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Länderspiegel

Live-Ticker: Corona-Kompakt in Bayern

Das Thema Corona bestimmt weiterhin die Gesellschaft. Hier die aktuellen Entwicklungen im Live-Ticker.



>>> Ostsee, Campingplatz, Garten - So könnte der Sommerurlaub aussehen

>>> Verstoß gegen Mundschutzpflicht kann bis zu 5000 Euro kosten

>>> Experten: Nach Corona-Infektion vermutlich zunächst immun

Corona kompakt in Bayern

Der Liveticker aktualisiert sich im 30 Sekunden Takt.

22:54 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Arzneimittelkommissions-Chef sieht Remdesivir-Zulassung kritisch
Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, steht einer baldigen eingeschränkten Zulassung des Medikaments Remdesivir zur Behandlung von Corona-Erkrankten kritisch gegenüber. «Wir wissen noch viel zu wenig über die Nebenwirkungen», sagte Ludwig der Tagesschau. Das einzige, was Remdesivir bisher gezeigt habe, sei, dass es die Krankheitsdauer um vier Tage verkürzt. «Aber das Mindeste müsste doch sein, dass die Patienten, die es rechtzeitig bekommen, weniger schwer krank werden.»
Eine baldige Zulassung des ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelten Medikaments wird derzeit erwartet. Schon jetzt können Covid-19-Patienten in bestimmten Fällen damit behandelt werden. Es sei ein ungewöhnlicher Schritt, dass der zuständige Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) schon vor der Zulassung einen breiteren Einsatz ermöglicht habe, hatte Clemens Wendtner Mitte Mai gesagt. Er ist Chefarzt an der Klinik für Infektiologie der München Klinik Schwabing, die an weltweiten Studien zu Remdesivir beteiligt ist. Die Spitze der EMA habe mitgeteilt, dass eine Zulassung noch «vor dem Sommer» erfolgen könnte, sagte Wendtner.

 

22:09 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Verschobene UN-Klimakonferenz in Glasgow für November 2021 geplant
Die wegen der Coronavirus-Pandemie verschobene Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Glasgow soll nun vom 1. bis 12. November 2021 stattfinden. Das teilte die britische Regierung am Donnerstagabend mit. Eigentlich war sie für diesen November geplant.
«Unsere Bemühungen, dem Klimawandel und Covid-19 zu begegnen schließen sich nicht gegenseitig aus», sagte die Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats (UNFCCC), Patricia Espinosa, der Mitteilung zufolge. Die Erholung von der Coronakrise könne auch zu einem inklusiveren und nachhaltigen Umgang mit dem Klima führen.
Der anstehende UN-Klimagipfel in Glasgow galt als besonders wichtig: Die Staaten sollen bis dahin ehrgeizigere Klimaschutz-Pläne entwickeln. Denn noch reichen sie in der Summe längst nicht aus, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen.

21:29 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Bundestagsvizepräsident Kubicki wirbt für Restaurantbesuche
Nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen hat Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) die Abgeordneten ausdrücklich zum Restaurantbesuch aufgerufen. «Sie tun nicht nur damit sich selbst einen Gefallen, (...) sondern einer nach wie vor sehr gebeutelten Branche», sagte er am Donnerstagabend zum Abschluss der Plenarsitzung. «Viele von uns haben in den letzten Wochen an Gewicht gewonnen - die Restaurants waren geschlossen», erklärte Kubicki. «Ich appelliere an Sie, den Trend umzukehren - die Restaurants sind wieder geöffnet.»
 

21:16 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Ramelow zum Umgang mit Corona: Angst ist kein guter Ratgeber
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will beim Umgang mit der Corona-Pandemie keine Ängste schüren. «Jetzt vor einer zweiten Welle zu warnen, die dann gar nicht kommt - das fände ich schwierig», sagte der Linken-Politiker dem «Spiegel». «Und dann zu sagen: Es könnte sein, dass die dritte kommt, während die Hälfte der Landkreise null Infektionen hat - das würde mir doch niemand mehr glauben.» Was jetzt passiere, mache etwas mit der Gesellschaft. «Und da müssen wir alle aufpassen, dass wir nicht permanent mit dem Faktor Angst arbeiten, weil Angst kein guter Ratgeber ist», sagte Ramelow.
Er wundere sich, «wie es mancher Verschwörungsunsinn bis in den eigenen Freundeskreis schafft». Eine Erklärung sei, dass es nie zuvor solche Beschränkungen gegeben habe. «Die Zumutung, diesen Lockdown aushalten zu müssen, ist riesengroß.» Ihn mache es aber fassungslos, bei manchen Demonstrationen den Davidstern zu sehen. «Diesen Antisemitismus, der da gezeigt wird, finde ich abstoßend.» Vor dem Protest etwa von Beschäftigten der Reisebüros oder der Reisebusunternehmen habe er dagegen höchsten Respekt.
Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Länder den Aufenthalt im öffentlichen Raum mit bis zu zehn Personen oder den Angehörigen zweier Haushalte gestatten können. Thüringen hatte sich aber abweichende Regelungen offen gehalten.
 

20:37 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Corona-Krise: UN-Chef ruft zur Hilfe für Entwicklungsländer auf
UN-Generalsekretär António Guterres hat zur finanziellen Unterstützung von Entwicklungsländern in der Corona-Krise aufgerufen. «Die Pandemie hat unsere Zerbrechlichkeit demonstriert», sagte Guterres am Donnerstag bei einer virtuellen UN-Konferenz zur Finanzierung von Entwicklungsmaßnahmen in der Coronavirus-Pandemie. «Wir befinden uns in einer nie da gewesenen menschlichen Krise, wegen eines mikroskopischen Virus. Wir müssen mit Einigkeit und Solidarität reagieren und ein Schlüsselaspekt unserer Solidarität ist finanzielle Unterstützung.»
An der gemeinsam mit den Premierministern von Kanada und Jamaika, Justin Trudeau und Andrew Holness, organisierten virtuellen Konferenz nahmen rund 50 Staats- und Regierungschefs teil, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, sowie unter anderem Kristalina Georgiewa, Direktorin des Internationalen Währungsfonds, und Weltbank-Präsident David Malpass. «Wie die globale Wirtschaft mit diesem Sturm umgeht, geht uns alle an», sagte Trudeau. «Unser Erfolg - sowohl zu Hause als auch zusammen als internationale Gemeinschaft - hängt davon ab.»
 

20:37 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Türkei lockert viele Corona-Restriktionen ab 1. Juni
Die türkische Regierung will ab 1. Juni ihre Corona-Restriktionen erheblich lockern. Für bisher nach außen abgeschottete Großstädte wie Istanbul gibt es wieder Reisefreiheit, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstagabend. Cafés und Restaurants sowie Schwimmbäder, Sportstudios oder auch Kindergärten dürfen demnach wieder öffnen. Auch Strände, Parks und Museen sind dann wieder zugänglich. Freiluft-Konzerte sind bis Mitternacht erlaubt.
Einige Restriktionen bleiben jedoch. Senioren ab 65 Jahren dürfen weiter bis auf festgelegte Stunden in der Woche nicht vor die Tür. Das Ausgehverbot für Unter-20-Jährige wurde leicht verändert und gilt nun noch für Menschen unter 18. Shisha-Lokale und andere «Vergnügungsorte» bleiben geschlossen. Erdogan betonte, dass jeder weiterhin auf die Abstandsregeln achten und eine Maske tragen müsse.
Zuvor hatten Behörden am Donnerstag die Regelungen für die Wiedereröffnung von Moscheen am Freitag veröffentlicht. In zentralen Moscheen sollen dann 1003 Opfertiere geschlachtet werden. Die Opfer sollten «Dankbarkeit» ausdrücken, weil die Gläubigen nach der Trennung wieder zusammenkommen könnten. Gläubige müssen nun ihre eigenen Gebetsteppiche mitbringen oder Einwegteppiche verwenden. Betende müssen Masken tragen und sich an Markierungen halten, die auf dem Boden eingezeichnet sind. Es werden nicht alle Moscheen öffnen. Ein Kriterium für die Auswahl war, dass sie Außenbereiche haben, wo beispielsweise die gut besuchten Freitagsgebete stattfinden sollen.
Das Gesundheitsministerium in Ankara meldete am Donnerstag, dass sich bisher rund 161.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. Rund 4500 Menschen seien gestorben.

 

20:14 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Börsenrally geht weiter - Experten mahnen vor Überhitzung
Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag seinen Erholungskurs fortgesetzt. Nach einem Schlussspurt im späten Handel beendete der Dax den Tag mit einem Aufschlag von 1,06 Prozent auf 11.781,13 Punkte. Seit dem Corona-Crashtief von Mitte März ist der Dax trotz aller Unsicherheit damit inzwischen um gut 40 Prozent gestiegen. Unter Marktbeobachtern mehren sich inzwischen jedoch mahnende Stimmen.
Noch stärker als der Dax stieg am Donnerstag der MDax der mittelgroßen deutschen Werte mit plus 1,91 Prozent auf 25.633,68 Punkte, womit er den Vortagesverlust wettmachte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann knapp 1,67 Prozent.

 

19:33 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Ringen im Landtag über richtigen Weg aus der Corona-Krise
Staatsregierung und Opposition sind sich nach wie vor weitgehend einig im Kampf gegen das Coronavirus - Dissens gibt es aber über den richtigen Kurs und die richtigen Lehren aus der Krise sowie die notwendigen Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft.
Bis auf die AfD stellten sich in einer Landtagsdebatte am Donnerstag alle Fraktionen hinter die einschneidenden Anti-Corona-Maßnahmen der vergangenen Wochen. «Wir haben gemeinsam die Ausbreitungskurve abgeflacht und verlangsamt», sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze. Das sei eine gemeinsame Leistung der gesamten Gesellschaft.
Nun allerdings müsse man einen «vernünftigen Weg zwischen Lock-Down und Leichtsinn» finden, sagte FDP-Fraktionschef Martin Hagen. Fabian Mehring (Freie Wähler) forderte ein «demokratisches Feuerwerk der Ideen»: Bayern solle auch federführend sein beim Weg aus der Krise.
Konkret sprachen sich insbesondere die Grünen gegen eine Kaufprämie auch für Verbrennungsmotoren aus. Schulze betonte: «Die Klimakrise schläft während Corona nicht.» Die SPD forderte stattdessen Kaufprämien für Fahrräder und E-Bikes und mehr Geld für die Kommunen.
Die AfD-Forderung nach einem Ende der Maskenpflicht lehnte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in der Debatte strikt ab. «Unser Handeln muss an Realitäten ausgerichtet sein - und eine Realität ist: Das Virus ist noch da.» Deswegen müsse man weiter vorsichtig sein, Abstand zu anderen halten und Masken tragen.
 

19:20 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Alpenverein: Hüttenübernachtung unter strengen Vorgaben
Wanderer und Bergsteiger müssen in diesem Sommer nicht auf Hüttenübernachtungen verzichten. Erste Hütten öffnen von Samstag an auch für Übernachtungsgäste, wie der Deutsche Alpenverein (DAV) am Donnerstag mitteilte. Es gelten aber strenge Auflagen in allen Bereichen. Ein Bett bekommt nur, wer vorher reserviert hat.
Neben einem Mund-Nasen-Schutz müssen die Gäste je nach Hütte auch einen eigenen Schlafsack sowie ein eigenes Kissen und ein eigenes Laken mitnehmen. Details dazu seien mit den Wirtsleuten abzustimmen.
Vor allem größeren Hütten, die auch Zimmer haben, werden wahrscheinlich öffnen. Problematisch könnte es aber in Hütten werden, die nur Matratzenlager haben - mit teils bis zu 30 Plätzen. Denn in einem Raum dürfen maximal Mitglieder zweier Hausstände übernachten. «Die Hüttenwirte werden sich gut überlegen, ob es sich bei der jeweiligen Struktur ihrer Hütte lohnt, auch für Übernachtungsgäste zu öffnen», sagte DAV-Sprecher Thomas Bucher. Den Sektionen werde in der Krise geholfen, indem der Dachverband Kredite stunde.
In Österreich sind in einigen Hütten ab Freitag Übernachtungen möglich. Die Bedingungen sind ähnlich wie in Deutschland, in einigen Punkten gibt es etwas mehr Freiraum. Mit der Bergtour im Nachbarland wird es aber an Pfingsten noch nichts: Deutsche können erst ab 15. Juni aus touristischen Gründen wieder nach Österreich.
Die bisherige Öffnung der Gastronomie in den Hütten habe gut funktioniert, sagte Bucher. Schon zuvor hätten einige Wirte Kaiserschmarrn to go oder Brotzeitkörbe angeboten.
Auf schmalen Bergwegen und Steigen müssen Wanderer auch Mund- und Nasenschutz tragen, wenn die 1,50 Meter Abstand zum nächsten Wanderer sonst nicht einzuhalten sind.
Derzeit sind alle 321 bewirtschafteten und öffentlich zugänglichen DAV-Hütten in Deutschland und Österreich geschlossen. Rund 180 der Hütten liegen in Österreich.
 

19:19 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

VDA: «Autogipfel» im Kanzleramt kurz nach Pfingsten fällt aus
Der «Autogipfel» im Kanzleramt am Dienstag nach Pfingsten fällt nach Angaben des Branchenverbands VDA aus. «Die Regierung hat erst noch internen Abstimmungsbedarf für den Koalitionsausschuss am gleichen Tag. «Deswegen findet der Termin nicht wie geplant statt», sagte Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), am Donnerstag der «Bild». «Die Frage nach einem Konjunkturimpuls für die Automobilindustrie ist dort aber weiter auf der Agenda.»
Müller plädierte erneut für Kaufprämien für die Autobranche, die in der Corona-Krise unter Absatzeinbrüchen leidet. «Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie werden durch die Stärke unseres Sozialstaates noch verdeckt: Für mehr als 10 Millionen Menschen wurde Kurzarbeit beantragt. Offenbar ist diese Dramatik der Lage noch gar nicht allen bewusst», sagte Müller weiter.
In der Debatte um Kaufprämien hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Beschlüsse bei einem Spitzengespräch mit Vertretern von Bundesregierung, Unternehmen und Gewerkschaftern nach Pfingsten in Aussicht gestellt. Es könnte aber darauf hinauslaufen, dass es keine separaten Hilfen gibt, sondern lediglich eine Einbettung in ein allgemeines Konjunkturpaket.
Die Autoländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen haben sich für eine Autoprämie stark gemacht. Umweltschützer kritisierten, dass nicht nur Staatshilfen für Elektro-Fahrzeuge in der Diskussion sind, sondern auch Anreize für moderne Benziner und Diesel. Auch Ökonomen übten Kritik. Die «Wirtschaftsweise» Monika Schnitzer monierte, eine Kaufprämie für Autos verzögere nicht nur den überfälligen Strukturwandel der Branche, sondern sei auch ineffektiv.
 

