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Länderspiegel

Romantische Hinterhöfe und historische Fassaden

Im Bayreuther Gassenviertel verbirgt sich so mancher architektonischer Schatz. Das Quartier wurde am Tag der Städtebauförderung in den Mittelpunkt gestellt.



Der Pocket Garden im Hinterhof. Künftig soll dieser überdacht werden und zum neuen Programmkino führen. Foto: Harbach
Der Pocket Garden im Hinterhof. Künftig soll dieser überdacht werden und zum neuen Programmkino führen. Foto: Harbach  

Bayreuth - Fensterglas in Jugendstilmanier, Kellergewölbe aus dem 15. Jahrhundert, Laubengänge aus Holz: In den Hinterhöfen von Bayreuths Gassenviertel und hinter den historischen Fassaden verbirgt sich so mancher Schatz.

Das offenbarte sich am diesjährigen Tag der Städtebauförderung, den die Stadt Bayreuth zentral in der Kämmereigasse 9 ½ beging. Christiane Reichert vom Büro Stadt- und Denkmalpflege aus Bamberg lud die Besucher zu einem Spaziergang durch das Viertel ein. "Wir im Quartier" lautete schließlich das Motto des Tages, an dem Projekte im Mittelpunkt standen, die von der Städtebauförderung in Bund und Land unterstützt werden. Vor dem Rundgang erläuterte Reichert im ersten Stock des künftigen Kunst- und Kulturhauses, den der Verein Neuneinhalb nahezu leer geräumt hatte, das Wichtigste aus dem Kommunalen Denkmalkonzept (KDK) für das Gassenviertel. "Wir wollen das Schöne am Gassenviertel herausstellen", sagte die Kunsthistorikerin. Das Gassenviertel sei ein "lebenswertes Quartier". Sie bat die Besucher um Nachsicht mit den Gebäuden, die noch nicht saniert worden seien. "Dies darf den Blick nicht trüben auf die wahre Schönheit der Häuser."

Mit Ralf Jost erfasst und analysiert sie für die Stadt den historischen Bestand. Über die städtebaulich wertvollen Denkmäler wurde eine Dokumentation erstellt. Der Bericht soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden. Von 135 Bauten seien 69 als Baudenkmäler einzustufen, so Reichert. Der übrige Bestand werde entweder als ortsbildprägend oder strukturbildend eingestuft. In einem zweiten Schritt werde zusammen mit dem Bayreuther Architekturbüro RSP ermittelt, wo konkret Handlungsbedarf bestehe. Als Letztes biete sie Hilfe und Beratung bei der Umsetzung der erarbeiteten Ziele und den Voruntersuchungen an. Einiges im Gassenviertel sei zufällig entstanden, so Reichert, anderes gewollt. Auch für alteingesessene Bayreuther lohne sich eine Entdeckungsreise durch das Viertel zwischen Maxstraße und Stadtkirche.

"Ein Tipp: Schauen Sie mal hoch, was da oben alles los ist", riet Reichert und meinte damit die vielgestaltige Dachlandschaft. Die Häuser haben unterschiedliche Abschlüsse. Man sieht Spitz- und Walmdächer auf unterschiedlichen Höhen. Die Fenster haben oft noch Sprossen und abgestufte Umrandungen. Das städtebauliche Bild sei ausgesprochen abwechslungsreich. In Bayreuths geschichtsträchtigem Stadtviertel liegt das Alte Rathaus, in dem heute das Kunstmuseum untergebracht ist. Priesterhäuser, Apotheken und eine Badstube, aber auch Gastwirtschaften und "Gewerke kleiner Leute" siedelten sich an. Auf der Rückseite des Grundstücks Von-Römer-Straße 4 sei noch ein Turm der ehemaligen Stadtmauer erhalten, der bewohnt werde.

Die Kämmereigasse hieß mal "Zwerchgässla" oder "Ochsengasse". Sie orientiere sich an einem Abzweig vom Tappert und sollte das Schmutz- und Regenwasser vom Markt aufnehmen. In der Nummer 9 ½, erstmals 1889 erwähnt, war jahrzehntelang eine Metzgerei.

Der Vorsitzende des Trägervereins Neuneinhalb, Matthias Mayer, erläuterte das Konzept für das Kunst- und Kulturhaus, das dort entstehen wird. Im einstigen Schlachthaus soll etwa ein Programmkino eingerichtet werden.

Nicht fehlen durfte Stadträtin Christa Müller-Feuerstein, die sich seit langem für eine Aufwertung des Gassenviertels einsetzt. "Das ist mir eine Herzensangelegenheit", sagte Müller-Feuerstein und hofft darauf, dass das städtische Gebäude nach so langer Zeit doch noch zum Vorzeigeobjekt wird.

Autor

Ute Eschenbacher
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
18:34 Uhr

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Ute Eschenbacher

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14. 05. 2019
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