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Schnelle Züge für den Westen Oberfrankens

Die Bahn stellt ihre Pläne für neue ICE-Verbindungen vor. Profitieren könnten vor allem die Coburger. Für Fahrgäste aus Hochfranken ändert sich nur wenig.



Bamberg/Coburg - Die Deutsche Bahn hat einen ersten Fahrplanentwurf für die neue ICE-Direktverbindung von München nach Berlin vorgelegt, aus dem auch die voraussichtlichen Abfahrtszeiten der Züge an den für Ober- und Unterfranken bedeutenden Haltepunkten Bamberg und Coburg hervorgehen. Demnach wird der ICE Coburg jeweils morgens, nachmittags und abends in beiden Richtungen anfahren. Die Frühverbindung wird es allerdings nur unter der Woche geben. Die Abfahrten werden nach gegenwärtiger Planung ab Mitte Dezember um 7.04 Uhr, 15.04 Uhr und 22.06 Richtung München und um 6.44 Uhr, 15.52 Uhr und 22.06 Uhr Richtung Berlin erfolgen. Nach Berlin verkürzt sich die Reisezeit jeweils über Leipzig um zwei Stunden auf rund 2,5 Stunden, nach München um gut 30 Minuten auf zweieinviertel Stunden. Für die Lücken empfiehlt die Bahn den Coburgern Umsteigeverbindungen über Bamberg, die im Vergleich zu heute nach Berlin einen Zeitvorteil von immerhin knapp einer Stunde bringen.

Bei der Bahn erwartet man nun, dass die Coburger den von ihnen gewünschten ICE-Anschluss mit diesen attraktiven Fahrzeiten auch nutzen. Eine konkrete Zahl der erwarteten Ein- und Ausstiege wollte der DB-Fernverkehrsplaner Robert Ohler bei der Vorstellung des Konzepts in München nicht nennen. Er betonte aber, dass die Fernverkehrszüge eigenwirtschaftlich fahren müssten - ein indirekter Hinweis darauf, dass bei einer zu geringen Nutzung Verbindungen über Coburg auch wieder wegfallen könnten. Bedient wird die neue Direktverbindung über Coburg zunächst vor allem mit dem mit Neigetechnik ausgestatteten ICE-T, der mit überwiegend zwei Zugteilen unterwegs sein wird. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 sollen diese Züge durch die neuen ICE 4 ersetzt werden. Als weitere Verbesserung wird Coburg vom Franken-Thüringen-Express angefahren, der auf der ICE-Neubaustrecke die Fahrzeit nach Nürnberg um 30 Minuten verkürzt und nach Bamberg auf 23 Minuten fast halbiert.

Der Bahnhof Bamberg wird nach den Worten Ohlers "der Knoten für Franken in Richtung Leipzig/Berlin". Bis auf die ICE-Sprinter, die zwischen München und Berlin nur in Nürnberg, Erfurt und Halle halten, wird Bamberg vom ICE praktisch im Stundentakt angefahren. Wegen laufender Baumaßnahmen wird dieses Optimum aber erst Ende 2018 erreicht. Die Zubringerzüge aus Hof, Bayreuth und Lichtenfels sowie aus Richtung Haßfurt/Schweinfurt werden mit dem Fahrplanwechsel optimiert und beschleunigt. Reisende von dort profitieren damit auch von den um bis zu zwei Stunden kürzeren Fahrzeiten nach Berlin. "Wir bringen die mit der ICE-Neubaustrecke verbundenen Reisezeitverkürzungen auch in die Fläche", erklärte Ohler. Schneller unterwegs werden auch die Agilis-Züge von Bayreuth nach Coburg mit Anschluss an die dortigen ICE-Halte sein. Bestehen bleibt ein tägliches ICE-Zugpaar auf der Saaletal-Strecke über Lichtenfels und Jena nach Leipzig. Neu eingeführt wird im Fernverkehr ein Intercity-Zugpaar von Karlsruhe über Nürnberg nach Leipzig mit Halten in Lichtenfels und Kronach.

Für Reisende aus Hochfranken bringt die ICE-Neubaustrecke in Richtung Berlin keine Zeitvorteile. Hier führt die schnellste Verbindung weiter über Hof und Leipzig in die Hauptstadt. Fahrzeit ab Hof knapp vier Stunden und ab Marktredwitz viereinhalb Stunden.

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Jürgen Umlauft
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Veröffentlicht am:
12. 09. 2017
20:30 Uhr

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Jürgen Umlauft

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Veröffentlicht am:
12. 09. 2017
20:30 Uhr



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