19:19 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Coronavirus: London hebt weitere Kontaktbeschränkungen auf
Die Kontaktbeschränkungen in England werden weiter gelockert. Das teilte der britische Premierminister Boris Johnson am Donnerstag mit. Demnach sollen von kommender Woche an wieder Treffen von bis zu sechs Personen in privaten Gärten möglich sein, solange der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird. Bislang waren nur Treffen von zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten in Parks und anderen öffentlichen Räumen möglich. Auch Läden mit Verkaufsfläche im Freien sollen wieder öffnen dürfen. Zudem werden auch teilweise die Schulen wieder für eine größere Zahl von Kindern geöffnet.
Johnson hatte fünf Bedingungen für weitere Lockerungen genannt. Dazu gehören unter anderem sinkende Zahlen bei Infektionen und bei Todesfällen. Alle Bedingungen seien nun erfüllt, sagte der konservative Regierungschef. «Ich will und werde die Erfolge, die wir gemeinsam erzielt haben, nicht wegwerfen, deshalb sind die Änderungen, die wir vornehmen, beschränkt und vorsichtig», so Johnson. Er hatte Ende März strenge Maßnahmen zur Eindämmung des Virus erlassen, unter anderem sind alle Geschäfte außer Lebensmittelläden und Apotheken seitdem geschlossen. Eine erste Runde an Lockerungen hatte es bereits Anfang Mai gegeben. Dabei wurde unter anderem Garten-Centern erlaubt, wieder aufzumachen.
Großbritannien hat offiziellen Statistiken zufolge die höchste Zahl an Todesfällen in Europa. Bis Mittwoch starben dort etwa 37.800 Menschen, nachdem sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland entscheiden selbst über ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie.

 

19:18 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

IS-Terrormiliz sieht im Coronavirus Strafe Gottes für Westen
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sieht im Coronavirus eine Strafe für den Kampf westlicher Staaten gegen gläubige Muslime. «Ihr Kreuzfahrer wurdet von Gottes Hand getroffen (...) nachdem Ihr seine Religion und seine Unterstützer bekämpft habt», sagte IS-Sprecher Abu Hamsa al-Kuraischi in einer am Donnerstag veröffentlichten rund 40-minütigen Audiobotschaft. «Wir sind erfreut, dass Euch Gottes Strafe getroffen hat (...) Wir sehen, wie ihr mit aller Macht Geld ausgebt in dem verzweifelten Versuch, Eure Wirtschaft zu retten, die das Fieber des Virus erschöpft hat.»
Die Echtheit der Audiobotschaft ließ sich zunächst nicht bestätigen. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS in den sozialen Medien verbreitet. Auch Fachleute gingen davon aus, dass die Stimme von Abu Hamsa al-Kuraischi stammt. Es handle sich um dessen bislang dritte Audio-Botschaft, twitterte Rita Katz, Direktorin der auf Propaganda von Extremisten spezialisierten Site Intelligence Group.
Abu Hamsa kritisierte, dass Moscheen geschlossen wurden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Die «Gelehrten der Götzen» hätten dazu aufgerufen, schwiegen aber gleichzeitig zu «unzüchtigen Versammlungen», etwa von Menschen, die in Clubs tanzten, so «als würde sich das Virus nur in Moscheen ausbreiten».
Der IS-Sprecher kündigte an, die Terrormiliz werde den Kampf gegen ihre Gegner fortsetzen. Der neue IS-Chef Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi habe dem «Abnutzungsfeldzug» seinen Segen erteilt. Er rief die IS-Anhänger auf, die Zahl der Operationen zu erhöhen.
Der IS hatte im Sommer 2014 große Teile des Iraks und Syriens überrannt und dort einen eigenen Staat ausgerufen. Im vergangenen Jahr verlor er jedoch seinen letzte Hochburg im Osten Syriens. Der langjährige IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi sprengte sich im vergangenen Oktober nach US-Darstellung im Nordwesten Syriens bei einem Angriff von US-Spezialkräften selbst in die Luft.
Zellen des IS sind aber weiter in beiden Ländern aktiv. Zuletzt hatten sich die Meldungen über Angriffe der Extremisten gehäuft. Experten warnen, die Dschihadisten könnten versuchen, die Corona-Krise für ihren Wiederaufstieg zu nutzen. Die Pandemie trifft viele Länder der arabischen Welt wirtschaftlich besonders hart.
 

19:02 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Mehr Lohnersatz für Eltern und weniger Steuern für Restaurants
Berufstätige Eltern, die ihre Kinder wegen der Corona-Krise zuhause betreuen müssen, sollen mehr Hilfen vom Staat bekommen. Der Lohnersatz wegen eingeschränkten Kita- und Schulbetriebs soll künftig nicht mehr nur 6, sondern bis zu 20 Wochen lang gezahlt werden. Das beschloss der Bundestag am Donnerstag.
Im gleichen Gesetz wurde die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie vorübergehend von 19 auf 7 Prozent gesenkt. So sollen Restaurants unterstützt werden, die wegen der Pandemie große Umsatzeinbrüche haben. Die Opposition kritisierte, dass Bars und Kneipen, die ausschließlich Getränke verkaufen, dabei unberücksichtigt bleiben.
Beschlossen wurde auch, dass Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld größtenteils steuerfrei bleiben.
Das Gesetz bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats.

19:02 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Frankreich hält an Aufhebung von Grenzkontrollen zum 15. Juni fest
Frankreich hält an der Aufhebung der Kontrollen an der Grenze zu Deutschland zum 15. Juni fest. Dieser Termin sei mit Österreich und der Schweiz abgestimmt worden, sagte Frankreichs Innenminister Christophe Castaner am Donnerstag in einer Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung.
Castaner machte damit deutlich, dass er bis zum diesem Termin Ausnahmen, beispielsweise für deutsche Touristen, nicht anstrebt. «Das Risiko gibt es», sagte der Vertraute von Staatschef Emmanuel Macron mit Blick auf die Corona-Pandemie, die in Frankreich bisher weit über 28 000 Todesopfer gefordert hat. Das Grenzregion zu Deutschland ist ein Gebiet, das besonders von der Pandemie betroffen ist.
Parlamentarier aus Ostfrankreich kritisierten die Mitte März auf deutscher Seite eingeführten Kontrollen teilweise scharf. Der konservative Abgeordnete Patrick Hetzel sagte, das habe insbesondere im Elsass zu einem «Gefühl der Ungerechtigkeit» geführt. An der Grenze habe es wieder Sperren und Polizei gegeben.
 

18:25 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Corona: Kaum Veränderungen im Landkreis Kronach

Im Vergleich zum Dienstag gibt es am Mittwoch landkreisweit kaum Veränderungen bei den Corona-Zahlen.

Derzeit sind elf Personen infiziert. Das ist eine Person mehr als am Mittwoch. Genesen sind mittlerweile 147 Menschen. Weiterhin sind drei Personen in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der bislang bestätigten Coronavirus-Infektionen beträgt 161. Das sind im Vergleich zum Vortag zwei Fälle mehr. In Quarantäne sind derzeit 19 Personen. Insgesamt aus der Quarantäne entlassen wurden bislang 373 Menschen.

18:08 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

DFL: Keine Regelung bei Abbruch der Fußball-Bundesliga
Wie wird die Saison gewertet, wenn die Fußball-Bundesliga abgebrochen werden muss? Diese heikle Frage bleibt auch nach einer außerordentlichen Sitzung des Präsidium der Deutschen Fußball Liga am Donnerstag unbeantwortet. Das Präsidium ist laut einer DFL-Mitteilung «zu dem Ergebnis gekommen, sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht auf eine detaillierte Regelung im Falle eines nicht abzuwendenden Saisonabbruchs festzulegen und daher vorerst auf eine Empfehlung und eine weitere Befassung der DFL-Mitgliederversammlung mit dieser Angelegenheit zu verzichten».
Bereits bei der Mitgliederversammlung vor 14 Tagen war das strittige Thema vertagt worden. Damals hieß es, dass «innerhalb der nächsten beiden Wochen eine Regelung hinsichtlich der sportlichen Wertung entwickelt werden» solle.
Klar ist jetzt zumindest, was nicht passieren soll. Das DFL-Präsidium schließt aus, «die Hinrunden-Tabelle für die Abschlusswertung zugrundezulegen oder eine Annullierung der kompletten Saison vorzunehmen». Weiter hieß es in der Mitteilung: «Sollten nicht alle Clubs einer Liga bei einem vorzeitigen Saisonende gleich viele Spiele absolviert haben, wäre ein Ausgleichsmechanismus - zum Beispiel eine Quotienten-Regelung - zur Wertung der Tabelle erforderlich.»
 

18:06 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Ausverkauft in 48 Stunden: Fußball-Talk Doppelpass vor Pappkameraden
Der Fußball-Talk Doppelpass auf Sport1 kann sich am Sonntag (ab 11 Uhr) trotz fehlendem Publikum über eine ausverkaufte Tribüne freuen. Wie der TV-Sender am Donnerstag mitteilte, wurden innerhalb von 48 Stunden alle 100 Plätze für Pappkameraden verkauft.
Am Dienstag hatte Sport1 die Aktion "Dopa(pp)-Fan" zusammen mit der österreichischen Fußball-Plattform ligaportal.at gestartet und Plätze auf der Tribüne im Hilton-Hotel am Münchner Flughafen verkauft. Für 25 Euro konnten Fans ihr Foto auf www.papp-fan.de/dopa hochladen, das am Sonntag dann als "Dopa(pp)-Fan"-Figur auf der Tribüne zu sehen sein wird. Die Sendung findet aufgrund der Coronapandemie ohne Zuschauer statt. Der gesamte Betrag fließt ins Phrasenschwein und wird am Ende der Saison für einen wohltätigen Zweck gespendet.
In der Sendung kann Dopa-Moderator Thomas Helmer den Vorstandschef von Fortuna Düsseldorf, Thomas Röttgermann, Markus Babbel sowie die Sport1-Experten Marcel Reif und Mario Basler als Gäste begrüßen. Zugeschaltet aus Berlin wird darüber hinaus Hertha-Trainer Bruno Labbadia.

18:04 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Pfizer: Corona-Impfstoff zunächst in westlichen Ländern
Im Wettlauf um einen Corona-Impfstoff dürften westliche Länder nach Angaben der Pharmafirma Pfizer als erste bedient werden. Das liege an der nötigen Technologie, sagte Pfizer-Chef Albert Bourla am Donnerstag in einer Pressekonferenz des Dachverbands der forschenden Pharmafirmen (IFPMA).
«Die heutige Technologien verlangen eine Lagerung (von Impfstoff) bei minus acht Grad.» In Afrika etwa fehle dafür wahrscheinlich die Infrastruktur. «Ich bin sicher, dass wir mit diesem Impfstoff erst in die westlichen Länder kommen», sagte Bourla. «Aber in einer zweiten Welle arbeiten wir daran, sicherzustellen, dass wir Produkte entwickeln und herstellen können, die solche extremen Temperaturen nicht brauchen.» Pfizer habe bislang mit keiner Regierung Verträge über die Lieferung von Impfstoff abgeschlossen, betonte er.
Bislang gibt es noch keinen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Nach Angaben der WHO gibt es etwa 125 Impfstoffkandidaten, von denen derzeit knapp ein Dutzend Wirkstoffe in klinischen Studien geprüft werden. Das Unternehmen AstraZeneca hofft, sein Produkt Ende des Jahres auf den Markt bringen zu können, sagte Unternehmenschef Pascal Soriot.
Nach Schätzungen seien bis zu 15 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff zur Versorgung der ganzen Welt nötig, sagte IFPMA-Generaldirektor Thomas Cueni. Das stelle die Industrie vor beispiellose Herausforderungen. Das sei drei mal soviel, wie sonst im Jahr an Impfdosen hergestellt werde, abgesehen von Grippe-Impfstoffen.
Die Pharmafirmen wollten Impfstoffe zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie im Falle eines Erfolgs zunächst ohne Profit anbieten. Die Zusage bestehe, solange die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 30. Januar erklärte «Notlage von internationaler Tragweite» gelte, sagte Paul Stoffels, Forschungschef des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson. Der Preis einer Impfdosis werde voraussichtlich nur wenige Dollar betragen, meinte AstraZeneca-Chef Soriot.
 

18:04 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Drosten optimistisch: Chance auf Herbst und Winter ohne zweite Welle
Eine heftige zweite Corona-Welle könnte nach Einschätzung des Virologen Christian Drosten abgewendet werden. Er glaube so langsam, dass es eine Chance gebe, ohne Impfung glimpflich in Herbst und Winter zu kommen, «sprich: ohne eine tödliche neue zweite Welle», sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Donnerstag im NDR-Podcast. Dafür sei es nötig, bei den jetzigen Maßnahmen nachzujustieren. Abzielen solle man dabei nach dem Vorbild Japans stark auf das frühe Erkennen sogenannter Superspreading-Events: Fälle, in denen ein Infizierter überdurchschnittlich viele weitere Menschen ansteckt.
Kontaktpersonen sollten dann ohne vorherige Diagnostik als infiziert betrachtet und isoliert werden, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Zeige sich zum Beispiel eine Infektion bei einem Lehrer, schaue man sich an, welche Klassen er zuletzt unterrichtete - diese Schüler müssten dann ein oder zwei Wochen zu Hause bleiben, aber man müsse nicht die ganze Schule schließen, so Drosten. Japans Infektionskurve «krieche» nach unten, lange habe man dort aber nicht offensiv die Strategie kommuniziert.
Drosten betonte, auch viele der derzeit in Deutschland bereits geltenden Maßnahmen verhinderten mögliche Superspreading-Events. Angenommen werde inzwischen, dass der Großteil der Infizierten nur sehr wenige oder keine anderen Menschen anstecke.
 

18:03 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Seehofer rechnet mit Corona-Warn-App Mitte Juni
Bundesinnenminister Horst Seehofer geht davon aus, dass die deutsche Corona-Warn-App etwa Mitte Juni zur Verfügung stehen wird. Es habe dazu am Vorabend ein «sehr, sehr gutes Gespräch» mit den Projektträgern SAP und Deutsche Telekom gegeben, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in einer Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. Er sei zuversichtlich, «dass wir um Mitte Juni (...) diese berühmte Warn-App bekommen».
Seehofer wies darauf hin, dass sich in Deutschland und Frankreich das Infektionsgeschehen sehr positiv entwickelt habe. Sollte es dabei bleiben, würden die Grenzkontrollen zu Frankreich am 15. Juni komplett aufgehoben. «Gleichzeitig zum 15. Juni will die deutsche Regierung auch ihre Reisewarnungen und Reisehinweise neu gestalten.» Dies werde das Bundeskabinett am kommenden Mittwoch beschließen. Angestrebt werde auch, dann die weltweite strikte Reisewarnung «so nicht aufrechtzuerhalten, sondern unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens Lockerungen durchzuführen».
Seehofer betonte, die Mitte März eingeführten Grenzkontrollen hätten ihren Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens geleistet. «Es geht immer darum, das Virus nicht zu importieren», sagte er. «Deshalb hat sich diese Anstrengung schon gelohnt.» Mit Blick auf Lockerungen betonte Seehofer: «Der Schutz der Gesundheit und des Lebens muss bei diesen Fragen an oberster Stelle stehen. Das ist nicht verhandelbar.»
 

