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Länderspiegel

Polizei nimmt Lkw-Fahrer in den Fokus

Bei Kontrollen am Sonntag prüften die Beamten vor allem die Fahrtüchtigkeit. Zahlreiche Fahrer standen noch unter Alkoholeinfluss und durften nicht los.



Mehr Sicherheit auf Bayerns Straßen - das ist das Ziel der Lkw-Kontrollen, die der Freistaat auch weiterhin in großer Zahl durchführen wird. Foto: Soeren Stache/dpa
Mehr Sicherheit auf Bayerns Straßen - das ist das Ziel der Lkw-Kontrollen, die der Freistaat auch weiterhin in großer Zahl durchführen wird. Foto: Soeren Stache/dpa  

Fahrenzhausen - Für mehr Sicherheit auf Bayerns Straßen lässt Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Lastwagen verstärkt kontrollieren. "Uns geht es darum, die schwarzen Schafe unter den Lkw-Fahrern aus dem Verkehr zu ziehen", sagte er am Montag an einer Kontrollstelle an der Autobahn 9 bei Fahrenzhausen im Landkreis Freising. "Denn Fehlverhalten und technische Mängel haben gerade beim Lkw-Fahren ein hohes Gefahrenpotenzial und führen oft zu schlimmen Unfällen." Die Polizisten wollen öfter an Parkplätzen die Fahrtüchtigkeit kontrollieren. Besonders im Blick haben sie auch den Fahrzeugzustand, die Sicherung der Ladung, das Einhalten der Lenk- und Ruhezeiten sowie Abstand und Geschwindigkeit auf der Straße.

Im Zusammenhang mit der verstärkten Lkw-Kontrolle fanden zum Ende des Sonntagsfahrverbotes am späten Sonntagabend in Oberfranken zahlreiche Lastwagenfahrer auf den Rastplätzen. Da 15 von ihnen deutlich alkoholisiert waren, mussten die Beamten den geplanten Fahrtantritt untersagen.

An mehreren Rastanlagen und Autohöfen entlang der oberfränkischen Autobahnen hatten die Beamten der Verkehrspolizeiinspektionen am Sonntagabend ihre Kontrollstellen eingerichtet. Die Verkehrsspezialisten erhielten dabei Unterstützung von ihren Kollegen der Operativen Ergänzungsdienste und weiterer umliegender Dienststellen.

Bei den ganzheitlichen Kontrollen des Schwerlastverkehrs galt das Augenmerk insbesondere der Fahrtüchtigkeit der Lastwagenfahrer, die sich mit Ende des Wochenendfahrverbotes am Sonntagabend, um 22 Uhr, wieder ans Steuer ihrer Fahrzeuge setzten. Die meisten der Kraftfahrer nahmen das Angebot eines Atemalkoholtestes an und bewiesen damit, dass sie nüchtern waren. Bei vielen Fahrern galt es, sich mit "Händen und Füßen" verständlich zu machen, da ein Großteil der Kontrollierten der deutschen Sprache nicht mächtig war. 15 der insgesamt 411 kontrollierten Fahrer standen unter Alkoholeinfluss. Bei ihnen zeigte der Atemalkoholtest einen Wert von über 0,5 Promille an. Das bedeutete: Lastwagen stehen lassen, ausnüchtern und erst dann abfahren.

Den höchsten gemessenen Atemalkoholwert hatte ein litauischer Kraftfahrer mit über drei Promille. Da er zudem die Arbeit der Polizeibeamten vor Ort massiv störte, mussten sie ihn in Gewahrsam nehmen. Anschließend schlief er seinen Rausch in der Zelle aus.

Zudem stellten die Verkehrsspezialisten im Rahmen ihrer Kontrollen bei acht Brummifahrern Verstöße gegen die für sie geltenden Sozialvorschriften fest. Entsprechende Anzeigen nach dem Fahrpersonalrecht waren die Folge.

Lastwagen haben ein deutlich höheres Gefährdungspotenzial; deshalb sprachen die Polizisten eingehend mit den Berufskraftfahrern, um ihnen ihre besondere Verantwortung gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern klarzumachen. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberfranken ereigneten sich im Jahr 2018 insgesamt 17 Verkehrsunfälle, bei denen Lkw-Fahrer alkoholisiert waren. Dabei erlitten 16 Personen teils schwere Verletzungen. Bayernweit waren am Sonntag fast 400 Beamte im Einsatz. Sie kontrollierten 3291 Fahrer vor der Abfahrt auf ihre Fahrtüchtigkeit. Insgesamt stellten sie 159 Lkw-Fahrer fest, die mehr als 0,5 Promille Atemalkohol aufwiesen. Fast die Hälfte kam sogar über 1,1 Promille. "All diese Lkw-Fahrer durften so lange nicht ans Steuer, bis sie wieder verkehrstüchtig waren", sagte Herrmann. Bußgelder gab es keine, da die Fahrer noch nicht losgefahren waren. Im vergangenen Jahr gingen 142 Unfälle im Freistaat auf das Konto alkoholisierter oder anderweitig berauschter Lkw-Fahrer. Lastwagen waren an rund 18 200 Verkehrsunfällen beteiligt, rund drei Viertel dieser Unfälle waren von Lkw-Fahrern verursacht. Die Hauptursachen waren Fehler beim Abbiegen, mangelnder Sicherheitsabstand und nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Übermüdung, Ablenkung oder erhebliche technische Mängel. 134 Menschen starben bei Unfällen mit Lastwagen, 5380 wurden verletzt. dpa/red

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Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
20:06 Uhr

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13. 05. 2019
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