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Bombendrohung am Suhler Klinikum

Eine Bombendrohung ist am Mittwochmittag im Suhler Klinikum eingegangen. Das Gelände war weiträumig abgesperrt. Eine Evakuierung war nach Angaben der Polizei nicht vorgesehen.



Am gestrigen Mittag wurde das Gelände des SRH-Zentralklinikums wegen einer Bombendrohung weiträumig abgesperrt. Foto: frankphoto.de
Am gestrigen Mittag wurde das Gelände des SRH-Zentralklinikums wegen einer Bombendrohung weiträumig abgesperrt. Foto: frankphoto.de  

Suhl - Ein älterer Herr hat einen Termin in der Augenklinik. Aber er kommt nicht auf das Gelände des SRH-Zentralklinikums in Suhl. Das ist Absperrungen umgeben. Dahinter stehen reichlich Polizeiautos. Den Termin kann er vergessen. Wie lange die Absperrung noch dauert, vermag niemand zu sagen. Später erfährt er, dass es eine Bombendrohung gegeben hat. Gegen 12.15 Uhr ist der anonyme Anruf eingegangen im Klinikum mit der Aussage, dass es auf dem Gelände des Krankenhauses eine Bombe gebe. "Nach Rücksprache mit der Mitarbeiterin, die den Anruf entgegengenommen hatte, mit der Einsatzleitung des Klinikums und aufgrund erster Ermittlungen sind wir recht bald davon ausgegangen, dass es sich hier um keine ernst- zunehmende Drohung handelt", sagt Polizeisprecherin Julia Kohl. Dennoch seien alle polizeilichen Maßnahmen eingeleitet worden, um eine dennoch mögliche Gefahr abzuwenden, so sie real werden sollte. Deswegen die Absperrung des großräumigen Geländes. Im Gebäude sitzt die Klinikeinsatzleitung bereits 18 Minuten nach Eingang des anonymen Anrufs mit der Einsatzleitung der Polizei an einem Tisch. Sie sind sich schnell einig, gegenüber Mitarbeitern und Besuchern von einer großen Übung zu sprechen, um unnötige Panik zu vermeiden.

Ruhe trotz Anspannung

Derweil verbreitet sich über die sozialen Medien die Nachricht von der Bombendrohung. Dennoch läuft alles ruhig und besonnen. Es läuft so wie es das Notfall-Management des Klinikums vorsehe, sagt Christian Jacob, Sprecher des SRH-Zentralklinikums. Da in der Einsatzleitung unter anderem der stellvertretende Ärztliche Direktor, Dr. Werner Haberbosch, der Ärztliche Leiter der Notfallaufnahme, Rudi Vonau, sowie weitere Mediziner und Haustechniker gebraucht werden, übernehmen - wo erforderlich - Kollegen deren Arbeit. "Ein großer Dank gilt den Mitarbeitern des SRH-Zentralklinikums, die trotz der angespannten Lage ruhig und besonnen gehandelt haben", so die Polizeisprecherin.

Rückstau gen Schleusingen

Draußen vor dem Klinikum geht außer für Rettungsfahrzeuge nichts mehr - weder für Fußgänger, noch für Autos, auch nicht für die Linienbusse. Da das Klinikgelände derzeit quasi Umleitungsstrecke für den Straßenverkehr aus Richtung Schleusingen ist, bildet sich schnell ein langer Rückstau. Die Polizisten suchen das Gelände nach verdächtigen Gegenständen ab. Kollegen der Landespolizeiinspektion, unter anderem aus den Dienststellen Hildburghausen und Meiningen, unterstützen die Suhler Einsatzkräfte. Auch Spürhunde kommen zum Einsatz. Gefunden wurde nichts Verdächtiges.

So kann nach 45 Minuten, also 13.30 Uhr die Sperrung am Klinikum wieder aufgehoben und der Einsatz für beendet erklärt werden. Nun werden die Mitarbeiter des Klinikums über die tatsächlichen Umstände des Einsatzes aufgeklärt. "Dass wir zuerst von einer Übung gesprochen haben", hat einfach damit zu tun, dass wir keine unnötige Unruhe oder gar Panik aufkommen lassen wollten", so Julia Kohl. Wichtig sei, dass der stationäre Klinikbetrieb nicht gestört werde oder gar Operationen angehalten werden müssten. Das sei erreicht worden. Zu keiner Zeit habe es Einschränkungen innerhalb des Hauses gegeben und es sei auch nicht erwogen worden, das Klinikum zu evakuieren. Das Klinikum hat etwa 640 Betten, beschäftigt etwa 1100 Mitarbeiter und ist damit größter Arbeitgeber in der Stadt Suhl. Hier werden jährlich etwa 30 000 Patienten aus der Region stationär sowie 45 000 Patienten ambulant behandelt.

Auch wenn nach der Aufregung wieder Ruhe eingekehrt ist, für den Anrufer ist es noch nicht vorbei. Die Kriminalpolizei Suhl ermittelt gegen ihn wegen des Straftatbestandes der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

In der Poliklinik werden Patienten, die sich aufgrund der Absperrung verspätet haben, auch noch behandelt als die Sprechzeit schon vorbei ist. Der ältere Herr, der seinen Termin in der Augenklinik nicht hat wahrnehmen können, holt sich einen neuen. "Hauptsache, es ist alles gut gegangen und niemanden ist etwas passiert", sagt er und spricht aus, was sicher alle Mitarbeiter, Patienten, Besucher und Einsatzkräfte denken.

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
13. 06. 2018
13:25 Uhr

Aktualisiert am:
13. 06. 2018
14:50 Uhr

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