18:02 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Dehoga fordert umgehend längere Öffnungszeiten für Außengastronomie
Der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, Thomas Geppert, sieht sich durch einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Augsburg in der Forderung bestätigt, Außenbereiche in der Gastronomie schon vor dem 2. Juni wieder bis 22 Uhr öffnen zu lassen. «Der Beschluss des Verwaltungsgerichts gibt unserer Argumentation recht», sagte Geppert dem Radiosender «Antenne Bayern» am Donnerstag. Er hoffe, dass die Staatsregierung es jetzt allen Wirten ermögliche, die Außenbereiche ihrer Betriebe bis 22 Uhr zu öffnen.
Aus Gründen des Infektionsschutzes sei eine frühere Schließung ein Nachteil, da um 20 Uhr die Gäste von draußen in den Innenbereich drängten, so Geppert. Bezüglich des Zeitpunkts der Lockerung sei für die Gastronomen im Pfingstgeschäft jeder Tag entscheidend: «Da ist im Überlebenskampf wirklich jeder einzelne Umsatz Gold wert.»  
 

17:43 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

FDP fordert Überprüfung der epidemischen Lage in Deutschland

Die Fraktion habe Zweifel, «ob angesichts der immer geringeren und regional sehr unterschiedlichen Corona-Fälle weiterhin eine epidemische Lage von nationaler Tragweite vorliegt, die das Bundesgesundheitsministerium mit besonderen Ermächtigungen ausstattet», sagten der Innenpolitiker Konstantin Kuhle und die Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus am Donnerstag der «Bild»-Zeitung. Die FDP wolle «eine Überprüfung der Situation anstoßen, um eine verantwortbare Aufhebung zu erreichen».


«Wenn in einzelnen Bundesländern an bestimmten Tagen keine einzige Neuinfektion registriert wird, kann schwer von einer nationalen Tragweite die Rede sein», sagten sie. Freiheitseinschränkungen und Sonderermächtigungen dürften nicht länger aufrechterhalten werden als unbedingt nötig.
Der Bundestag hatte Ende März eine «epidemische Lage von nationaler Tragweite» festgestellt. Das daraufhin beschlossene Gesetz gibt dem Bund für höchstens ein Jahr zusätzliche Kompetenzen, um im Krisenmanagement schneller reagieren zu können. Zu diesen Kompetenzen zählt, dass das Gesundheitsministerium Vorkehrungen direkt verordnen kann - etwa Meldepflichten für Fahrgäste im grenzüberschreitenden Bahn- und Busverkehr oder Maßnahmen zum Beschaffen von Arzneimitteln und Schutzausrüstung. Der Bundestag kann die «epidemischen Lage von nationaler Tragweite» auch vor Ende März 2021 wieder aufheben.
 

17:43 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Aktuell 1,5 Prozent der wöchentlichen Coronavirus-Tests positiv

Die Rate der positiven Coronavirus-Tests in Deutschlands ist weiter gesunken. Sie lag in der Kalenderwoche 21 bei 1,5 Prozent, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. 5116 von knapp 345 000 Tests, die in dem Zeitraum in 172 Laboren durchgeführt wurden, fielen demnach positiv aus. Die sogenannte Positivenrate sinkt damit seit Wochen immer weiter: In der ersten Aprilwoche hatte sie noch bei neun Prozent gelegen, bei damals insgesamt rund 408 350 wöchentlichen Tests. Seit Beginn der Corona-Testung sind laut RKI-Bericht knapp vier Millionen solcher Untersuchungen durchgeführt worden. Manche Menschen wurden mehrfach getestet. Inzwischen geben die Labore eine Kapazität von mehr als einer Million Tests pro Woche an.
 

17:26 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Corona: Weiterer Todesfall im Landkreis Coburg

Im Vergleich zum Mittwoch haben sich die Corona-Zahlen in der Stadt und im Landkreis Coburg kaum verändert. Es gibt aber ein weiteres Todesopfer.

Wie die Gesundheitsbehörde der Stadt und des Landkreises Coburg am Donnerstag mitteilt, ist eine weitere Person aus dem Landkreis in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Die Gesamtzahl der Toten beträgt in Stadt und Landkreis nun 24 (23 Tote im Landkreis, ein Toter in der Stadt). Derzeit sind 108 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (86 im Landkreis, 22 in der Stadt). Im Vergleich zum Vortag sind das drei Infizierte weniger. Insgesamt gibt es bislang 399 bestätigte Coronavirus-Infektionen (Vortag: 396). Die Zahl der Genesenen beträgt mittlerweile 267. Im Vergleich zum Mittwoch sind das fünf Genesene mehr.

16:59 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

72 UPS-Mitarbeiter nahe Hannover mit Coronavirus infiziert

Beim Logistikkonzern UPS in Langenhagen bei Hannover haben sich 72 Mitarbeiter des Verteilzentrums mit dem Coronavirus infiziert. Das teilten das Sozialministerium und die Region Hannover am Donnerstag mit. 55 Mitarbeiter, deren Test zunächst negativ ausfiel, sollten erneut getestet werden. Auch Covid-19-Fälle in einer Kita und einer Schule in Hannover stünden im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen bei UPS, teilte die Region mit. Familien mit einem beruflichen Bezug zum Unternehmen wurden gebeten, wachsam auf eventuelle Krankheitssymptome zu achten. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind Paketzusteller nicht betroffen. Sendungen könnten daher risikolos in Empfang genommen werden.
Nachdem es nach der ersten Infektion Mitte Mai einen stetigen Anstieg der Fälle gab, habe das Gesundheitsamt am 18. Mai gemeinsam mit dem Unternehmen die betroffenen Abteilungen identifiziert, erklärte die Region. Vor Ort seien die Hygienemaßnahmen überprüft worden um sicherzustellen, dass die Abstände im Arbeitsablauf eingehalten werden. Seit Mitte Mai besteht auf dem Firmengelände eine Maskenpflicht. Am Dienstag ließ das Gesundheitsamt vorsorglich weitere 80 Mitarbeiter testen - bei 55 war das Ergebnis negativ. Bei UPS war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
 

16:57 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Neuer Spendengipfel für Corona-Impfstoff am 27. Juni

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat einen neuen Spendenaufruf für die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs gestartet. Für den 27. Juni berief sie am Donnerstag eine weitere internationale Geberkonferenz ein. Für die neue Kampagne unter dem Namen «Global Goal Unite for Our Future» tat sich von der Leyen am Donnerstag zusammen mit der Organisation Global Citizen, die kürzlich mit einem hochkarätig besetzten Online-Konzert 127 Millionen Euro für die Weltgesundheitsorganisation gesammelt hatte.


Von der Leyen hatte am 4. Mai eine internationale Online-Geberkonferenz organisiert und eine Spendenaktion gestartet, bei der inzwischen 9,8 Milliarden Euro zusammengekommen sind. Ziel ist, weltweit alle Kräfte für die Forschung an Impfstoffen und Arzneien zu bündeln. Sobald es sie gibt, sollen die neuen Mittel allen Ländern zur Verfügung stehen - auch ärmeren.


Benötigt werden nach von der Leyens Darstellung hohe zweistellige Milliardenbeträge. Deshalb brauche sie weitere Zusagen von allen Partnern, sagte die Kommissionschefin. 15 Länder hätten bereits versprochen, auch bei der zweiten Geberkonferenz dabei zu sein, darunter Deutschland. Unterstützung kam auch von den Stiftungen der US-Milliardäre Bill Gates und Michael Bloomberg, vom britischen Wellcome Trust sowie von den Schauspielern Hugh Jackman und Miley Cyrus.
 

16:48 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Intensivmediziner-Verband sieht Kliniken für zweite Welle gewappnet
Die Kliniken im Land sind nach Einschätzung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin für eine zweite Infektionswelle mit dem Coronavirus gewappnet. Die Krankenhäuser seien jetzt in einer anderen Lage als noch im Februar, sagte Präsident Uwe Janssens am Donnerstag in einem Interview mit dem Radiosender Bayern 2. Damals sei «nichts mehr da» gewesen und alle hätten «von Null» gearbeitet. Eine solche Situation werde sich in diesem Umfang «ganz sicherlich nicht» wiederholen.


In Sachen Fachpersonal und Schutzausrüstung seien die Häuser auf eine zweite Welle vorbereitet, sagte er. Auch beim Thema Schutzmasken sieht Janssens die Kliniken in einem «sicheren Fahrwasser angelangt». Nur Schutzkittel bereiteten einigen Einrichtungen noch ein wenig «Kopfzerbrechen». Diese würden aber mittlerweile auch in Deutschland aus Plastiktüten produziert und erfüllten ihren Zweck.
 

16:47 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Kulmbach: Erster Corona-Fall seit 14 Tagen

Zum ersten Mal seit 14 Tagen meldet der Landkreis Kulmbach einen weiteren bestätigten Coronavirus-Fall.

245 beträgt die Gesamtzahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen im Landkreis Kulmbach. Zum ersten Mal seit 14 Tagen wurde gestern ein weiterer positiver Coronavirus-Fall im Landkreis Kulmbach bestätigt: Von den 245 Fällen gelten 228 wieder als genesen. Unter Berücksichtigung der elf Verstorbenen liegt die Anzahl der aktuell im Landkreis infizierten Personen bei sechs.
Eine Person, die außerhalb des Landkreises wohnt, wird momentan hier stationär betreut. Die in häuslicher Quarantäne befindlichen Personen sind entweder gering symptomatisch oder symptomfrei. Sie werden regelmäßig aktiv von den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes telefonisch betreut.
Insgesamt konnten mittlerweile über 2300 Personen im Landkreis wieder aus der häuslichen Isolation entlassen werden.


Stand Donnerstag, 10 Uhr, beträgt der durch das LGL veröffentlichte 7-Tage-Inzidenz-Wert pro 100.000 Einwohner für den Landkreis Kulmbach 0,00.

16:45 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Kroatien erlaubt Einreise ohne Nachweis von Gründen
Das Urlaubsland Kroatien erlaubt Bundesbürgern wieder die Einreise ohne Nachweis von Gründen. Dies beschloss die Regierung des EU-Partners am Donnerstag in Zagreb. Bisher mussten Reisende an der Grenze die Buchung einer Unterkunft oder die Bestätigung für einen Immobilien- oder Bootsbesitz in Kroatien vorlegen. Die Lockerung betrifft auch die Bürger neun weiterer EU-Staaten: Österreich, Slowenien, Tschechien, die Slowakei, Polen, Ungarn, Litauen, Lettland und Estland.
Reisende aus diesen Ländern müssen künftig an der Grenze lediglich erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Damit sollen sie gefunden werden können, wenn es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen gibt. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, können sich Urlauber ein Formblatt von der Webseite «entercroatia.mup.hr» herunterladen.


Kroatiens Wirtschaft ist in hohem Maße vom Fremdenverkehr abhängig. Das Land mit seiner langen, buchtenreichen Adriaküste und den zahlreichen Inseln ist bei deutschen Urlaubern beliebt. Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, ging zuletzt stark zurück. Von Mittwoch auf Donnerstag wurde im ganzen Land ein einziger Fall gemeldet.

16:42 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Trump nennt 100 000 Corona-Tote «sehr traurige Wegmarke»
Nach mehr als 100 000 Toten in der Corona-Pandemie in den USA hat US-Präsident Donald Trump den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen. «Wir haben gerade eine sehr traurige Wegmarke erreicht», schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. «Allen Familien und Freunden derer, die von uns gegangen sind, möchte ich mein tief empfundenes Mitgefühl und meine Liebe für alles aussprechen, wofür diese großartigen Menschen standen und stehen.» Er fügte hinzu: «Gott sei mit ihnen.»


Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore war die Zahl der Corona-Toten in den USA am Mittwochabend (Ortszeit) über die Marke von 100 000 gestiegen. Die Zahl der in den USA seit Beginn der Pandemie nachgewiesenen Infektionen liegt demnach bei etwa 1,7 Millionen. Trump war in die Kritik geraten, weil er die Gefahr durch das Virus zunächst kleingeredet hatte. Der US-Präsident weist Kritik an seinem Krisenmanagement zurück.
 

16:32 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

400 Menschen brechen aus Corona-Isolationszentrum in Malawi aus
Lilongwe (dpa) - In Malawi sind rund 400 Menschen den Behörden zufolge aus einem Corona-Isolationszentrum ausgebrochen. Die Menschen waren nach ihrer Rückkehr aus dem Nachbarland Mosambik auf Covid-19 getetet worden und mussten auf Anordnung der Regierung in einem Stadion in der Stadt Blantyre auf ihre Ergebnisse warten. Doch die Menschen klagten über schlechte Bedingungen in dem Stadion. «Wir hatten kein Essen, kein Wasser und die Toiletten waren unglaublich unordentlich», hieß es in einem Bericht eines Betroffenen.


Daraufhin brachen am Mittwoch 400 Menschen aus dem Stadion aus, wie der Gesundheitsdirektor für den Bezirk, John Kawalazira, mitteilte. Der Polizei zufolge wird der Vorfall untersucht. Am Donnerstag war das Stadion leer, bis auf verlassene Zelte und einige Polizisten, wie ein dpa-Reporter berichtete.
Im südostafrikanischen Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt, wurden bislang der panafrikanischen Gesundheitsbehörde zufolge 101 Fälle von Covid-19 bestätigt.

16:30 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Umfrage: Corona-Maßnahmen finden fast drei von vier Deutschen richtig


Die im März beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bewerten einer repräsentativen Umfrage zufolge fast drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) rückblickend als richtig. Für 15 Prozent der Befragten gingen sie zu weit, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hervorgeht. Für neun Prozent der Befragten gingen die Maßnahmen demnach nicht weit genug.
Die Lockerungen der Corona-Einschränkungen halten den Angaben zufolge 58 Prozent der Deutschen für richtig. Jeder Vierte (25 Prozent) gab dagegen an, die Lockerungen gingen zu weit. Für 15 Prozent gingen sie nicht weit genug.
 

16:23 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Mittlerweile 200 Corona-Infektionen nach Baptisten-Gottesdienst
Nach dem Gottesdienst einer Freikirche in Frankfurt am Main am 10. Mai sind bis Donnerstag 200 Menschen aus dem Umfeld der Gemeinde positiv auf Covid-19 getestet worden. Von ihnen wohnten 57 in Frankfurt, die übrigen lebten in sieben umliegenden Landkreisen, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsdezernats. Derzeit würden neun Menschen in Krankenhäusern stationär behandelt, in einem Fall intensivmedizinisch.


