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Nach Bauernhof-Brand: Kälbchen kommen in den Ruinen zur Welt

Der katastrophale Großbrand eines Bauernhofs im Thurnauer Orteil Menchau hat viele erschüttert. In der Zeit nach dem Brand haben sich etliche Menschen gefunden, die der betroffenen Familie helfen wollen. Auf dem Hof hat sich jetzt ein kleines Wunder ereignet.



Als kleines Wunder wurde die Zwillingsgeburt in den Brandruinen von den Helfern bewertet. Das Bild zeigt die beiden Kälbchen unmittelbar nach der Geburt auf dem Menchauer Hof. Foto: Feuerwehr Thurnau
Als kleines Wunder wurde die Zwillingsgeburt in den Brandruinen von den Helfern bewertet. Das Bild zeigt die beiden Kälbchen unmittelbar nach der Geburt auf dem Menchauer Hof. Foto: Feuerwehr Thurnau   » zu den Bildern

Thurnau/Menchau - In den finstersten Stunden gibt es auch Licht: Das Feuer auf dem Hof der Familie Groppweiß war noch nicht ganz gelöscht, Bauern aus der Nachbarschaft waren gerade dabei unter denkbar ungünstigen Umständen die rund 50 Kühe zu melken, da merkten die Helfer, dass eine der Kühe dabei war, zu kalben. Inmitten von Brandruinen sind "Florian", benannt nach dem Funkrufnamen der Feuerwehr, und "Harald", der seinen Namen nach dem im Krankenhaus liegenden Besitzer des Hofs bekommen hat, gesund und munter zur Welt gekommen. Die beiden Kälbchen hat Harald Unger aus Leesau in seine Obhut genommen. Er hat in den vergangenen Tagen die Arbeit auf seinem Hof hintenangestellt und zusammen mit vielen anderen dafür gesorgt, dass die rund 120 Rinder versorgt werden und eine neue Unterkunft finden.

10.10.2019 - Bauernhof in Schutt und Asche - Foto: Melitta Burger

Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
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Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
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Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche
Bauernhof in Schutt und Asche

Harald Unger ist voll des Lobes über den Einsatz vieler Menschen, die mitgeholfen haben, die Tiere zu versorgen. Über die Firma Melktechnik Merz aus Wonsees wurde noch am Brandtag ein mobiler Melkstand ausfindig gemacht, der sofort zur Verfügung stand. "Das Technische Hilfswerk ist losgefahren und hat den Melkstand sofort geholt, damit wir arbeiten konnten", berichtet Harald Unger. Der Familie Merz seien alle sehr dankbar. Firmenchefin Daniela Merz habe auch selbst beim Melken mit angepackt.

Immens dankbar sind alle Helfer der Landwirtsfamilie Wunner aus Volkmannsdorf. "Was die Leute für uns gemacht haben, verdient den höchsten Respekt. Natürlich wollte der Bauer seine Tiere in den Stall stehen. Jetzt steht die Groppweiß-Herde drin", sagt Harald Unger. Die Familie Wunner hat auf ihrem Hof einen nagelneuen Laufstall gebaut. Ein Millionenprojekt. In drei Wochen sollten die Kühe der Landwirtsfamilie dorthin umziehen. Jetzt stehen dort die 50 Milchkühe aus Menchau. Auch etwa 20 Jungtiere haben dort eine vorübergehende Bleibe gefunden. Die Melktechnik sei zwar noch nicht installiert, aber man könne sich mit dem mobilen Melkstand behelfen, sagt Harald unter. Seine größte Freude: "Die Tiere haben dort viel Platz, der Stall ist ähnlich aufgebaut wie der in Menchau. Damit sind die Tiere praktisch in einer gewohnten Umgebung.

