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Länderspiegel

Neun Corona-Kranke in Neustadter Seniorenheim

Im Pflegeheim Phönix in Neustadt bei Coburg sind neun Bewohner am Corona-Virus erkrankt. Das bestätigte das Landratsamt Coburg am Donnerstag.



Neustadt - Nachdem die ersten Bewohner des Pflegeheims Phönix in Neustadt positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet worden sind - zunächst seien es zwei gewesen -, seien "alle erforderlichen Schutzmaßnahmen umgehend veranlasst und umgesetzt worden", heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamts Coburg. Zentraler Bestandteil dieser Maßnahmen seien die Isolierung der Bewohner und das Arbeiten des Personals in Schutzkleidung. Beides sei unverzichtbar, "bedeute aber natürlich für die Bewohner eine Einschränkung ihrer Lebensqualität". Es sei davon auszugehen, dass sich ohne die aus infektionshygienischer Sicht notwendigen Maßnahmen die Erkrankung weitaus schneller und massiver in der Einrichtung ausgebreitet hätte. Die Angehörigen seien bereits informiert worden, sagte Corinna Rösler, Sprecherin des Landratsamts Coburg, der Neuen Presse.

„Wir hatten am Mittwoch eine Videokonferenz mit den Heimleitungen im Landkreis Coburg und von diesen die Rückmeldung erhalten, dass der Großteil der Bewohnerinnen und Bewohner – so sie nicht dement sind – für die jetzige Vorgehensweise sehr viel Verständnis hat. Die Bewohnerinnen und Bewohner  sind sicher nicht glücklich über die Einschränkungen, aber sie verstehen, dass die getroffenen Maßnahmen zu ihrem Schutz sind", ergänzte Angelika Sachtleben, Leiterin des Fachbereiches Jugend, Familie und Senioren am Landratsamt Coburg.

Grundsätzlich sei die Situation der alten Menschen, die in Pflegeheimen leben, wie auch die der Angehörigen momentan "tatsächlich sehr schwierig". Für beide Seiten sei es nicht leicht, wenn man nicht im persönlichen Kontakt bleiben kann. Dies sei emotional "sehr belastend", so Rösler.

Grundsätzlich sei es so, dass sich Infektionskrankheiten in Gemeinschaftseinrichtungen leichter verbreiten. Die Bewohner in Pflegeheimen seien zudem hochbetagt und meist gesundheitlich vorbelastet. Dadurch seien sie insgesamt anfälliger für Krankheiten. "Gerade deswegen ist uns die Einhaltung der hygienischen Standards in den Einrichtungen ein großes Anliegen. Entsprechende Kontrollen erfolgen regelmäßig durch das Gesundheitsamt und die Heimaufsicht", betonte die Sprecherin des Landratsamts.

Gerade in der jetzigen Situation würden die Einrichtungen intensiv beraten, "und sie  können sich mit ihren Fragen an uns wenden".  

Doch auch bei Einhaltung aller Schutzstandards und trotz der Vorsichtsmaßnahmen , die von der bayerischen Staatsregierung veranlasst wurden – wie das Besuchsverbot für Angehörige - , lasse sich der Ausbruch von Infektionskrankheiten in Alten- und Pflegeheimen nicht immer vermeiden. Wie sie in die Einrichtung eingetragen werden, sei in der Regel nicht nachvollziehbar. Dies gelte auch für das jetzt betroffene Seniorenheim in Neustadt.

"Gerade weil wir wissen, dass die Bewohner im Pflegeheim besonders durch das neue Corona-Virus gefährdet sind, arbeitet das Gesundheitsamt seit Ausbruch der Krankheit mit aller Kraft sieben Tage die Woche daran, das Virus einzudämmen", wird in der Pressemitteilung des Landratsamtes betont. Alle Schutzmaßnahmen und Einschränkungen des täglichen Lebens dienten dazu, dieses Ziel zu erreichen.  "Dies wird nur möglich sein, wenn alle ihre Verantwortung erkennen und aktiv dazu beitragen, indem sie sich an die Vorgaben und auferlegten Quarantänezeiten halten“, betont Corinna Rösler.

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
09. 04. 2020
10:51 Uhr

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Wolfgang Braunschmidt

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09. 04. 2020
10:51 Uhr



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