Am vergangenen Wochenende waren die Infektionen in der Evangeliums-Christen-Baptisten-Gemeinde bekannt geworden. Ein Sprecher der Gemeinde hatte damals erklärt, es seien alle Auflagen für Gottesdienste eingehalten worden. In einem Anfang der Woche veröffentlichten Informationsschreiben war allerdings von Gemeindegesang die Rede. Auch Nase-Mund-Masken wurden offenbar nicht getragen.
 

15:53 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Corona-Zahlen: Stabile Lage im Landkreis Wunsiedel

Im Landkreis Wunsiedel gibt es am Donnerstag im Vergleich zum Mittwoch kaum Veränderungen bei den Corona-Zahlen.

Derzeit sind elf Personen erkrankt (Vortag: zehn), 603 sind genesen (Vortag: 603). Seit Beginn der Pandemie wurden 653 Personen positiv auf das Virus getestet (Vortag: 652). 39 Menschen sind gestorben (Vortag: 39). Das teilt das Landratsamt Wunsiedel am Donnerstagnachmittag mit.

15:46 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Anstieg bei Corona-Infektionen um 20 auf 5268


Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus ist in Sachsen erneut zweistellig gestiegen. Am Donnerstag wurden nach der vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Übersicht 20 neue Fälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie haben sich damit insgesamt 5268 Menschen im Freistaat mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert. Die Zahl der Todesopfer stieg um zwei auf 209. Der Anteil der Gestorbenen an der Gesamtzahl der laborbestätigten Infektionsfälle beträgt vier Prozent. Geschätzt wird, dass inzwischen 4510 Betroffene wieder genesen sind.
 

15:30 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

«Visiere statt Masken kaufen» - Was Google-Nutzer interessiert

Als Schutz gegen Corona interessieren sich offensichtlich immer mehr Leute in Deutschland für ein durchsichtiges Visier - obwohl es keine anerkannte Alternative zur Maske ist. Nach einer Auswertung der Suchmaschine Google vom Donnerstag stieg die Anfrage «Visiere statt Masken kaufen» in den vergangenen sieben Tagen um 1300 Prozent. Die Frage «Wo sind Visiere erlaubt» stieg um 170 Prozent. Das Suchinteresse nach dem Begriff «Visier» erreichte laut Google-Angaben in diesem Monat ein Rekordhoch.
Visiere - auch Face Shields genannt - werden in der Gastronomie und bei Ärzten oder Friseuren als zusätzlicher Schutz genutzt. Sie halten aber das Verströmen von Aerosolen offensichtlich nicht so gut ab wie Masken. Laut Robert Koch-Institut können Visiere «nach unserem Dafürhalten nicht als gleichwertige Alternative» zur Mund-Nasen-Bedeckung angesehen werden. Im Merkblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu Mund-Nasen-Bedeckungen werden Visiere nicht aufgeführt. Auch die meisten Behörden erkennen sie nicht als Alternative an - allenfalls aus gesundheitlichen Gründen gelten dann Ausnahmen.
 

15:30 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Corona-Lage in Hof

Im Vergleich zum Mittwoch meldet die Gesundheitsbehörde der Stadt und des Landkreises Hof bei den Corona-Zahlen kaum Veränderungen.

Aktuell sind in Stadt und Landkreis Hof 54 Personen Corona-positiv. Die Zahl der bisher festgestellten Coronafälle im Landkreis und der Stadt Hof liegt aktuell bei 565 Personen. Davon bereits wieder symptomfrei und aus der häuslichen Isolierung entlassen sind 475 Personen. Die Zahl der Todesfälle von Covid 19-Infizierten liegt weiterhin bei 36.

15:16 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Bayerns Zahnärzte können Corona-Kredite der Krankenkassen beantragen

Aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus haben viele Patienten den Gang zum Zahnarzt in den vergangenen Wochen gescheut - mit gravierenden Folgen für die selbstständigen Praxisinhaber. Diese können im Freistaat nun Liquiditätshilfen auf Kreditbasis in Anspruch nehmen, wie die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZVB) in Bayern am Donnerstag in München mitteilte.

Gerade junge Zahnärzte, die noch keine Rücklagen aufbauen konnten und Kredite zurückzahlen müssen, und Zahnärzte in strukturschwachen Regionen Bayerns treffe der Rückgang der Patientenzahlen hart. "Ein Praxissterben wollen wir verhindern", erläuterte der Vorstandsvorsitzende Christian Berger.

Grundlage ist eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums, wonach die Krankenkassen den Praxen auf Verlangen bis zu 90 Prozent der Vorjahresleistungen als Kredit gewähren müssen. Da dies einen hohen Verwaltungsaufwand bedeutet und das Geld in den kommenden beiden Jahren zurückzuzahlen ist, war es auch in Bayern umstritten, ob die Kassenzahnnärztliche Vereinigung diese Möglichkeit annehmen soll oder nicht - sie stellt den Ärzten die Kredite der Kassen letztlich auf Antrag zur Verfügung.

 

15:00 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Seilbahnen in Bayern fahren zu Pfingsten

Vom Wochenende an geht es auch wieder ohne Muskelkraft auf den Berg - dafür mit Abstand und Maske. Kabinenbahnen und Sessellifte dürfen auch in Bayern wieder fahren. Ursprünglich wollte der Verband Deutscher Seilbahnen vergangene Woche im Freistaat wieder starten. In vielen anderen Bundesländern laufen die Bahnen schon wieder - in Baden-Württemberg etwa können Erholungssuchende schon seit dem 4. Mai und damit seit fast vier Wochen wieder mit der Bahn auf die Berge fahren.

Nun freue man sich, zu Pfingsten auch in Bayern wieder in Betrieb gehen zu können, hieß es bei dem Verband. Das Schutzkonzept der Staatsregierung lasse sich bei den Bahnen sehr gut umsetzen, sagte Verbandsvorstand Matthias Stauch, der auch Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn ist. Die Gäste sollen Masken mitbringen und 1,5 Meter Abstand auch draußen einhalten, wo keine explizite Maskenpflicht besteht. In Kabinenbahnen soll die Zahl der Fahrgäste nach den Vorgaben der Staatsregierung auf 35 Prozent der üblichen Beförderungskapazität begrenzt sein.

 

14:58 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Landesamt: 46.998 Coronavirus-Fälle in Bayern und 2454 Tote

In Bayern sind inzwischen 46 998 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben sind 2454 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Donnerstag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. Die geschätzte Zahl der Genesenen lag bei 42 480 Menschen.
 

12:50 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Viele bayerische Kinos lehnen Mundschutzpflicht ab

Viele Kinos in Bayern wünschen sich andere Bedingungen für eine Wiedereröffnung ab dem 15. Juni. Unter anderem kritisieren sie, dass die Zuschauer während der Filmvorführungen Mundschutz tragen sollen. Anders als in Restaurants oder Kirchen würden Kinobesucher nicht sprechen oder singen, sondern ruhig auf ihren Plätzen sitzen, heißt es in einem Konzeptvorschlag, den Arthouse- und inhabergeführte Filmtheater aus München und Umgebung erarbeitet haben und das als Vorlage für Häuser in ganz Bayern dienen soll. Problematisch sei auch die starre Obergrenze von bis zu 50 Besuchern. Ein rentabler Spielbetrieb sei für viele Häuser unter diesen Voraussetzungen nicht möglich.

Am Dienstag hatte das bayerische Kabinett die Öffnung der Kinos nach einer mehrwöchigen coronabedingten Pause zum 15. Juni genehmigt. Dieser Termin sei für viele Häuser zu früh, etwa um Hygienemaßnahmen umzusetzen, heißt es in dem Schreiben. Außerdem gebe es zu diesem Termin wohl noch keine neuen Filme. Die Betreiber schlagen stattdessen einen zweistufigen Beginn vor - nach einem vorsichtigen Start Mitte Juni sollte der reguläre Spielbetrieb dann am 2. Juli wieder losgehen, dann auch mit neuen Kinofilmen.
 

10:49 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Kommunalpolitiker aus der Region wenden sich gegen geplante Lockerungen

Kommunalpolitiker aus der fränkisch-südthüringischen Region haben sich in einem offenen Brief gegen die Corona-Lockerungspläne der Thüringer Landesregierung gewandt. Eine komplette Aufhebung der Corona-Beschränkungen sei in einem Grenzgebiet wie diesem fatal, hieß es in dem am Donnerstag verbreiteten Schreiben an Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Den Brief haben die Landräte aus Coburg, Kronach, Lichtenfels, Sonneberg und Hildburghausen sowie die Stadtoberhäupter von Coburg, Sonneberg, Neustadt bei Coburg und der Vorsitzende des Bayerischen Gemeindetages unterzeichnet.

Sie befürchten einen Anstieg der Corona-Infektionen in der gesamten Region, wenn in Thüringen die Beschränkungen landesweit komplett aufgehoben würden. Das sei ein trügerisches Zeichen an die Bevölkerung. Um Infektionswege nachvollziehen zu können, brauche es überregionale Maßnahmen, hieß es.
Ramelow hatte zuletzt erklärt, bei seiner viel diskutierten Maßnahme - die bisher geltenden Corona-Beschränkungen weitgehend aufzuheben - bleiben zu wollen. Staatliche Verordnungen seien Noteingriffe, die nur berechtigt seien, wenn das Infektionsgeschehen das erfordere. Im Juni wolle er aus den Allgemeinverordnungen raus, hatte Ramelow bekräftigt. Entscheidungen dazu hat das Kabinett aber noch nicht getroffen. Weiterhin gelten soll allerdings der Mindestabstand von 1,50 Metern sowie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwa im öffentlichen Nahverkehr.

Der Kreis Sonneberg war neben dem Kreis Greiz ein Corona-Hotspot in Thüringen. Zuletzt lag die Zahl der Neuinfektionen in der Sonneberger Region bei 21,4 pro 100.000 Einwohner und Woche.
 

10:03 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Österreichs Gesundheitsminister: "Italien ist noch ein Hotspot"

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sieht mögliche Grenzöffnungen zu Italien aufgrund der Corona-Pandemie noch kritisch. "Italien ist noch ein Hotspot, obwohl die Lage in einigen Regionen schon besser wurde und man sich sehr engagiert", sagte Anschober den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Donnerstag). "Ich bin ein großer Freund der Reisefreiheit, aber bei Italien müssen wir noch vorsichtig sein."

Österreich will in den kommenden Wochen seine Grenzen zu zahlreichen Nachbarländern wieder öffnen. Hinsichtlich der Grenzen zu Italien und auch Slowenien äußerte sich die Regierung in Wien aber zuletzt sehr zurückhaltend. Vor allem Italien drängt auf einen Lockerungsschritt von Seiten Österreichs, damit der für das Land außerordentlich wichtige Tourismus wieder Fahrt aufnehmen kann. Das Land will seinerseits schon am 3. Juni seine Grenzen für EU-Bürger öffnen.

 

08:40 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Spahn: Keine echten Erkenntnisse über Ansteckungsrisiko bei Kindern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält verlässliche Einschätzungen zur Corona-Gefahr in Schulen und Kindergärten derzeit für schwierig. "Die Wahrheit ist, dass wir aktuell eine Studienlage haben, die keine echten Schlüsse zulässt, inwieweit Kinder zur Verbreitung des Virus beitragen", sagte Spahn der "Ausgburger Allgemeinen" (Donnerstag). "Da gibt es sehr unterschiedliche Bewertungen - und das macht es besonders schwer, politische Entscheidungen zu treffen."

Spahn wies darauf hin, dass es fast täglich neue wissenschaftliche Erkenntnisse über das Virus gebe.  Das zwinge auch die Politik, Einschätzungen zu verändern und Maßnahmen anzupassen. "Besonders schwierig sind die Bereiche Kindergarten und Schule", sagte er.
 

08:38 Uhr - Donnerstag, 28.05.2020

Zehntausende Verstöße gegen Corona-Auflagen in Bayern

Zehntausende Menschen in Bayern haben schon gegen die Corona-Auflagen der Staatsregierung verstoßen. Zwischen dem Beginn der Ausgangbeschränkung am 21. März und dem Stichtag 25. Mai (0.00 Uhr) erfassten die Polizisten im Freistaat 57 502 Vorgängen, wie das Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur in München mitteilte. Betroffen davon seien 52 824 Personen.

Das Gros mit 44 553 Fällen machen den Angaben zufolge Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen allgemein aus - wobei mehrere Vergehen pro Anzeigenvorgang möglich sind. 12 258 Mal taucht in der Statistik ein Verstoß gegen das Verbot von Menschenansammlungen auf. 1249 Mal ging es um Veranstaltungen, 830 Mal um Maskenpflicht, 658 Mal um Betriebsstättenuntersagungen und 358 Mal um Quarantäne-Verstöße.

Konkrete Einzelfälle werden in der Statistik nicht erfasst. In den Polizeiberichten der vergangenen Wochen waren aber immer wieder Beispiele enthalten: Etwa Verstöße während der Anti-Corona-Demos, illegale "Corona-Partys" oder aber Friseure, die zu einer Zeit, als das noch nicht wieder erlaubt war, Kunden bedienten.

Für all diese Verstöße gibt es einen Bußgeldkatalog. Demnach muss beispielsweise 150 Euro zahlen, wer sich mit mehr Leuten als erlaubt trifft oder gegen die Maskenpflicht verstößt. 5000 Euro werden für Unternehmer fällig, die kein Schutz- und Hygienekonzept für ihren Betrieb haben. Und sein Kind in die Notbetreuung zu geben, ohne dazu berechtigt zu sein, wird mit 500 Euro geahndet.
 

22:10 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Grünes Licht für Corona-Warn-App in Pariser Parlament
Die französische Nationalversammlung hat grünes Licht für die Corona-App «StopCovid» gegeben. Die Parlamentarier billigten mehrheitlich eine entsprechende Erklärung der Mitte-Regierung von Premierminister Édouard Philippe, wie das Unterhaus des französischen Parlaments am Mittwochabend berichtete.
Die App soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Nutzer sollen gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten. Gegen die App gab es immer wieder datenschutzrechtliche Bedenken - auch aus dem Lager von Präsident Emmanuel Macron.
Wie die Nationalversammlung berichtete,  stimmten 338 Abgeordnete für die Erklärung, 215 votierten dagegen, 21 enthielten sich. Der Staatssekretär für Digitales, Cedric O, hatte erklärt, die App könnte möglicherweise schon vom kommendem Wochenende an zur Verfügung stehen. «Es ist der richtige Zeitpunkt, denn die Franzosen sind immer mehr daran interessiert, rauszugehen und wieder ein soziales Leben zu führen», hatte O der Zeitung «Le Figaro» gesagt.
Frankreich gehört in Europa zu den Ländern, die schwer von der Covid-19-Pandemie betroffen sind. Es starben bisher rund 28 600 Menschen.
 

