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Länderspiegel

Mordprozess: Neuer Zeuge soll Angeklagten entlasten

Doppelter Paukenschlag im neuen Mordprozess um den Tod des Bayreuther Rentners: Ein neuer Zeuge soll den angeklagten Augsburger Firat T. (38) entlasten. Zu Prozessbeginn gab es einen erbitterten Streit zwischen zwei Verteidigern mit schweren gegenseitigen Vorwürfen.



Der 38-jährige Augsburger Firat T. steht seit dem 16. Juli 2020 erneut vor dem Schwurgericht in Bayreuth. Er soll im April 2017 den damals 88-jährigen Friedrich Kuhn in dessen Haus in Bayreuth getötet haben. T. bestreitet das. Im Sommer 2018 war T. in Bayreuth zu lebenslanger Haft verurteilt worden, das Urteil war jedoch vom Bundesgerichtshof aufgehoben worden   Foto: Scherer

Vier Verteidiger, ein Angeklagter, dazwischen - Corona bedingt - Plexiglasscheiben. Doch es gibt auch aus anderen Gründen Distanz, ja beinahe Feindseligkeit. Der Angeklagte Firat T. will seinen Wahlverteidiger Stephan Lucas aus München loswerden. das Vertrauensverhältnis sei zerrüttet, trägt Pflichtverteidiger Florian Engert aus Augsburg vor.  Mitverteidiger Lucas habe den Vater des Angeklagten unzulässig viel Honorar abgeluchst, versucht, das an der Steuer vorbei zu schleusen. Und: Den Angeklagten habe Lucas in zwei Jahren nicht einmal besucht. Gegen die von Engert beantragte Entbindung von Lucas wehrt der sich so: Alles nur "schmutzige Wäsche", der Fall sei im Vorfeld von zwei Gerichten zu seinen Gunsten entschieden worden.

Firat T. war im Sommer 2018 vom Bayreuther Schwurgericht wegen Mordes an Friedrich Kuhn schuldig gesprochen worden. Ein Komplize, der nahezu gleichaltrige Anton S. wurde damals "nur" wegen Dienstahls und unterlassener Hilfeleistung verurteilt - zu etwas mehr als fünf Jahren Haft. Während das Urteil gegen Anton S. in der revision beim Bundesgerichtshof stand hielt, hoben die Karlsruher Richter den Schuldspruch gegen Firat T. auf: Das Schwurgericht habe im Sommer 2018 den Mord nicht ausreichend begründet.

Deshalb nun der neue Prozess vor der 2. Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Torsten Meyer. Hier sagte Hauptverteidiger Engert, die genaue Tatbeteiligung der beiden damals als Einschleichdiebe ins Haus von des Bayreuther Rentners eingedrungenen Männer könne auch heute nicht mehr konkret aufgeklärt werden.

Ein neuer Zeuge habe sogar berichtet, dass Anton S. im Gefängnis eine Art Geständnis abgelegt habe: Anton S. soll dem Mithäftling erzählt haben, er, Anton S., habe "mehr gemacht". Und Firat T. sei gar nicht zugegen gewesen.

Dieser Zeuge soll am Nachmittag befragt werden.

Ein ausführlicher Bericht folgt.

 

Autor

Manfred Scherer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
16. 07. 2020
11:11 Uhr

Aktualisiert am:
16. 07. 2020
13:30 Uhr

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Autor

Manfred Scherer

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Veröffentlicht am:
16. 07. 2020
11:11 Uhr

Aktualisiert am:
16. 07. 2020
13:30 Uhr



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