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Länderspiegel

Oberfränkische SPD steht vor Führungswechsel

Anette Kramme wird heute beim Bezirksparteitag nicht mehr kandidieren. Sie sei am Limit, sagt sie. Jörg Nürnberger und Sebastian Müller werden sich zur Wahl stellen.



Oberfranken - An der Spitze der Oberfranken-SPD steht ein Wechsel bevor. Die bisherige Vorsitzende Anette Kramme, Bayreuther Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, wird sich beim Bezirksparteitag heute Abend in Himmelkron nicht mehr zur Wahl stellen. Wie in einem Teil der gestrigen Ausgabe bereits berichtet, wird Jörg Nürnberger, Vorsitzender der SPD Hochfranken, für das Amt des Bezirkschefs kandidieren. Und auch Sebastian Müller, Vorsitzender der SPD im Landkreis Lichtenfels, will sich der Wahl stellen, wie er am Donnerstag bestätigte.

Anette Kramme erklärte am Donnerstag unserer Zeitung die Gründe für ihren Rückzug als Bezirksvorsitzende. Durch die Arbeitsbelastung als Abgeordnete, Staatssekretärin und Partei-Bezirkschefin sei sie "am Limit" angelangt. Deshalb sei es gut, wenn jetzt "jemand anderes" die Führung der Oberfranken-SPD übernehme. "Ich habe in den vergangenen zwei Jahren allein in Oberfranken 125 Termine absolviert. Dazu kommen Aufgaben in ganz Deutschland und im Ausland. Das ist sehr viel Arbeit." Der Posten eines SPD-Bezirksvorsitzenden sei wegen des immensen Aufwands mit dem eines Parlamentarischen Staatssekretärs nicht vereinbar, stellt Anette Kramme grundsätzlich fest.

Angesichts des Niedergangs der bayerischen SPD fällt die Bilanz der scheidenden Bezirksvorsitzenden zu ihrer zwölfjährigen Amtszeit sehr durchwachsen aus. "Wir waren in Bayern auf allen Ebenen ständig mit Abwehrkämpfen beschäftigt - das hat es nicht einfach gemacht." An einzelnen Stellen habe es aber auch Erfolge gegeben. Im bayernweiten Vergleich hätten die oberfränkischen Sozialdemokraten - "in Relation zur schlechten Gesamtsituation" - die besten Wahlergebnisse erzielt. "Die Zahl der Bundestagsmandate konnten wir halten." Bei den Kommunalwahlen habe es Erfolge, aber leider auch Niederlagen gegeben. Und: Der oberfränkischen SPD sei ein Generationenwechsel gelungen.

Mit 31 Jahren relativ jung ist Sebastian Müller, Lichtenfels, der sich heute um Krammes Nachfolge bewerben will. "In der SPD muss sich etwas ändern", erklärt er seine Motive auf Anfrage. "Ich will, dass es die SPD auf Dauer gibt und dass wir in Oberfranken gemeinsam die Kehrtwende schaffen." Deshalb brauche der Bezirksverband "ein neues Gesicht" an der Spitze. Die Sozialdemokraten würden sich bislang unter Wert verkaufen, moniert Müller. Notwendig sei, dass die SPD Oberfranken auf allen Ebenen enger zusammenrücke und sich inhaltlich neu aufstelle, "dass sie klarmacht, wofür sie genau steht". Es bringe nichts, die Themen "wie einen Bauchladen" vor sich her zu tragen.

Als Zweiter wird heute Abend, wie berichtet, Jörg Nürnberger aus Tröstau im Landkreis Wunsiedel kandidieren. Seiner Aussage nach haben ihm die SPD-Unterbezirke Hochfranken und Coburg/Kronach ihre Unterstützung zugesagt.

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Hannes Keltsch

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Veröffentlicht am:
19. 07. 2019
00:00 Uhr

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Hannes Keltsch

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19. 07. 2019
00:00 Uhr



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