22:09 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Joko und Klaas moderieren Verschwörungsquiz: Geld für Vernünftige
Im Stile einer Call-in-Show haben Joko Winterscheidt (41) und Klaas Heufer-Umlauf (36) auf ProSieben ein Quiz rund um Verschwörungen präsentiert. In der vorerst letzten Ausgabe ihrer Sendung «Joko & Klaas Live» stellten die Moderatoren am Mittwochabend mehrere Fragen, Anrufer konnten 150 Euro gewinnen. «Eure Aufgabe ist es, die vernünftigen Antworten zu finden», erklärte Heufer-Umlauf.
Das Duo wollte etwa wissen, woher das Coronavirus genau stamme. Neben der richtigen Antwort («Stand jetzt ist es wissenschaftlich noch nicht eindeutig erwiesen») gaben die beiden weitere Möglichkeiten vor, an die Verschwörungstheoretiker glauben könnten (Greta Thunberg und Bill Gates). Damit wollten die Spaßmacher auf die abstrusen Thesen hinweisen, die teilweise auf Anti-Corona-Demos widergegeben werden.
Die beiden behandeln in ihrer Sendung «Joko & Klaas Live» immer wieder gesellschaftlich relevante Themen. Zuletzt hatten sie mit der fiktiven Ausstellung «Männerwelten» ein Schlaglicht auf sexuelle Übergriffe gegen Frauen geworfen und dafür viel Lob bekommen.
Die freie Sendezeit hatten sich die Moderatoren in der einen Tag zuvor ausgestrahlten Show «Joko & Klaas gegen ProSieben» erspielt, in der sie in mehreren Wettkämpfen gegen ihren Arbeitgeber antreten. Am Mittwochabend durften sie dann als Sieger über ihren Sender 15 Minuten ab 20.15 Uhr bei ProSieben völlig frei bespielen.

 

21:58 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Erholungsrally im Dax ist nicht zu bremsen
Die Erholung im Dax hat sich am Mittwoch fortgesetzt. Mit der häppchenweisen Lockerung der Corona-Beschränkungen setzen die Investoren aktuell auf eine schnelle Erholung der Weltwirtschaft. Der deutsche Leitindex Dax schloss 1,33 Prozent fester bei 11.657,69 Punkten.
Hingegen gab der MDax der mittelgroßen deutschen Werte um 1,16 Prozent auf 25.152,03 Zähler nach, hier nahmen Anleger bei bisherigen Krisengewinner-Aktien wie Sartorius, Teamviewer, Delivery Hero oder Hellofresh Gewinne mit.
Seit dem kleineren Durchhänger am vergangenen Freitag ist der Dax nun schon wieder um gut sieben Prozent gestiegen. «Die Erwartung, dass die Staaten und Notenbanken den Wirtschaften ausreichend mit billigen Geld und Liquiditätsspritzen unter die Arme greifen, lässt die Sorgen in den Hintergrund rücken», kommentierte Timo Enden vom Analysehaus Emden Research.
So ließen am Mittwoch etwa die Pläne von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Kurse anspringen, die für die wirtschaftliche Erholung Europas nach der Corona-Krise 750 Milliarden Euro mobilisieren will. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) signalisiert zusätzliche Schützenhilfe in Form einer weiteren Öffnung ihrer bereits sehr lockeren Geldpolitik.
Die «ausgeprägte Sorglosigkeit» an den Aktienmärkten mahne allerdings zur Vorsicht, merkte Marktbeobachter Emden an. «Die Hausse nährt derzeit die Hausse. Viele Spekulanten setzen derzeit auf kurzfristige Gewinne und treiben die Kurse.»
Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung aus der Corona-Krise beflügelte unterdessen am Mittwoch auf Unternehmensseite vor allem Autowerte. Dax-Sieger Daimler profitierte mit einem Plus von knapp 8,9 Prozent auch von einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Mainfirst.
Die zuvor sehr festen Lufthansa-Aktien gerieten hingegen in einen Schlingerkurs und drehten zeitweise ins Minus ab nach Nachrichten, dass der Aufsichtsrat die Entscheidung zur Annahme des staatlichen Rettungspakets über neun Milliarden Euro vertagt.
Dax-Schlusslicht waren die Aktien des Chipkonzerns Infineon mit einem Abschlag von rund viereinhalb Prozent nach einer Platzierung neuer Aktien zur Finanzierung der Cypress-Übernahme.
Auch Bank-Aktien kam der anhaltende Konjunktur-Optimismus zugute. Deutsche Bank gewannen fast vier Prozent, im MDax waren Deutsche Pfandbriefbank der stärkste Wert mit einem Plus von rund 8,6 Prozent.
Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann 1,73 Prozent auf 3051,08 Punkte. In Paris stieg der Cac 40 um rund 1,8 Prozent und in London verbuchte der FTSE verbuchte ein Plus von rund 1,3 Prozent. An der Wall Street setzte der Dow Jones Industrial nach dem Sprung über die Marke von 25 000 Punkten am Vortag seinen Weg nach oben weiter fort und notierte zum hiesigen Handelsschluss mit rund einem Prozent im Plus.
Der Euro rutschte zuletzt wieder über die Marke von 1,10 US-Dollar, über die er im Tagesverlauf dank der EU-Corona-Pläne gesprungen war und den höchsten Stand seit Anfang April erreicht hatte. Zuletzt wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,0977 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0991 (Dienstag: 1,0975) Dollar festgelegt.
Am deutschen Anleihemarkt stieg der Rentenindex Rex um 0,08 Prozent auf 144,74 Punkte. Die Umlaufrendite sank im Gegenzug von minus 0,42 Prozent am Vortag auf minus 0,43 Prozent. Der Bund-Future verlor 0,19 Prozent auf 171,97 Punkte.
 

21:13 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

RKI meldet 362 Neuinfektionen - mehrere Flüchtlingsheime betroffen
Wegen Corona-Ausbrüchen in Flüchtlingsheimen reißt Regensburg die Schwelle der als kritisch bewerteten Zahl an Neuinfektionen, auch Rheinland-Pfalz verzeichnet wieder einen höheren Anstieg. So sehen die aktuellen Zahlen aus.
Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 362 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mehr als 179.300 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Mittwoch meldete (Datenstand 27.05, 0 Uhr). Ein Großteil davon ist bereits wieder genesen. Die Zahl der Neuinfektionen bleibt weiter auf niedrigem Niveau, das Infektionsgeschehen wird von vereinzelten kleineren Ausbrüchen dominiert.
Die Stadt Regensburg reißt wegen eines Corona-Ausbruchs in einem Ankerzentrum für Flüchtlinge die kritische Grenze für Corona-Neuinfektionen. Dort waren bei einer Reihen-Untersuchung viele Fälle festgestellt worden. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit müssen die Regensburger erst einmal keine Konsequenzen befürchten, das Infektionsgeschehen sei lokal und klar eingrenzbar.
Laut RKI-Datenbank ist der bayerische Landkreis derzeit der einzige, der den Schwellenwert von 50 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschreitet. Aufgrund von Meldeverzögerungen kann die tatsächliche Lage aber bereits anders sein.
In Mainz wurden insgesamt 52 Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft positiv auf das Virus Sars-Cov-2 getestet, wie die Kreisverwaltung Mainz-Bingen mitteilte. Die Flüchtlingsunterkunft steht seit dem 19. Mai unter Quarantäne. Neben Rheinland-Pfalz ist die Zahl der bestätigten Fälle auch in Brandenburg wieder etwas stärker gestiegen als zuvor.
Bislang starben dem RKI zufolge 8349 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 47. 162.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind etwa 800 mehr als noch einen Tag zuvor.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch bei 0,68 (Datenstand 27.5. 0 Uhr; Dienstag 0,70). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel etwa sieben weitere Personen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 27.5. 0.00 Uhr) bei 0,76. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.
 

20:58 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

US-Notenbank: Corona-Krise belastet Wirtschaft weiter stark
Die Corona-Krise belastet die amerikanische Wirtschaft nach Einschätzung der US-Notenbank weiterhin stark. «Die wirtschaftliche Aktivität ging in allen Distrikten zurück - in den meisten stark - was die Belastungen durch die Covid-19-Pandemie widerspiegelt», schreibt die Fed in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht («Beige Book»).
Eine deutliche Besserung ist laut dem Bericht nicht in Sicht. Man hoffe auf die Wiedereröffnung von Unternehmen. Der Ausblick sei aber sehr unsicher. Die meisten befragten Unternehmen seien mit Blick auf eine mögliche wirtschaftliche Erholung pessimistisch.
Das Beige Book beruht auf einer Umfrage unter Unternehmensvertretern. Zudem werden auch Ökonomen, Marktexperten und andere Geschäftskontakte befragt. Es wurden Daten berücksichtigt, die bis zum 18. Mai gesammelt wurden.
 

20:02 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Merkel: Corona-Krise macht mehr Zusammenarbeit in Europa nötig
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Folgen der Corona-Pandemie mit einer stärkeren Zusammenarbeit in Europa bewältigen. «Europa kann aus der Krise stärker hervorgehen, als es in sie hineingegangen ist», sagte die Kanzlerin am Mittwochabend zum Auftakt einer Diskussion der Konrad-Adenauer-Stiftung, die Folgen der Corona-Pandemie für die im Juli beginnende EU-Ratspräsidentschaft Deutschland in der Außen- und Sicherheitspolitik beleuchtete. Die Corona-Krise habe «alles auf den Kopf gestellt», sagte Merkel. Sie zeige, dass grundlegende Veränderungen kurzfristig Entscheidungen mit langfristigen Wirkungen nötig machten. Die Verantwortung dürfe deswegen nicht an nationalstaatlichen Grenzen halt machen.
 

20:00 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Oberfrankens Spitzen-Landkreis: Seit 13 Tagen kein weiterer Corona-Fall

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Fälle innerhalb der vergangenen Woche pro 100.000 Einwohner, liegt im Landkreis Kulmbach weiter bei 0. Diesen Wert erreicht ansonsten kein anderer oberfränkischer Landkreis.

244 beträgt nach wie vor die Gesamtzahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen im Landkreis Kulmbach. Seit Donnerstag, 14. Mai, ist im Landkreis kein weiterer positiver Coronavirus-Fall bestätigt worden. Dies gilt sowohl für die übermittelten Befunde der festen Abstrichstellen in Kulmbach und Stadtsteinach, als auch für die Ergebnisse der mit Hilfe einer mobilen Abstrichstelle fortgeführten Reihentestung der Pflege- und Altenheime im Landkreis. Von den 244 Fällen gelten 228 wieder als genesen. Unter Berücksichtigung der elf Verstorbenen liegt die Anzahl der aktuell im Landkreis infizierten Personen bei fünf. Keine dieser Personen wird momentan stationär betreut.

Die in häuslicher Quarantäne befindlichen Personen sind entweder gering symptomatisch oder symptomfrei. Sie werden regelmäßig aktiv von den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes telefonisch betreut. Insgesamt konnten mittlerweile über 2300 Personen im Landkreis wieder aus der häuslichen Isolation entlassen werden. Stand Mittwoch, 10 Uhr, beträgt der durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlichte 7-Tage-Inzidenz-Wert pro 100.000 Einwohner für den Landkreis Kulmbach 0,00.

 

Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner (Laut LGL, Stand: 27. Mai, 10 Uhr):

Stadt Hof: 8,71

Landkreis Hof: 27,28

Landkreis Wunsiedel: 6,83

Landkreis Kulmbach: 0,00

Landkreis Coburg: 36,82

Stadt Coburg: 29,09

Landkreis Kronach: 2,98

Landkreis Lichtenfels: 40,40

Stadt Bamberg: 3,87

Landkreis Bamberg: 2,04

Landkreis Forchheim: 0,86

 

Gut zu wissen:

Der Begriff Inzidenz stammt aus der Epidemiologie und beschreibt die jeweilige Neuerkrankungsrate an einer bestimmten Krankheit. Die Inzidenz gibt an, wie viele gesunde Menschen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes an einer bestimmten Krankheit neu erkranken. Mit diesem Berechnungsschema lässt sich einschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Person aus einem zuvor definierten Personenkreis erkrankt. Bei der Epidemiologie handelt es sich um ein Gebiet der Medizin, das sich mit der Verbreitung und dem Verlauf von Krankheiten sowie den jeweiligen Einflussfaktoren befasst.

 

19:22 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Söder: Einhalten von Abstandsregeln am Ballermann schwer vorstellbar
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) lässt angesichts der Corona-Pandemie wenig Hoffnung auf Sommerurlaub an überfüllten Touri-Hotspots. «Es ist schwer vorstellbar, wie man am Ballermann Hygiene- und Abstandsregeln richtig einhalten kann», sagte Söder der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Donnerstag/online Mittwoch) mit Blick auf die beliebte Baleareninsel Mallorca. Vernunft und Lebensfreude seien aber kein Widerspruch. «Und gerade dieses Jahr ist dann eben ein anderes Urlaubsjahr als sonst.»
Söder mahnte auch beim Urlaub zur Vorsicht und warnte vor einem zweiten «Lockdown». «Wir sehen doch an einzelnen Beispielen in diesen Tagen, wie schnell wieder hundert Neuinfektionen entstehen können.» Vorsicht müsse daher oberste Priorität bleiben.

 

19:15 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Nordrhein-Westfalen auf Öffnungskurs - Samstag weitere Lockerungen
Fußball, Ferienangebote, Kino und Theater: Vom Pfingstwochenende an haben die Menschen in Nordrhein-Westfalen nach wochenlanger Corona-Zwangspause wieder mehr Freiheiten. Die Landesregierung gab am Mittwochabend weitere Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen bekannt.
Danach darf sich künftig auch eine Gruppe von bis zu zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Kinos, Theater, Oper und Konzerthäuser dürfen wieder öffnen, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Besuchern gewährleistet ist und es ein Zutrittskonzept gibt. Ein besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept ist notwendig, wenn mehr als ein Viertel der regulären Zuschauerkapazität oder mehr als 100 Personen zuschauen sollen.
Auch Busreisen sind unter den Bedingungen des Infektionsschutzes wieder möglich. Schüler können ihre Sommerferien wieder mit Tagesausflügen, Ferienfreizeiten, Stadtranderholung und Fernreisen unter Einhaltung der Hygiene- und Schutzvorschriften verbringen.

19:15 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Bundestag entscheidet über Steuersenkung und Lohnersatz für Eltern
Der Bundestag entscheidet an diesem Donnerstag (9.00 Uhr) über eine stärkere Unterstützung für berufstätige Eltern und für die Gastronomie in der Corona-Krise. Väter und Mütter, die wegen eingeschränkten Kita- oder Schulbetriebs nicht arbeiten können, sollen länger Geld vom Staat bekommen. Der Lohnersatz soll nicht nur 6, sondern bis zu 20 Wochen lang gezahlt werden. Im gleichen Gesetz wird die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Das soll ab Juli für ein Jahr gelten und Restaurants wie Cafés helfen, ihre verlorenen Umsätze nach Abflauen der Pandemie zumindest zum Teil wieder hereinzuholen. Geplant ist auch, dass Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld größtenteils steuerfrei gestellt werden.
Zuvor wird im Bundestag die neue Wehrbeauftragte des Parlaments, Eva Högl, vereidigt. Die Nominierung der SPD-Politikerin war in der eigenen Fraktion höchst umstritten gewesen. Der Bundestag hatte die Juristin Anfang des Monats dann aber mit deutlicher Mehrheit gewählt. Die Wehrbeauftragte gilt als Anwältin der Soldaten.
 

