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Länderspiegel

Hohe Haftstrafen für Schmuggler von Drogen

Sie waren in Oberfranken aufgegriffen worden, weil sie eine Tonne Marihuana illegal nach Deutschland brachten. Nun müssen die Täter dafür bis zu sieben Jahre hinter Gitter.



Cannabis
Cannabis-Pflanze   Foto: Gareth Fuller/Symbol

Hof - 800 Kilo kamen auf den Markt - das reichte für 800.000 Joints. Das Ganze flog auf, als Zöllner an der A 9 bei Berg im Landkreis Hof im Juli 2018 einen aus Spanien kommenden Kühllaster röntgten. Unter einer Ladung von Pfirsichen fanden sich zwei andere Paletten: 100 Kilo Marihuana bester Qualität, angebaut in Foliengewächshäusern Andalusiens.

Am Freitag wurden vor dem Landgericht Hof nun die ersten Urteile wegen illegaler Einfuhr und Beihilfe zum Handel mit Drogen gesprochen. Die höchste Strafe erhielt mit sieben Jahren ein 57-jähriger Berliner. Er hatte gestanden, für die Bande Lagerhäuser angemietet zu haben, in denen die Lkw abgeladen wurden. Außerdem fuhr er das Marihuana in großen karierten Einkaufstaschen von Köln an die Endbestimmungsorte in Berlin und Dresden. Dort ließ er die gemieteten Autos in dunklen Parkgaragen stehen, damit die Abnehmer die heiße Ware unerkannt ausladen konnten. Nicht viel weniger, nämlich eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten, erhielt der rumänische Lkw-Fahrer, der in Berg vom Zoll festgenommen worden war. Außer dem letzten und missglückten legte ihm das Gericht vier weitere Transporte zur Last, bei denen jeweils 100 Kilo Marihuana nach Deutschland gebracht wurden. Für jede Fahrt gab es ein Honorar von 11 000 Euro.

Sein Nachfolger, ebenfalls ein Rumäne mit Wohnsitz in Spanien, bekam drei Jahre und neun Monate. Er hatte das Pech, dass seine einzige Drogenfahrt von Spanien nach Deutschland praktisch schon unter den Augen der Fahnder stattfand. Sie hatten nach dem Aufgriff in Berg durch die Auswertung von Handys herausgefunden, dass die Bande unverdrossen weitermachte. Auf dem Kölner Großmarkt griff die Polizei im August 2018 zu. Vorsitzender Richter Claus Peter Riedelbauch ging in der mündlichen Urteilsbegründung davon aus, dass der Fahrer durchaus wusste, was er da transportierte.

Bei den verhängten Strafen blieb die Strafkammer nur unwesentlich unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger der drei Angeklagten hatten mildere Strafen beantragt. Sie kündigten an, Revision einzulegen.

Im Oktober soll der Prozess gegen die mutmaßlichen Köpfe der Bande, zwei Geschäftsleute aus Köln und Bonn, neu beginnen. Ihr Verfahren war abgetrennt und ausgesetzt worden. Ihre Verteidiger hatten beanstandet, dass sie zu wenig Zeit hatten, sich in die umfangreichen Protokolle der Telefonabhörung einzuarbeiten.

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Joachim Dankbar

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
11:09 Uhr

Aktualisiert am:
12. 07. 2019
22:19 Uhr

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12. 07. 2019
11:09 Uhr

Aktualisiert am:
12. 07. 2019
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