpften 186 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis Kulmbach und auch aus den Nachbarkreisen Bayreuth und Lichtenfels gegen den Großbrand. Neben der gesamten Kulmbacher Feuerwehr waren weitere 15 Wehren alarmiert worden. Erst gegen 1 Uhr am Mittwochmorgen konnten die Feuerwehrleute wieder von dem Firmengelände abrücken. Am Vormittag mussten dann noch einmal kleiner Gruppen zu Nachlöscharbeiten an den Brandort zurückkehren, informiert der Stadtbrandinspektor, der den Einsatz in der Ireks geleitet hat.

 

31.03.2020 - Feuer in der Ireks - Foto: Melitta Burger

Feuer in der Ireks
Feuer in der Ireks
Feuer in der Ireks
Feuer in der Ireks
Feuer in der Ireks
Feuer in der Ireks
Feuer in der Ireks
Feuer in der Ireks

Gegen 20.15 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach die Mitteilung über eine Explosion mit anschließendem Brand in dem Industriegebäude in der Lichtenfelser Straße ein, berichtet der Sprecher des Polizeipräsidiums in Bayreuth, Alexander Czech. Im Polizeibericht heißt es, es sei bereits eine massive Rauchwolke über dem Firmengelände gestanden, als die Retter am Einsatzort eintrafen. Glücklicherweise konnten sich alle Mitarbeiter, die sich zu diesem Zeitpunkt im Unternehmen befunden hatten, unverletzt ins Freie retten und in Sicherheit bringen. Die Flammen allerdings griffen rasch auf das vierstöckige Gebäude über, fraßen sich durch das Dach und setzten auch noch weitere Gebäudeteile in Brand. Drei Drehleitern und mehrere Atemschutztrupps der Feuerwehren waren im Einsatz.

Zahlreiche Feuerwehrleute, die von der Rettungsleitstelle nach Kulmbach beordert wurden, standen auf dem Parkplatz am Globus-Markt in Kulmbach mit ihren Fahrzeugen und Ausrüstung in Bereitschaft, um sofort eingreifen zu können, falls sich das Feuer auf weitere Gebäude auf dem weitläufigen Gelände des Industriebetriebs ausbreiten sollte. Das konnten die Retter allerdings verhindern, die vorsorglich alarmierten Kräfte konnten am späteren Abend wieder abrücken, als das Feuer sicher unter Kontrolle war.

Nach ersten Maßnahmen durch Beamte der Polizeiinspektion Kulmbach haben Kriminalbeamte aus Bayreuth die Ermittlungen zur bislang noch unbekannten Ursache aufgenommen, hieß es zunächst aus dem Polizeipräsidium. Am Mittwochnachmittag kam dann eine weitere Nachricht. Dort heißt es, die Ermittlungen der Brandfahnder hätten ergeben, dass die Ursache des Feuers auf eine technische Ursache in der Produktionsanlage zurückzuführen sein dürfte. Nach einer weiteren Bewertung des Brandortes gehen die Kriminalbeamten inzwischen von einem Sachschaden im unteren einstelligen Millionenbereich aus.

Auch Landrat Klaus Peter Söllner, Oberbürgermeister Henry Schramm und Vertreter des Landratsamtes waren am Brandort.

Bereits im vergangenen Sommer hat es in der Ireks schon einmal gebrannt. Damals arbeiteten die Einsatzkräfte bis an den Rand der Erschöpfung. Zum Artikel >>>

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
31. 03. 2020
20:32 Uhr

Aktualisiert am:
01. 04. 2020
18:26 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
31. 03. 2020
20:32 Uhr

Aktualisiert am:
01. 04. 2020
18:26 Uhr



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