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Länderspiegel

Rotes Kreuz warnt vor Engpässen im Rettungsdienst in Bayern

Die Personalnot in den Wachen wird immer drückender – auch in Oberfranken. Der Präsident des BRK bangt um die dauerhafte Besetzung jeder Schicht.



München – Steigende Einsatzzahlen auf der einen Seite, fehlendes Personal auf der anderen: Der Rettungsdienst steht vor Problemen. Laut BRK-Präsident Theo Zellner ist der bislang im Bereich der Pflege spürbare Fachkräfte- und Nachwuchsmangel nun mit voller Wucht bei den Rettern angekommen. „Wir lassen keinen Patienten unversorgt, bangen aber um die dauerhafte Besetzung jeder Schicht im Rettungsdienst“, wird Zellner in einer BRK-Mitteilung zitiert. Das BRK warnt davor, dass das ständig steigende Einsatzaufkommen im Rettungsdienst mit dem vorhandenen Personal bald nicht mehr bewältigt werden könne. 

Nach Angaben des BRK-Landesverbandes ist die Zahl der Notfalleinsätze in den vergangenen fünf Jahren um drei bis fünf Prozent gestiegen. Ein maßgeblicher Grund dafür ist die immer älter werdende Gesellschaft. Aber nicht allein diese Tendenz erfordert Personal. Obendrein wird das landesweite Netz der Rettungswachen kontinuierlich ausgebaut, damit die Retter innerhalb der geforderten Frist von zwölf Minuten am Einsatzort sein können. Pro Jahr kommen vor allem auf dem Land durchschnittlich zehn neue Standorte hinzu – eines der jüngsten Beispiele ist der Rettungsstellplatz in Arzberg-Röthenbach im Landkreis Wunsiedel.

Auch in Oberfranken ist die Personalnot greifbar. Beispiel Fichtelgebirge: „Wenn sich heute jemand meldet, der die Qualifikationen hat, dann kann er morgen bei uns anfangen“, sagt der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Wunsiedel, Thomas Ulbrich auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir sind händeringend auf der Suche nach Personal.“ Nach Ulbrichs Erfahrungen ist für viele potenzielle Arbeitnehmer der Schichtdienst abschreckend; zudem seien die Fachkräfte heiß begehrt, Kliniken setzten verstärkt auf Rettungsassistenten in der Notaufnahme.

„Wir müssen auf Ausbildung setzen“, sagt Gernot Jungbauer, der Geschäftsführer des BRK-Bezirksverbandes Ober- und Mittelfranken. Jeder Kreisverband in seinem Bereich habe derzeit vier, fünf Auszubildende, die den noch jungen Beruf des Notfallsanitäters lernen. Bayernweit hat das Rote Kreuz zu Beginn des neuen Lehrjahres 230 Auszubildende zum Notfallsanitäter eingestellt; sie werden in den Rettungswachen und in fünf eigenen Berufsfachschulen geschult. 
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Thomas Scharnagl

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Veröffentlicht am:
10. 10. 2017
21:34 Uhr

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Thomas Scharnagl

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10. 10. 2017
21:34 Uhr



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