18:58 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Kurz: EU-Vorschlag für Coronahilfen ist Startpunkt für Verhandlungen
Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat den Vorschlag der EU-Kommission über ein Konjunkturprogramm in der Corona-Krise als «Startpunkt für die Verhandlungen» bezeichnet. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will 750 Milliarden Euro für die wirtschaftliche Erholung Europas mobilisieren. Österreich gilt zusammen mit Schweden, Dänemark und den Niederlanden als «die sparsamen Vier», die statt nicht zurückzahlbarer Zuschüsse auf die Vergabe günstiger Kredite setzen. «Was noch verhandelt werden muss, das ist die Höhe sowie das Verhältnis zwischen Zuschüssen und Krediten», teilte Kurz der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Mittwoch mit.
Während einige Länder möglichst viel einforderten, sprächen sich Länder wie die Niederlande, Schweden, Dänemark und Österreich «aus Verantwortung gegenüber unseren Steuerzahlern» klar für Kredite aus, teilte Kurz weiter mit.
 

18:12 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Bundestag streitet über Entwicklungshilfe - AfD will keine Neuzusagen
Mit Empörung haben die Abgeordneten aller anderen Fraktionen auf einen Vorschlag der AfD reagiert, wegen der Corona-Krise an der Entwicklungshilfe zu sparen. «Sie wollen den Ärmsten der Armen noch etwas weg nehmen. Wie arm ist denn das?», sagte der FDP-Politiker Christoph Hoffmann am Mittwochabend im Bundestag.
Die AfD forderte die Bundesregierung auf, «bis zur endgültigen Bewältigung der Corona-Pandemie in Deutschland und Europa keine Neuzusagen für die bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit zu tätigen oder in Aussicht zu stellen». Der AfD-Abgeordnete Markus Frohnmaier sagte, die dadurch freiwerdenden Mittel sollten unter anderem genutzt werden, um deutschen Familien und Unternehmern zu helfen, die durch die Corona-Krise in Not geraten seien.
«Soviel Unfug habe ich selten auf zwei Seiten Papier gedruckt gesehen», kommentierte Uwe Kekeritz (Grüne) den Antrag der AfD. Deutschland sei auf Rohstofflieferungen und Absatzmärkte angewiesen. Der AfD gehe es aber gar nicht um Argumente, sondern um «Hassbotschaften».
 

18:01 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Corona: Kaum Veränderungen im Landkreis Kronach

Im Vergleich zum Dienstag gibt es am Mittwoch landkreisweit kaum Veränderungen bei den Corona-Zahlen.

Derzeit sind immer noch zehn Personen infiziert. Das sind genau so viele wie am Dienstag. Genesen sind mittlerweile 146 Menschen. Weiterhin sind drei Personen in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der bislang bestätigten Coronavirus-Infektionen beträgt 159. Das sind im Vergleich zum Vortag zwei Fälle mehr. In Quarantäne sind derzeit 19 Personen. Das ist eine Person mehr als am Vortag. Insgesamt aus der Quarantäne entlassen wurden bislang 369 Menschen.

17:49 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Marktredwitz/Selb: Zwei Mitarbeiter des Klinikums corona-infiziert

Ein aus dem Klinikum Fichtelgebirge bereits entlassener, negativ getesteter und symptomfreier Patient ist bei einer erneuten Vorstellung im Krankenhaus, innerhalb der Inkubationszeit, positiv abgestrichen worden.

Daraufhin wurde laut einer gemeinsamen Mitteilung des Klinikums und des Landratsamtes unverzüglich und in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt eine Reihentestung der Mitarbeiter veranlasst, die mit dem Patienten beim ersten Aufenthalt in Kontakt waren. Bei dieser Testreihe wurden zwei symptomfreie Mitarbeiter positiv getestet. "Durch das schnelle Eingreifen des Klinikums und Gesundheitsamtes konnte die Infektionskette somit schnell unterbrochen werden", heißt es in dem Schreiben. Die positiv getesteten Mitarbeiter haben sich gemäß geltender Regularien in häusliche Quarantäne begeben.

Dr. Philipp Koehl, Ärztlicher Direktor des Klinikums sagt: "Die Pandemie ist noch nicht vorbei! Das Klinikum Fichtelgebirge geht auch weiterhin davon aus, dass potenziell jeder auch symptomfrei das Virus tragen kann. Daher ist das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes für Personal und Patienten Standard im gesamten Klinikum, es gelten auch weiterhin eingeschränkte Besucherregelungen und es wird unverändert jeder Patient getestet und bis zum Vorliegen des Ergebnisses isoliert. Das Klinikum arbeitet eng mit den Gesundheitsämtern zusammen, um Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen."

In der Kabinettssitzung der bayerischen Staatskanzlei wurde zusätzlich beschlossen, dass die Tests in Bayern massiv ausgeweitet werden. Regelmäßige Tests für Beschäftigte in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und für Lehrkräfte und Erzieherinnen sollen ermöglicht werden, und die Testergebnisse sollen auch schneller vorliegen. "Das bestätigt den im Landkreis Wunsiedel bereits vor Wochen eingeschlagenen Weg." red

17:27 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Peta zeigt Schlachtbetriebe wegen Körperverletzung an


Die Tierrechtsorganisation Peta hat wegen «Verdacht der vorsätzlichen gefährlichen Körperverletzung» Anzeige erstattet gegen die Schlachtbetriebe Westfleisch, VION, Müller-Fleisch und Wiesenhof. Die Organisation teilte am Mittwoch in Stuttgart mit, dass die Unternehmen in Coesfeld und Dissen, Bad Bramstedt, Birkenfeld sowie Straubing-Bogen «Corona-Infektionen bei Mitarbeitern anscheinend billigend in Kauf genommen» hätten. Mitursache für die unter ihren Mitarbeitenden grassierenden Infektionen mit SARS-CoV-2 seien die «katastrophalen Zuständen bei Unterkünften und Arbeitsverhältnissen», von denen die Betriebsleitungen seit langem gewusst hätten.


Die Anzeigen wurden bei den Staatsanwaltschaften in Kiel, Münster, Karlsruhe/Pforzheim und Regensburg/Straubing erstattet. Krishna Singh, Justiziar bei Peta, sagte den weiteren Angaben zufolge, das System der tierausbeutenden Industrie funktioniere nur, weil auch Menschen ausgebeutet würden. Bereits die Infektion mit SARS-CoV-2 sei wegen der potenziellen Gefährlichkeit der Krankheit COVID 19 eine Gesundheitsschädigung im Sinne der gefährlichen Körperverletzung, unabhängig davon, ob Infizierte tatsächlich erkranken. Peta kritisiert, dass der Betrieb in den jetzt angezeigten Unternehmen trotz steigender Infektionszahlen und unzureichender Hygienebedingungen weitergelaufen sei.

17:22 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Frankfurter Buchmesse soll im Herbst stattfinden
Die Frankfurter Buchmesse soll in diesem Herbst trotz Corona-Pandemie stattfinden. Das hat der Aufsichtsrat der Buchmesse am Mittwoch entschieden. Geplant sei, die Bücherschau vom 14. bis 18. Oktober 2020 auf dem Messegelände, dezentral in der Stadt und zeitgleich virtuell stattfinden zu lassen.

17:15 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Ramelow: Osten auch in der Corona-Krise anders

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich für ein abgestimmtes Vorgehen der Länder und des Bundes in der Corona-Krise auch in Zukunft ausgesprochen. «Wir haben als neue Länder dafür geworben, dass wir alsbald wieder miteinander kommunizieren», sagte er am Mittwoch in Erfurt nach einer Videokonferenz mit seinen ostdeutschen Amtskollegen und mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die große Ministerpräsidentenkonferenz am 17. Juni solle das künftige Vorgehen zum Schwerpunkt haben, fügte er hinzu.


Es ginge um die Frage, wo wir stehen, sagte der Linken-Politiker. Die Entwicklung der Pandemie in den Ländern sei sehr unterschiedlich. «Deshalb ist es wichtig, dass wir uns darüber verständigen, was das etwa für Teststrategien und die wissenschaftliche Arbeit bedeutet», so Ramelow. Er verwies zudem auf die geplante Tracing-App, die am 15. Juni verfügbar sein soll. «Wir Ministerpräsidenten wollen sie während unserer Konferenz am 17. Juni demonstrativ gemeinsam runterladen, um auch hier auf eine neue Perspektive bei der Verfolgung des Infektionsgeschehens hinzuweisen», kündigte Ramelow an.


Thema bei den Ost-Regierungschefs seien auch die Förderinstrumentarien in der Corona-Krise gewesen. Diese würden sich vor allem auf große Konzerne konzentrieren, «und genau von diesen gibt es in den ostdeutschen Ländern zu wenige», sagte Ramelow. Entlastungen von Umsatzsteuerpunkten, die in Westdeutschland eine möglicherweise viel größere Wirkung hätten, würden im Osten verpuffen. Gebraucht werde ein Förderprogramm, das sich auf die konkrete Situation in den neuen Ländern richte.
 

17:12 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Umfrage lässt Söders CSU weiter von absoluter Mehrheit träumen

Dank des Corona-Krisenmanagements der bayerischen Staatsregierung kann die CSU um ihren Parteichef Markus Söder weiter von einer absoluten Mehrheit bei künftigen Wahlen träumen. Im «BR-BayernTrend» im Auftrag des BR-Politikmagazins «Kontrovers» kommen die Christsozialen auf 48 Prozent und liegen damit nur leicht unter dem Wert von Anfang April (49 Prozent), aber klar vor dem Ergebnis der Landtagswahl von 2018 (37,2).

Dagegen können die mitregierenden Freien Wähler weiterhin von der Gunst der Bayern kaum profitieren. Der Koalitionspartner von Ministerpräsident Söder kommt wie im April auf gerade einmal 8 Prozent und landet damit hinter dem Ergebnis der Landtagswahl 2018 (11,6). Die Grünen kommen in der Umfrage auf 19 Prozent (17,6), die SPD auf 9 Prozent (9,7). Die AfD liegt sogar bei nur noch 5 Prozent (10,2) und die FDP muss mit 3 Prozent (5,1) sogar das Ausscheiden aus dem Landtag fürchten.

17:00 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Corona-Zahlen: Wenig Veränderung in Stadt und Landkreis Coburg

Im Vergleich zum Dienstag haben sich die Corona-Zahlen in der Stadt und im Landkreis Coburg kaum verändert.

Wie die Gesundheitsbehörde der Stadt und des Landkreises Coburg am Mittwoch mitteilt, sind derzeit 111 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (91 im Landkreis, 20 in der Stadt). Im Vergleich zum Vortag ist das ein Infizierter weniger. Insgesamt gibt es bislang 396 bestätigte Coronavirus-Infektionen (Vortag: 392). Weiterhin sind in der Stadt und im Landkreis bislang 23 Personen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Genesenen beträgt mittlerweile 262. Im Vergleich zum Dienstag sind das fünf Genesene mehr.

16:56 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Unions-Arbeitnehmerflügel will Kurzarbeitergeld für Azubis
Der Arbeitnehmerflügel der Union im Bundestag fordert eine Azubi-Prämie nach dem Modell des Kurzarbeitergelds, um den Lehrstellenmarkt in der Corona-Krise zu stützen. «Nach der Krise ist vor dem Aufschwung. Deshalb muss der Ausbildungsmarkt stabilisiert werden», sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, Uwe Schummer, bei «Focus Online». «Da ist eine Art Kurzarbeitergeld für Azubis genau die richtige Antwort.»


Die Prämie solle gezahlt werden, wenn eine Firma nachweisen könne, dass sie wegen der Corona-Krise echte Umsatzeinbrüche habe. So solle den angeschlagenen Betrieben ermöglicht werden, Auszubildende weiter zu qualifizieren oder neue junge Leute einzustellen.


Wichtig sei, dass Auszubildende weiter ihr volles Gehalt bekämen, sagte Schummer. «Wenn wir die Betriebe entlasten, indem zunächst die 60 Prozent finanziert werden, erwarten wir umgekehrt, dass die Betriebe 40 Prozent weiterzahlen, damit die Azubis wie bisher 100 Prozent ihrer Ausbildungsvergütung bekommen.» Der Zuschuss müsse «wahrscheinlich aus Steuermitteln» gezahlt werden.
 

16:51 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Kreise: Hohe Steuereinbußen - «Kernfrage» was man sich leisten kann

Angesichts der erwarteten Einbrüche bei den Steuereinnahmen in der Corona-Krise müssen nach Auffassung von Landkreistags-Präsident Christian Bernreiter (CSU) bestimmte Leistungen auf den Prüfstand. Schon in wirtschaftlich guten Jahren habe es regelmäßig neue Rekordwerte bei den Sozialausgaben gegeben, sagte Bernreiter am Mittwoch auf der konstituierenden Versammlung in Erding. «Die Kernfrage wird in Zukunft sein, was man sich alles leisten will und was man sich alles leisten kann», sagte er. «Wir müssen Antworten darauf finden, was wirklich wichtig ist.»


In den vergangenen Jahren seien - etwa mit dem Angehörigenentlastungsgesetz - sehr hohe Standards etabliert worden. «Wir müssen uns fragen, wo auch jeder Einzelne selbst wieder mehr tun muss.»
Allein in diesem Jahr stellen sich die bayerischen Landkreise auf Steuereinbußen in Milliardenhöhe ein. Allein bei den Gewerbesteuereinnahmen gehe es voraussichtlich um Einbrüche von 20 bis 25 Prozent. Das Finanzministerium rechne für Bayern zudem mit Steuerausfällen in Höhe von 5,5 Milliarden Euro. Diese werden sich im nächsten Jahr bei den Leistungen aus dem Finanzausgleich auch in den Kommunen bemerkbar machen. Bei einem Satz für die Schlüsselzuweisung von 12,75 Prozent seien es 700 Millionen Euro, die hier fehlten. «Das sind schon Dimensionen, die da vor uns stehen.»


Zugleich seien steigende Ausgaben zu erwarten. Es werde mehr Menschen geben, die Anspruch auf Hartz IV haben. Hinzu kämen Leistungen etwa durch das Bundesteilhabegesetz oder das Angehörigenentlastungsgesetz. Die Landkreise hätten vor der Krise an die 100 Vorschläge gemacht, wie Bürokratie abgebaut und gespart werden könne. Er sei fraglich, ob Schulbegleiter, die Schüler mit Behinderungen unterstützen, künftig je einen Schüler betreuen könnten und es teils fünf Betreuer in einer Klasse geben könne. «Das wird auf Dauer nicht finanzierbar sein.»
 

