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Länderspiegel

Schwarmbeben könnten Endlager im Fichtelgebirge ausschließen

Der Präsident des Amtes für Entsorgungssicherheit macht eine Anmerkung zum Fichtelgebirge: Die Gegend könnte zu den Ausschlussregionen zählen.



Atommüll
Wohin damit? Seit Jahrzehnten ist die Suche nach einem Endlager-Standort äußerst umstritten.   Foto: Jens Wolf

München - Mit einer Informationsveranstaltung in München hat das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) die erste Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung an der deutschlandweiten Standortsuche für ein Endlager für radioaktive Abfälle aus Atomkraftwerken auch in Bayern eröffnet. Dabei betonte BfE-Präsident Wolfram König, dass grundsätzlich keine Region in Deutschland von der Suche ausgenommen sei. "Das notwendige Vertrauen in das ergebnisoffene Verfahren lebt davon, dass es keinerlei interessengeleitete Vorwegfestlegungen für oder gegen bestimmte Gebiete in Deutschland gibt", betonte er vorab gegenüber der Presse. Grundlage für die Suche bildeten allein die im Gesetz auf wissenschaftlicher Basis vorgegebenen Kriterien.

In der gerade angelaufenen ersten Erkundungshase würden auf der Basis vorhandener Daten jene Gebiete ausgeschlossen, die aufgrund von Vulkanismus, Bodenbewegungen, Bergbau oder Erdbeben für ein Endlager nicht in Frage kämen, erläuterte König. Ab einem gewissen Grad sei Erdbebengefährdung ein Ausschlussgrund. König deutete an, dass das Fichtelgebirge aus diesem Grund möglicherweise zu den Ausschlussregionen zählen könnte. Dort waren in der Vergangenheit immer wieder die Ausläufer so genannter Schwarmbeben aus dem böhmischen Egergraben zu spüren. Konkrete Angaben konnte König dazu aber noch nicht machen. Granitgesteine wie die ostbayerischen Mittelgebirge zählten genauso wie Salzstöcke und Tonschichten zu den grundsätzlich geeigneten geologischen Formationen, sagte König.

Mit dem Ergebnis der ersten Prüfrunde sei bis Mitte 2020 zu rechnen. Erst dann werde in die konkreten Standortuntersuchungen mit Erkundungsbohrungen und geophysikalischen Messungen eingestiegen, teilte König weiter mit. Der Abschluss des Suchprozesses sei frühestens 2031. Schon das aber sei wegen des komplexen Verfahrens ein "sehr ehrgeiziges Ziel". Das Verfahren werde "jederzeit nachvollziehbar und transparent" durchgeführt, immer wieder sei die Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen.

Nach gegenwärtigem Stand wird das vom Bundestag auf Vorschlag des BfE zu beschließende Endlager nach dem Scheitern des bisherigen Standorts Gorleben in Niedersachsen rund 1900 Castor-Behälter mit abgebrannten Kernbrennstäben aufnehmen müssen. Diese befinden sich gegenwärtig überwiegend noch in Zwischenlagern, zumeist auf dem Gelände der inzwischen stillgelegten oder noch bis 2022 laufenden Atomkraftwerke. Die Fertigstellung des Endlagers ist nach gegenwärtiger Planung für die Zeit um das Jahr 2050 vorgesehen.

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Jürgen Umlauft
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Veröffentlicht am:
04. 07. 2019
20:30 Uhr

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Autor

Jürgen Umlauft

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Veröffentlicht am:
04. 07. 2019
20:30 Uhr



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