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Länderspiegel

Nachverdichtung und Revitalisierung

Kommunen können aktiv gegen den Flächenfraß vorgehen. Zwei Beispiele aus Oberfranken zeigen, wie.



Hof - Muss eine Kommune, die in den vergangenen Jahren ein Zehntel ihrer Einwohnerschaft eingebüßt hat, tatsächlich flächenmäßig immer weiter wuchern? Thurnaus Bürgermeister Martin Bernreuther und seine Marktgemeinderäte sagen: Nein. Ihre Strategie: Nachverdichtung. "Wir haben einen neuen Edeka-Markt im Außenbereich nicht zugelassen", sagt er. "Stattdessen haben wir dem Unternehmen eine Alternative im Ortskern vorgeschlagen." Obwohl der Bau im Innenbereich teurer und mit mehr Auflagen verbunden gewesen sei als der Neubau auf der grünen Wiese, habe der Einzelhändler sich schließlich überzeugen lassen.

Bernreuthers Credo ist: Im Ort braucht man auch Geschäfte, nicht nur Wohnungen. 22 Baulücken wurden in Thurnau an Investoren vermittelt und mittlerweile bebaut, wie der Bürgermeister sagt. "Jetzt gibt es in der Ortsmitte eine Eisdiele, einen Bäcker, zwei Cafés und ein Restaurant - alles Dinge, die wir vorher dort nicht hatten."

Ein anderes erfolgreiches Konzept stellte Cäcilia Scheffler vor. Sie ist Vorstand des gemeinsamen Kommunalunternehmens (gKU) Winterling Immobilien mit Sitz in Kirchenlamitz, dass die Wiedernutzung von vier riesigen Industriebrachen in Arzberg, Kirchenlamitz, Röslau und Schwarzenbach an der Saale vorantreibt. "Auch Flächenrecycling ist Flächensparen", sagte Scheffler. Die Revitalisierung von alten Fabrikgebäuden sei komplex, könne jedoch gelingen. "Das haben wir bewiesen."

Nach der Insolvenz des Porzellan-Unternehmens Winterling hätten sich die vier Kommunen aus zwei Landkreisen zusammengetan, um für die Produktionshallen neue Nutzungen zu finden. Das gKU fungiert Scheffler zufolge als Anstalt des öffentlichen Rechts und ist ein vom Freistaat intensiv gefördertes Modellprojekt. "Wir verbinden unternehmerisches Handeln mit kommunalpolitischen und städtebaulichen Zielen", sagte Scheffler. Die "graue Energie" bestehender Bausubstanz werde genutzt, der Umbau sei günstiger und flexibler verwendbar als Neubauten im Außenbereich. "So vermeiden wir weitere Flächenversiegelung."

Schefflers Trick: Der gut durchdachte Abbruch mancher Gebäudeteile macht den Rest neu zugänglich für ganz verschiedene Nutzungen. Kleinere Einheiten werden so für Liefer- und Kundenverkehr erreichbar gemacht. Was einst ein einziges Porzellan-Unternehmen war, ist nun ein Konglomerat aus sechzig Mietern auf Flächen von sechs bis 15 000 Quadratmetern. Und die gKU steckt erst mitten in der Transformation. "Es ist mühsam und wir brauchen einen langen Atem", sagt Cäcilia Scheffler. Doch die eindeutig spürbare Aufbruchstimmung motiviere sie immer wieder. Die Bürgermeister der vier beteiligten Kommunen lobt sie. "Sie hatten den Mut, Neues zu wagen." Rainer Maier

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Veröffentlicht am:
20. 07. 2019
00:00 Uhr

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Anstalten des öffentlichen Rechts Bürgermeister und Oberbürgermeister Eisdielen Erfolge Gaststätten und Restaurants Oberfranken Öffentliches Recht
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20. 07. 2019
00:00 Uhr



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