16:50 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Altmaier deutet Entlastung bei Strompreisen an

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat mit Blick auf das geplante Konjunkturpaket der Bundesregierung in der Corona-Krise eine Entlastung bei den Strompreisen angedeutet. «Wann, wenn nicht jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den Menschen zu sagen, Energie und Stromkosten werden auch in Zukunft bezahlbar bleiben», sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. Zugleich sprach er sich dafür aus, die Sozialabgaben - also die Lohnnebenkosten - bei unter 40 Prozent zu halten.


Das sei kein einfaches Konjunkturprogramm, betonte Altmaier. Es gehe um eine «große Welle von Innovationen». Der Wirtschaftsminister sprach von einer umfassenden «Entbürokratisierung». Man sei bereit, «unorthodoxe Wege zu gehen, wenn es um Freiräume für Unternehmen und Beschäftigte geht».
Die Bundesregierung will nach Pfingsten ein Konjunkturprogramm beschließen, damit die Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder in Gang kommt. Infolge der Krise wird eine schwere Rezession erwartet. Es geht um Milliardenausgaben.


 

16:19 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Kaffeekonsum trotz Corona-Krise gestiegen - Kaffee «krisenfest»
Trotz geschlossener Cafés und Restaurants während der Corona-Krise haben die Menschen in Deutschland mehr Kaffee getrunken als im Vorjahr. Im März und April dieses Jahres sei der Konsum um rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte der Deutsche Kaffeeverband am Mittwoch mit. Während in den Cafés und Restaurants 76 Prozent weniger Tassen Kaffee getrunken wurde, stieg der Konsum zu Hause um 20 Prozent.
«Der Konsument trinkt weiterhin Kaffee - zur Not einfach woanders», sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Holger Preibisch. Man könne die Kategorie Kaffee daher als «krisenfest» bezeichnen. Kaffeevollautomaten waren in den beiden Monaten mit einer gestiegenen Nutzung um 10 Prozent am beliebtesten. Bei Filterkaffee, Pads und Kapseln sowie löslichem Kaffee ging es verglichen zu März und April 2019 im niedrigen einstelligen Bereich nach oben.
Mit Blick auf das Jahr 2019 stand die Bohne bei den Menschen wieder hoch im Kurs. 166 Liter pro Kopf und damit zwei Liter mehr als im Vorjahr 2018 tranken die Leute. Nach Angaben des Verbands entspricht das einer Steigerung um circa eine Milliarde Tassen.
Besonders die ganze Bohne war gefragt. Ihr Absatz im Lebensmitteleinzelhandel und Onlinehandel stieg um 15 Prozent. Für 2020 blickt der Verband positiv in die Zukunft und rechnet damit, dass Kaffee auch nach der Corona-Krise das Lieblingsgetränk der Menschen in Deutschland sein wird.
 

16:18 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Landesamt: 46.885 Coronavirus-Fälle in Bayern und 2442 Tote
In Bayern sind inzwischen 46.885 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben sind 2442 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Mittwoch (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. Die geschätzte Zahl der Genesenen lag bei 42.310 Menschen.

 

16:17 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Corona-Umfrage: Jeder fünfte Wähler glaubt an bewusste Übertreibung
Einer Umfrage zufolge glaubt jeder fünfte Wahlberechtigte in Deutschland, dass «Politik und Medien die Gefährlichkeit des Corona-Virus ganz bewusst übertreiben, um die Öffentlichkeit zu täuschen». Das berichtete das NDR-Medienmagazin «Zapp» am Mittwoch als Auftraggeber der repräsentativen Studie von Infratest dimap. Dieser These stimmen demnach besonders viele Anhänger der AfD (54 Prozent) zu. Auch Menschen, die Social-Media-Plattformen aktiv nutzen (31 Prozent), antworteten besonders häufig in diesem Sinne.
Tanjev Schultz, Professor für Journalismus an der Universität Mainz sagte laut Mitteilung: «Wir sehen eine ganz klare Kluft zwischen den Anhängern der AfD und dem Rest der Bevölkerung. Die Anhänger der AfD suchen Informationen eher in anderen Medien und vertrauen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk deutlich weniger.»
Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, in sozialen Medien wie Youtube, Facebook oder in Blogs, aber auch in Messenger-Diensten wie Telegram und WhatsApp Nachrichten und Kommentare über Corona in den letzten Wochen wahrgenommen zu haben. Jeder Zehnte hat diese Inhalte auch intensiv geteilt. Am aktivsten teilen AfD-Anhänger Social-Media-Posts beim Thema Corona (19 Prozent), selten aktiv sind Anhänger der Grünen (3 Prozent). Von Anhängern der Linkspartei (72 Prozent) und der AfD (67 Prozent) werden Nachrichten auf Social Media zum Thema Corona am stärksten wahrgenommen.

 

16:15 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

FOS/BOS und Berufsschule Hof: Alle Corona-Tests negativ

Am Freitag meldete die Gesundheitsbehörde, dass zwei Hofer Schüler corona-positiv sind. Nun steht fest: Die Tests aller engen Kontaktpersonen sind negativ.

Wie die Gesundheitsbehörde des Landkreises und der Stadt Hof mitteilt, sind die Tests aus der FOS/BOS sowie der Berufsschule in Hof alle negativ ausgefallen. Am Freitag war bekannt geworden, dass jeweils ein Schüler der Fachober- und Berufsoberschule sowie der Berufsschule positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Daraufhin wurde sämtliche Kontaktpersonen ermittelt sowie enge Kontaktpersonen getestet. Trotz der negativen Test müssen sich die engen Kontaktpersonen einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen.

15:28 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Corona-Zahlen: Stabile Lage im Landkreis Wunsiedel

Im Landkreis Wunsiedel gibt es am Mittwoch im Vergleich zum Dienstag kaum Veränderungen bei den Corona-Zahlen.

Derzeit sind zehn Personen erkrankt (Vortag: neun), 603 sind genesen (Vortag: 603). Seit Beginn der Pandemie wurden 652 Personen positiv auf das Virus getestet (Vortag: 651). 39 Menschen sind gestorben (Vortag: 39). Das teilt das Landratsamt Wunsiedel am Mittwochnachmittag mit.

15:22 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Gesundheitsministerium: Corona-Tests in Schule, Kita, Pflegeheim
Schüler, Lehrer, Kitakinder und ihre Erzieherinnen könnten künftig verstärkt auf Corona getestet werden. Die geplante Ausweitung von Tests auch auf Menschen ohne Symptome soll sich nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums unter anderem auf diese Bereiche erstrecken. Wie aus einem Verordnungsentwurf des Ministeriums für erweiterte Tests hervorgeht, könnten demnach künftig «alle Personen in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Lebensmittelfirmen (z.B. Schlachthöfen), gastronomischen Einrichtungen sowie Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kitas und Schulen)» getestet werden,  wenn dort Fälle mit Covid-19 aufgetreten sind.
Der Entwurf sei an diesem Mittwoch innerhalb der Bundesregierung in die Abstimmung gegeben worden, teilte ein Sprecher mit. Die Verordnung solle rückwirkend zum 14. Mai in Kraft treten.
Tests sollen zudem möglich werden für alle, die Kontakt mit Infizierten hatten. Angeordnet werden müssen sie allerdings zuvor durch die örtlichen Gesundheitsämter. Bundestag und Bundesrat hatten Mitte Mai beschlossen, dass die Krankenkassen künftig auch die Kosten für Corona-Tests (ca. 50 Euro) bei Menschen ohne Symptome übernehmen müssen. Bisher wird in der Regel nur bei konkretem Infektionsverdacht getestet.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte laut Mitteilung: «Auch Menschen ohne Symptome können das Sars-CoV2-Virus übertragen. Deswegen ist es sinnvoll, möglichst das gesamte, enge Umfeld zu testen, wenn Infektionen festgestellt werden.» Besonders Patienten, Bewohner und Angestellte in Pflegeheimen und Krankenhäusern könne man so besser schützen.
 

15:22 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Eltern halten Kinder in Corona-Krise für zufriedener als sich selbst
Eltern schätzen die Zufriedenheit ihrer Kinder in der Corona-Zeit deutlich höher ein als ihre eigene. Das geht aus ersten Ergebnissen der Studie «KiCo» zum Familienalltag während der Pandemie hervor. An der Online-Befragung zwischen dem 24. April und 3. Mai 2020 nahmen bundesweit mehr als 25 000 Mütter und Väter teil, wie die Universität Hildesheim und die Goethe-Universität Frankfurt am Mittwoch mitteilten.
Auf einer Skala von 0 (total unzufrieden) bis 10 (100 Prozent zufrieden) konnten Eltern für sich und ihre unter-15-jährigen Kinder Angaben machen. Ältere Jugendliche wurden in einer separaten Studie befragt. Für die Eltern - überwiegend antworteten erwerbstätige Mütter - ergab sich in der Corona-Zeit ein Zufriedenheitswert von 4,90. Für das erste Kind lag der Wert bei 6,05 und für das zweite Kind bei 5,41. Vor der Pandemie war der Zufriedenheitswert der Eltern bei 7,65, bei den Kindern lag er bei 8,21 beziehungsweise 8,26.
Viele Eltern fühlen sich demnach mit ihren Problemen allein gelassen. Der Aussage «Ich habe den Eindruck, dass meine Sorgen gehört werden» stimmten 31,9 Prozent gar nicht und 29 Prozent kaum zu. Gut ein Drittel der Mütter und Väter gab an, seit der Corona-Krise größere Geldsorgen zu haben. Sie beklagten zudem die Doppelbelastung von Job und Kinderbetreuung sowie fehlende Rückzugsmöglichkeiten zu Hause. Eine Gruppe habe allerdings die zurückliegenden Wochen als schöne Zeit bewertet und von Entschleunigung, weniger Freizeitstress und neuen Freiheiten der Kinder berichtet.
Hinter der Studie steht der Forschungsverbund «Kindheit - Jugend - Familie in der Corona-Zeit», der aus dem Hildesheimer Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und dem Frankfurter Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung in Kooperation mit der Universität Bielefeld besteht.
 

15:21 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Corona-Zahlen in Stadt und Landkreis Hof kaum verändert

Im Vergleich zum Dienstag meldet die Gesundheitsbehörde der Stadt und des Landkreises Hof bei den Corona-Zahlen kaum Veränderungen.

Aktuell sind in Stadt und Landkreis Hof 56 Personen Corona-positiv. Das entspricht der Zahl des Vortages. Die Zahl der bisher festgestellten Coronafälle im Landkreis und der Stadt Hof liegt bei 565 Personen (Dienstag: 564). Davon bereits wieder symptomfrei und aus der häuslichen Isolierung entlassen sind 473 Personen. Am Dienstag war das eine Person weniger. Die Zahl der Todesfälle von Covid 19-Infizierten liegt weiterhin bei 36.

15:20 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

3049 Euro pro Einwohner: Bayern Spitzenreiter bei Corona-Schulden
Zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nimmt Bayern Nettokredite in Höhe von 3049 Euro pro Einwohner auf. Dies geht aus einer aktuellen Auflistung des Landesrechnungshofs Schleswig-Holstein hervor, die der Präsident des Bayerischen Obersten Rechnungshofs (ORH), Christoph Hillenbrand, am Mittwoch im Haushaltsausschuss des bayerischen Landtags vorgestellt hat. Demnach ist der Freistaat im Vergleich mit Bund und Ländern Spitzenreiter bei der Neuverschuldung. Dieses enorme Finanzvolumen, über das die Staatsregierung verfüge, gelte es nun sinnvoll und wirksam einzusetzen; dem werde der ORH auch im Interesse der Steuerzahler prüfend nachgehen, sagte Hillenbrand.
Dahinter folgen Bremen (1754 Euro), Sachsen (1473 Euro) und Nordrhein-Westfalen (1393 Euro), wobei in Sachsen in der Zahl schon konjunkturell bedingte Mindereinnahmen berücksichtigt sind. Zum Vergleich: Die Kreditaufnahme des Bundes liegt umgerechnet pro Einwohner bei 1876 Euro. Bei den meisten anderen Ländern belaufen sich die Mehrausgaben auf weniger als 500 Euro pro Einwohner. Thüringen und Berlin verzichten vollends auf eine Kreditaufnahme.
Insgesamt stellen Bund und Länder wegen der Krise zusätzliche Ausgaben von rund 342 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon entfallen rund 75 Prozent (255,8 Milliarden Euro) auf den Bund und 25 Prozent (85,8 Milliarden Euro) auf die Länder. Auch in absoluten Zahlen liegt Bayern hier mit 40 Milliarden Euro unter den Ländern an der Spitze.
 

12:46 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

Frankreich verbietet Behandlung von Covid-19 mit Hydroxychloroquin

In Frankreich dürfen Covid-19-Erkrankte nicht mehr mit der Malaria-Arznei Hydroxychloroquin behandelt werden. Einen entsprechenden Erlass veröffentlichte die Regierung am Mittwoch, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Zuvor hatten Frankreichs Hoher Rat für öffentliche Gesundheit und die Behörde für Arzneimittelsicherheit ANSM von der Behandlung mit dem Medikament abgeraten und die Aussetzung entsprechender klinischer Studien eingeleitet.

 

08:00 Uhr - Mittwoch, 27.05.2020

EU-Kommission: 750 Milliarden Euro für Wiederaufbauprogramm

Die EU-Kommission will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 750 Milliarden Euro für die wirtschaftliche Erholung Europas nach der Corona-Krise mobilisieren. Davon sollen 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuwendungen und 250 Milliarden Euro als Kredite fließen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus informierten Kreisen in Brüssel erfuhr.
 

 

Österreichs Kanzler will "Phase der Eigenverantwortung" einläuten

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz will in der Corona-Krise zeitnah in eine "Phase der Eigenverantwortung" eintreten. In dieser soll es dann weniger, aber dafür sehr klare Regeln im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus geben, sagte der 33-Jährige am Mittwoch in Wien. Details will der konservative Politiker am Freitag bekannt geben. Ziel sei es, dass "so viel Freiheit und Hausverstand wie nur irgendwie möglich" wieder in den Alltag einkehren können. Das Gesundheits- sowie das Innenministerium arbeiten laut Kurz derzeit an einem Konzept.

Österreich ist in den vergangenen Wochen bereits viele Schritte in Richtung des Alltags vor der Corona-Krise gegangen. Seit fast zwei Wochen dürfen Gastronomen ihre Betriebe wieder öffnen, am Freitag folgen Hotels und alle weiteren Beherbergungsbetriebe sowie Freizeiteinrichtungen. Kulturveranstaltungen sind dann mit bis zu 100 Besuchern wieder erlaubt.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist durch die Lockerungen bisher nicht gestiegen. In den vergangenen Tagen lag sie stets unter 50. Rund 700 Menschen sind laut Gesundheitsministerium aktuell in Österreich an Covid-19 erkrankt.
 

