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Brückeneinsturz bei A 7: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Ein frisch betoniertes Teil der neuen Brücke an der Autobahn A 7 bei Werneck stürzt ein und reißt Arbeiter mit in die Tiefe - ein Mann stirbt. Drei Ingenieuren wird nun mangelnde Sorgfalt angelastet.



Aufräumen nach dem Unfassbaren
Aufräumen nach dem Unfassbaren: Ein Bagger zieht an der eingestürzten Talbrücke Schraudenbach an der A7 bei Werneck in Bayern herabgestürzte Teile auseinander. Beim Einsturz der im Bau befindlichen Brücke war ein Bauarbeiter ums Leben gekommen.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Schweinfurt/Werneck - Im Juni 2016 sind bei Bauarbeiten an einer Brücke an der Autobahn A 7 Teile eingestürzt. Seitdem liefen umfangreiche Ermittlungen der Kriminalpolizei Schweinfurt in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt. Aus einer gemeinsamen Erklärung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt und des Polizeipräsidiums Unterfranken vom Dienstag geht hervor, dass die Ermittlungen nun abgeschlossen sind. Gegen drei Ingenieure wird nun wegen fahrlässiger Tötung und mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung Anklage erhoben. 

Wie unsere Zeitung berichtete, kam es am 15. Juni 2016 im Zuge der Erneuerung der Talbrücke Schraudenbach südlich des Autobahnkreuzes Schweinfurt/Werneck bei Betonierarbeiten zu einem Zusammenbruch des Traggerüsts. Dreizehn Bauarbeiter wurden mitgerissen. Ein Bauarbeiter fand dabei den Tod, insgesamt vierzehn Personen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Nach dem von der Staatsanwaltschaft Schweinfurt eingeholten Gutachten, so heißt es in der Pressemitteilung, ist als Einsturzursache des Traggerüstes während des Betonierens im Bauabschnitt 3 ein Stabilitätsversagen einer Gerüststütze, eines sogenannten Joches, anzusehen. Verbindungselemente waren danach unterdimensioniert, wodurch die Joche instabil wurden und es zum Einsturz kam. Statik und Ausführungsplanung stimmten hinsichtlich bestimmter Verbindungen nicht überein.

Gegen den für die Berechnungen der Statik zuständigen Techniker sowie zwei weitere Ingenieure, denen die Prüfung der Statik oblag, wurde nun beim Landgericht Schweinfurt erhoben. Den drei Angeschuldigten liegt zur Last, durch mangelnde Sorgfalt bei der Erstellung und Prüfung der statischen Berechnungen den Einsturz des Traggerüstes verursacht zu haben. Ihnen wird deshalb fahrlässige Tötung und in 14 Fällen fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Die zuständige Große Strafkammer des Landgerichts Schweinfurt muss nun über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

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Veröffentlicht am:
18. 09. 2018
15:31 Uhr

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