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Länderspiegel

Sexuelle Lust beim Blick auf die Flammen

Den mutmaßlichen Brandstifter von Oberredwitz erregten die von ihm gelegten Feuer. Das hat er vor Polizisten eingeräumt. Doch das Geständnis ist mittlerweile widerrufen.



Brennendes Haus in Oberredwitz: Dieser Anblick verschaffte Konrad P. nach eigener Aussage sexuelle Lust.
Brennendes Haus in Oberredwitz: Dieser Anblick verschaffte Konrad P. nach eigener Aussage sexuelle Lust.   Foto: Feuerwehr Marktredwitz

Hof/Marktredwitz - Was Frauen bei ihm nicht schafften, das bewirkten brennende Gebäude: Beim Anblick der von ihm gelegten Feuer bekam Konrad P. eine Erektion. Das hat der wegen schwerer Brandstiftung und versuchten Mordes in mehreren Fällen angeklagte 38-Jährige (wir berichteten) bei einer Vernehmung durch Polizeibeamte eingeräumt.

Dieses Geständnis hat P. mittlerweile widerrufen. Doch die Ermittler haben die Tatort-Begehung und P.s Aussagen dazu auf Video aufgezeichnet. Am zehnten Prozesstag schauten sich die Verfahrensbeteiligten mehrere Stunden lang die Aufnahmen an, die entstanden, als P. mit den Kripo-Beamten in Oberredwitz von Brandort zu Brandort der beiden nächtlichen Feuerserien vom Frühjahr 2018 ging.

"Haben dich die Flammen erregt?", fragt die Kommissarin im Video. "Ein bisschen", sagt der Verdächtige, zunächst schüchtern. "Hast du dich bei dem Anblick selbst befriedigt?" - "Ja." - "Auch in den anderen Anwesen?" - "Ja."

Konrad P. war zuvor wegen Erektionsstörungen bei einem Urologen vorstellig geworden. Körperlich sei alles in Ordnung gewesen, sagte der Mediziner als Zeuge aus. Die Schwierigkeiten seien "Kopfsache". P. wollte unbedingt seine damalige Freundin heiraten, wollte Kinder, wollte eine Familie gründen. Doch im entscheidenden Moment ging immer nichts mehr. Wie er weiter aussagte, hat es ihn mehr erregt, wenn er sich Frauenkleider anzog und künstliche Brüste aus Silikon umschnallte. So stimulierend wie diese Verwandlung sei der Anblick der Feuer zwar nicht gewesen, sagte er bei der aufgezeichneten Tatort-Begehung, aber: "Es ging schon."

Auch nach den Bränden habe er sich "fast jeden Tag" in der Dunkelheit in die ausgebrannte Ruine des Hauses in der Wegenerstraße geschlichen, um sich zu befriedigen. "Aber da hat es doch gar nicht mehr gebrannt", fragt die Kommissarin nach. "Da waren doch keine Flammen mehr." Der Verdächtige in der Video-Aufzeichnung erläutert: "Aber ich habe das ganze Verbrannte um mich herum gesehen, das hat mir gereicht. Weil ich wusste, dass ich das war."

Die Verhandlung wird am Donnerstag, 26. September, um 9 Uhr fortgesetzt.

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Rainer Maier
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Veröffentlicht am:
17. 09. 2019
19:06 Uhr

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Autor

Rainer Maier

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Veröffentlicht am:
17. 09. 2019
19:06 Uhr



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