 

Landeskirche verliert wegen Corona 95 Millionen Euro Kirchensteuern

Die Evangelische Landeskirche in Bayern verliert wegen der Corona-Pandemie 95 Millionen Euro Kirchensteuern. Die Einnahmen gehen von geplanten 791,6 Millionen auf 696,6 Millionen zurück, wie die Landeskirche am Mittwoch in München mitteilte. Darum hat der Landeskirchenrat nun einen Nachtragshaushalt beschließen müssen. "Die Landeskirche wird das Jahr 2020 mit einem Defizit von 131 Mio. Euro abschließen", hieß es in einer Mitteilung.

"Die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise treffen uns hart. Doch gerade in dieser schwierigen Situation wollen wir aktiv gestalten und unterstützen", sagte der landeskirchliche Finanzchef Erich Theodor Barzen. Trotz der geringeren Einnahmen will die Landeskirche 29,5 Millionen Euro mehr ausgeben, um kirchliche und diakonische Einrichtungen zu unterstützen, die in der Coronakrise mit erheblichen Verlusten kämpfen müssen.
 

 

Gesichtsmasken an australischen Stränden angespült

Zahlreiche Gesichtsmasken sind an Stränden nördlich der australischen Metropole Sydney angespült worden. Sie stammten aus rund 40 Containern, die ein Frachtschiff in rauer See am Wochenende verloren habe, berichtete die Nachrichtenagentur AAP am Mittwoch.

Die australische Seesicherheitsbehörde Amsa erhielt dem Bericht zufolge Anrufe, die über das ungewöhnliche Strandgut zwischen Magenta Beach und The Entrance nördlich von Sydney an Australiens Südostküste berichteten. Demnach wurden auch Baumaterial sowie medizinische Gegenstände und andere Dinge angeschwemmt. All diese Gegenstände hätten auf der Frachtliste des Schiffs "APL England" gestanden, das die Container verloren habe, teilte Amsa weiter mit.

Es werde gerade geprüft, ob der Frachter sicher in den Hafen von Brisbane gebracht werden könne. Er war auf dem Weg von China nach Melbourne, als die raue See ihn zur Rückkehr Richtung Brisbane zwang. Mitarbeiter der Marine gingen nahe Port Cartwright im Bundesstaat Queensland an Bord, um die Lage zu inspizieren, nachdem sich die Container gelöst hatten.
 

 

Schulen erhalten Sonderbudget für Laptops und Tablets

Mit einem Sonderbudget von rund 78 Millionen Euro aus Bundesmitteln will der Freistaat Bayern die Versorgung von Schülern mit Laptops und Tablets für den digitalen Unterricht verbessern. "Alle Schülerinnen und Schüler sollen beim "Lernen zuhause" in der Coronakrise gute Bedingungen vorfinden", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Mittwoch in München. Mit dem Geld könnten die Schulen ihren Bestand an vorhandenen Leihgeräten deutlich ausbauen und diese dann je nach Bedarf an Kinder und Jugendliche verteilen. Diese Hilfe für Familien solle schnell und unbürokratisch möglich sein, ohne eine formelle Prüfung der Bedürftigkeit.

 

RKI meldet 362 Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 362 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mehr als 179.300 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Mittwochmorgen meldete (Datenstand 27.05, 0 Uhr). Unklar ist, wie hoch die Dunkelziffer in Deutschland ist. Das RKI weist darauf hin, dass zwischen Bekanntwerden eines Infektionsfalls vor Ort und der Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug entsteht, so dass es Abweichungen zu anderen Quellen geben kann.

Bislang starben dem RKI zufolge 8349 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 47. 162.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind etwa 800 mehr als noch einen Tag zuvor. 
 

 

Investoren an US-Börsen heißen Lockerungen willkommen
Weltweit gelockerte Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben am Dienstag auch die Kurse an der Wall Street kräftig angeschoben. Der Dow Jones Industrial überwand erstmals seit dem 10. März wieder die Marke von 25.000 Punkten, konnte sich zur Schlussglocke aber nicht darüber behaupten. Er schloss 2,17 Prozent höher auf 24.995,11 Punkten. Knapp zwei Drittel der Einbußen des Corona-Crash hat der Dow mittlerweile wieder aufgeholt.
Allerdings hatten die US-Aktien auch Nachholbedarf: Wegen eines Feiertags waren die Börsen in den Vereinigten Staaten am Montag geschlossen geblieben, als es in Asien und Europa bereits aufwärts gegangen war.
Für den S&P 500 ging es um 1,23 Prozent auf 2991,77 Zähler nach oben. Vorübergehend lag das marktbreite Börsenbarometer erstmals seit Anfang März wieder über 3000 Punkten. Der Nasdaq 100 drehte dagegen im späten Handel ins Minus und schloss 0,26 Prozent leichter auf 9389,98 Zähler. Allerdings hatte der technologielastige Index in den vergangenen Monaten die herben Verluste des Corona-Crash bereits komplett wieder aufgeholt.
 

 

Zahlreiche Corona-Infektionen in Mainzer Flüchtlingsunterkunft
In einer Mainzer Flüchtlingsunterkunft, die seit einer Woche unter Quarantäne steht, sind zahlreiche Corona-Infektionen bekannt geworden. Insgesamt seien 35 weitere Bewohner positiv auf das Virus Sars-Cov-2 getestet worden, teilte die Kreisverwaltung Mainz-Bingen am Dienstagabend mit. Zur Gesamtzahl der positiven Tests in der Unterkunft machte die Kreisverwaltung in der Mitteilung keine Angaben und war zunächst nicht zu erreichen.
Die Flüchtlingsunterkunft mit 113 Bewohnern war am 19. Mai unter Quarantäne gestellt worden. Auf jedem Stockwerk sei mindestens ein Mensch positiv auf das Coronavirus getestet worden, hatte die Stadt Mainz mitgeteilt, ohne die genaue Zahl der bekannten Infektionen zu nennen.
 

 

Trump: China gefährdet Zukunft von Finanzstandort Hongkong
US-Präsident Donald Trump sieht die Zukunft des Finanzstandorts durch Chinas Pläne für ein Sicherheitsgesetz in der Sonderverwaltungszone gefährdet. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte bei einer Pressekonferenz am Dienstag im Weißen Haus, der Präsident sei «verärgert» über Chinas Vorgehen. Es sei schwierig zu erkennen, wie Hongkong ein Finanzzentrum bleiben könne, wenn China die umstrittenen Pläne vorantreibe. Über etwaige Maßnahmen gegen China sei aber noch nicht entschieden.
Peking plant derzeit ein Gesetz, das den Einsatz chinesischer Sicherheitsorgane in der Sonderverwaltungszone Hongkong ermöglichen soll. Tausende hatten am Wochenende in Hongkong trotz der Corona-Pandemie dagegen protestiert.
 

 

USA sichern Schutz von Politikern vor Coronavirus bei G7-Gipfel zu
Das Weiße Haus hat Schutzmaßnahmen für Staats- und Regierungschefs gegen das Coronavirus zugesichert, sollte der G7-Gipfel im kommenden Monat doch in Washington zusammenkommen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte am Dienstag, dafür aus dem Ausland anreisende Politiker würden genauso geschützt «wie die Menschen im Weißen Haus». In der US-Regierungszentrale hat es in der Pandemie mindestens zwei bestätigte Infektionen gegeben.
McEnany sagte, US-Präsident Donald Trump wolle, dass der Gipfel der führenden Industrienationen «im Zuge der Wiedereröffnung Amerikas» tage. Ausländische Staats- und Regierungschefs stimmten der Idee zu. Noch ist allerdings unklar, ob die Staats- und Regierungschefs der anderen G7-Staaten trotz der derzeit geltenden Reisebeschränkungen tatsächlich anreisen würden. Einen Termin gibt es noch nicht. Nach McEnanys Worten ist Ende Juni angepeilt, Tagungsort des Gipfels ist demnach das Weiße Haus.
Trump ist in diesem Jahr Gastgeber des G7-Gipfels. Ursprünglich war das Treffen der sieben führenden Wirtschaftsnationen für den 10. bis 12. Juni am Landsitz des Präsidenten in Camp David geplant gewesen. Im März hatte die US-Regierung den Gipfel wegen der Pandemie jedoch abgesagt und stattdessen eine Videokonferenz angesetzt.
In der vergangenen Woche hatte Trump dann überraschend angekündigt, angesichts einer Erholung in der Corona-Krise denke er darüber nach, die Zusammenkunft doch als reales Treffen abzuhalten. Trump drängt auf eine Wiedereröffnung der angeschlagenen US-Wirtschaft. Die US-Hauptstadt und ihr Großraum sind jüngsten Daten zufolge proportional besonders von Corona-Infektionen betroffen.
 

 

Über 179.200 Corona-Nachweise in Deutschland - mindestens 8343 Tote
Bundesweit sind bis zum Dienstagabend mehr als 179.200 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. 24 Stunden zuvor lag die gemeldete Zahl bei mehr als 178.800 Fällen. Mindestens 8343 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben vom Dienstag zufolge bislang bundesweit gestorben (Stand Montagabend: 8281). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag bei 0,70 (Datenstand 26.5. 0 Uhr; Montag 0,83). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel sieben weitere Personen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 26.5. 0.00 Uhr) bei 0,78. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.
Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 162.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.
Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 46 700 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2419 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 37.300 Fällen und mindestens 1570 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 34.400 bestätigten Fällen und mindestens 1726 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.
Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 357,5 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 215,6. Allerdings ist die Anzahl der Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.
 

 

SPD-Politiker Lauterbach: Habe Morddrohungen erhalten
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat nach eigenen Angaben zwei explizite Morddrohungen erhalten. Das sagte der Politiker dem Nachrichtenportal t-online.de. Die Drohungen richteten sich gegen ihn und seine Familie. «Eine Morddrohung ist eine Art Postkarte, auf der ein Kreuz abgebildet ist mit meinem Namen eingraviert. In Schreibmaschinenschrift steht dort, dass ich an meine Familie denken solle», sagte Lauterbach dem Portal. Er habe die beiden anonymen Drohungen am Dienstag an den Staatsschutz übergeben.
Lauterbach hatte zuvor auf Twitter ein Foto eines Drohpakets geteilt. Dieses sei aber keine explizite Morddrohung gewesen, sagte Lauterbach t-online.de. Es sei offensichtlich so, dass die Hetze im Netz sich in den letzten Tagen massiv verstärkt habe.
Auf Twitter schrieb er: «Morddrohungen bis zu Beleidigungen aller Art, einige von uns müssen viel hinnehmen. Daher sollte jeder mit Restbestand von Charakter die Hetze im Netz gegen Virologen, Epidemiologen oder Politiker einstellen. Es animiert Leute, die unberechenbar sind. Denkt an unsere Familien.»
Lauterbach hatte während der Corona-Pandemie einen vergleichsweise rigiden Kurs bei den Alltagsbeschränkungen vertreten und damit auch viel Kritik auf sich gezogen.
Immer wieder gibt es Drohungen gegen Politiker. Im Oktober 2019 etwa hatte Thüringens CDU-Chef Mike Mohring eine Morddrohung gegen ihn öffentlich gemacht, offensichtlich aus der rechtsextremen Szene. Auch die Grünen-Politiker Cem Özdemir und Claudia Roth hatten Morddrohungen erhalten, genauso wie Ende Januar der SPD-Politiker Karamba Diaby aus Halle.
 

 

Spahn: Wer krank ist, soll zum Arzt gehen
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Menschen mit Beschwerden aufgefordert, sich trotz Corona-Krise behandeln zu lassen. Er könne «alle Kranken, chronisch wie akut Kranke, nur auffordern, ermuntern, tatsächlich auch zum Arzt zu gehen, wenn es nötig ist», sagte Spahn in einem ARD-Interview am Dienstag. «Das ist wichtig für die Gesundheit.» Bei Unsicherheiten riet Spahn, den Arzt anzurufen und über die Situation zu sprechen. «Im Zweifel jedenfalls ist es immer besser, zum Arzt zu gehen, insbesondere wenn es eine Beschwerde gibt oder wenn es auch um eine Kontrolluntersuchung für einen chronisch Kranken geht.»
In der Hochphase der Corona-Pandemie zwischen Mitte März und Anfang Mai waren in Deutschland deutlich weniger Menschen als sonst zu Fachärzten gegangen. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage des NDR bei Vertretern von Berufsverbänden, Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen hervor. Alle Vereinigungen äußerten die Sorge, der Ausfall von Terminen könne zu teils lebensbedrohlichen Verschlechterungen der Gesundheit der Patienten geführt haben.
Zu Beginn der Krise hätten sich Praxen und Krankenhäuser zunächst auf Corona-Infizierte einstellen und Abläufe neu organisieren müssen, sagte Spahn. Dies sei mittlerweile gut gelungen und damit das Infektionsrisiko minimiert. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es nun nicht zu Terminstaus oder Engpässen in den Praxen kommt.

 

 

Bund und Länder einig: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni
Bund und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni verlängert werden. Dazu gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin und Thüringen erfuhr. Thüringen hält sich bei neuen Kontaktbeschränkungen aber einen Sonderweg offen, ebenso andere Länder.

 

Drosten: Explosive Übertragungsereignisse sind Treiber der Epidemie
Zunächst auch ohne Impfung, aber mit gezielten Maßnahmen könnten laut dem Berliner Virologen Christian Drosten große Erfolge in der Corona-Pandemie erreicht werden. Es gelte, sich insbesondere auf massenhafte Übertragungsereignisse und die Virenübertragung über sogenannte Aerosole, also feinste Schwebeteilchen in der Luft, zu konzentrieren, schilderte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im NDR-Podcast.
Inzwischen gebe es die Erkenntnis, dass ganz wenige Leute ganz viele andere Menschen infizierten, während die meisten Infizierten niemanden oder nur wenige Menschen ansteckten, sagte der Experte. «Wir haben explosive Übertragungsereignisse, die diese ganze Epidemie eigentlich treiben.» Als Beispiele nannte er auch aktuelle Fälle wie die Infektionen, die nach einem Baptisten-Gottesdienst in Frankfurt und nach einer Veranstaltung in geschlossener Gesellschaft in einem Lokal in Niedersachsen bekannt wurden.
Bereits beim Sars-Ausbruch 2002/2003 habe man solche Vorkommnisse als «Superspreading-Events» bezeichnet, sagte Drosten. Neue Studien besagten, dass so ein Phänomen auch die Sars-CoV-2-Epidemie treibe.
Angesichts der Schnelligkeit der Infektion sei es beim Entdecken eines Erstfalls von einem «Superspreading-Ereignis» zum Beispiel geboten, sofort das ganze Cluster unter Quarantäne zu stellen, um weitere Ansteckungen zu vermeiden, so seine Schlussfolgerung aus einer Studie. Für Diagnostik sei dann keine Zeit. Über solche Maßnahmen könne man «das Gesamtschicksal der Epidemie» unter Kontrolle bringen, so Drosten.

 

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2020
14:47 Uhr

Aktualisiert am:
27. 05. 2020
11:33 Uhr

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