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Länderspiegel

Tierquäler schießt Katze in den Kopf

Ein Unbekannter hat das Tier schwer verletzt. Der Arzt hat eine Schusswunde diagnostiziert, die Polizei sucht den Schützen.



Der rote Punkt am Kopf zeigt die Schusswunde von Kater Peter, der sich von den Folgen der Narkose erholte. Das Foto postete Ilona Junge im sozialen Netzwerk Facebook.
Der rote Punkt am Kopf zeigt die Schusswunde von Kater Peter, der sich von den Folgen der Narkose erholte. Das Foto postete Ilona Junge im sozialen Netzwerk Facebook.  

Bad Berneck/Waldershof - Ilona Junge ist noch hörbar unter Schock, als sie vom Tierdrama berichtet. Gerade kam sie vom Bindlacher Tierarzt Dr. Peter Gross zurück. Sie hatte den Kater ihrer im gleichen Haus in Bärnreuth lebenden Eltern hingebracht, weil es ihm nicht gut ging. "Es muss am Pfingstmontag passiert sein, da hatte er Blut am Kopf und ein geschwollenes Auge", sagt sie. Die Katzeneltern dachten zunächst an eine übliche Rauferei unter Katern.

Da die Wunde nicht heilte, brachte Ilona den kleinen Peter zum Tierarzt nach Bindlach. Der untersuchte das Tier und narkotisierte es zur Behandlung der eitrigen Wunde. "Da wurde ich rausgeschickt", sagt Junge. Dann der Schock: "Nach der Behandlung sagte uns der Tierarzt: Das ist keine Bisswunde, sondern ein glatter Durchschuss." Dies bestätigt Gross: "Das war mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Schuss aus einem Luftgewehr. Das zeigt die drei bis 3,5 Millimeter große, kreisrunde Haut-Stanzung bei der Eintrittswunde." Die Schwellung sei massiv, die Wunde bereits infiziert gewesen. Die Entfernung des Schützen schätzt er auf höchstens 20 Meter. Der Schuss drang nahe dem linken Auge ein und an der Wange wieder aus. Das Projektil sei nicht gefunden worden.

Ilona Junge ist fassungslos: "Der Kater ist schon zwölf Jahre alt und streunt nicht mehr weit herum. Sein Aktionsradius beträgt höchstens 200 Meter. Er greift niemanden an, sondern haut ab, wenn jemand kommt." Wie ein Hündchen folge er jeden Morgen ihrem Vater, der den Nordbayerischen Kurier austrägt. Wer den Schuss auf den Kater abgegeben haben könnte, ist ihr ein Rätsel. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei.

Weitere Fälle von Katzenquälerei im Raum Bad Berneck seien nicht bekannt, hieß es auf Anfrage. Tierarzt Gross sagt, es komme "nicht selten" vor, dass Katzen von Schüssen verletzt würden. Oft suchten die Besitzer aber zu spät den Tierarzt auf, um das so deutlich zu erkennen wie bei dem kleinen Peter. Gross sagt, der Kater werde den Schuss überleben, weil nur die Muskulatur verletzt wurde, keine Knochen und Nerven. Der Tierarzt meint: "Der Kater hatte Riesenglück."

Nicht so viel Glück hatte Kater Kasper aus dem Waldershofer Ortsteil Hohenhard. Der etwa vier Jahre alte verschmuste Kater - so wird er von seinen Besitzern gegenüber der Frankenpost beschrieben - soll am 15. April ein Kleinkind, dass in einem Garten am Waldrand spielte, angegriffen haben. Das Kind hatte dem Arztbericht zufolge Kratzspuren am rechten Oberschenkel. Zwei Tage später habe die Mutter, so steht es im Arztbrief, die besagte Katze wiedergesehen. Die "herrenlose" Katze habe Schaum vor dem Mund gehabt, sei sehr aggressiv gewesen und habe gefaucht. Aufgrund dieser Aussage nahmen sich die Polizeiinspektion Tirschenreuth und das Veterinäramt der Angelegenheit an. Beide Parteien hatten den Kater nie zu Gesicht bekommen. Trotzdem wurde das Todesurteil für Kater Kasper gesprochen. Am 23. April haben die Eltern des Kindes den Kater eingefangen und zu einer Tierarztpraxis nach Wiesau gebracht, wo er umgehend eingeschläfert wurde (wir berichteten). Der Tollwutverdacht - seit 2001 gab keinen einzigen Tollwutfall in Bayern - hat sich nach einer rechtsmedizinischen Untersuchung nicht bestätigt.

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Peter Rauscher, Oswald Zintl
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Veröffentlicht am:
09. 06. 2020
18:08 Uhr

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Peter Rauscher, Oswald Zintl

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09. 06. 2020
18:08 Uhr



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