Am Samstagmorgen wurden die Rinder in drei eigens organisierten Viehtransportern von Menchau nach Volkmannsdorf gefahren. Zwei Betriebshelfer, Dominik Pfändner aus Kleinhühl, und Jürgen Bermann aus Sanspareil, betreuen die Tiere in ihrem neuen Stall. "So kann die Herde zusammenbleiben", freut sich Harald Unger. Zwei weitere Betriebe haben Tiere aufgenommen. Die Familie Eschenbacher aus Hörlinreuth hatte schon gleich nach dem Ausbruch des Brandes etwa 15 Jungtiere aufgenommen. Die Landwirtskollegen, freut sich Harald Unger, haben entschieden, die Tiere vorerst weiter zu betreuen. "Gottseidank haben sie genug Futter."

 

Lesen Sie hier die weiteren Artikel zum Großbrand in Menchau >>>

 

Auch wenn jetzt erst einmal die wichtigsten Dinge geregelt wurden: Es ist noch ungeheuer viel zu tun. Von Normalität ist die vom Brand betroffene Familie natürlich noch weit entfernt. Aber dass es nun mit dem Pfarrhaus in Berndorf eine neue Bleibe für die Menschen gibt und für die Tiere alles geregelt ist, erleichtert. Gute Nachrichten gibt es auch aus der Klinik, in der Harald Groppweiß, der bei dem Feuer Brandverletzungen erlitten hatte. "Er hat bei mir angerufen und sich für die Hilfe bedankt." Es werde wohl noch eine Weile dauern, bis der Menchauer Bauer wieder gesund ist. Aber er werde wieder in Ordnung kommen. "Ich bin heilfroh, dass nicht noch viel Schlimmeres passiert ist", sagt Harald Unger. "Wir sind alle glücklich, dass jetzt halbwegs alles gut über die Bühne gegangen ist." Natürlich werde es noch lange dauern, bis der Hof wieder richtig arbeiten kann.

Der ganze Jura habe zusammengeholfen, betont Harald Unger. "Da ist keiner alarmiert worden. Sie haben von dem Feuer gehört und sind gerannt." Futter musste in der Nacht beschafft, Tiere versorgt werden. Sogar "Gülle" wurde mitten in der Nacht aufs Feld gefahren. Das viele Löschwasser ist natürlich in die Gruben gelaufen. Um wieder platz zu schaffen und Überflutungen zu verhindern, haben sich Bauern gefunden, die mit Traktoren und Fässern angerückt waren. Auch ganz Menchau sei auf den Beinen gewesen. Einige wenige Körbe Wäsche seien gerettet worden, völlig verrußt und durchnässt. "Die haben sich die Frauen aufgeteilt und mit nach Hause genommen, um zu schauen, ob man es retten kann." Der Nachbar der Familie Groppweiß, Hans Bauer, habe Platz gemacht für die wenigen Dinge, die noch gerettet werden konnten. "Viel war es leider nicht."

Als kleines "Wunder" haben Helfer die Geburt der beiden Zwillingskälbchen erlebt. In der Regel bekommt eine Kuh nur ein Kalb. Nur etwa fünf bis zehn Prozent sind Zwillingsträchtigkeiten, weiß Harald Unger. Es waren bange Minuten, als klar war, dass mitten in dem Inferno eine Geburt stattfinden würde. Es wusste ja niemand, ob die Kuh durch den ganzen Stress nicht eine Fehlgeburt erleidet. Als Hoftierarzt Bernd Volpert dann eine Untersuchung vornahm, tastete er mehr Beine als erwartet. Die Freude war groß, als am Freitag zwei gesunde, voll entwickelte männliche Kälber zur Welt kamen und alle drei Tiere gesund und in Ordnung waren. Mit angepackt haben bei der Geburt auch einige Feuerwehrleute aus Berndorf und Menchau, die noch zur Brandwache vor Ort waren. Sie halfen mit, die Kälbchen zu entbinden. Die Kälber sind nun bei den Ungers in Leesau bestens untergebracht und versorgt.

Weiterhin riesengroß ist die Bereitschaft in der Bevölkerung, der Familie aus Menchau zu helfen, die am Donnerstag nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihre berufliche Existenz verloren hat. Sowohl das Wohnhaus als auch die Scheunen und die Stallungen sind komplett niedergebrannt. Die ganze Familie steht erst einmal vor dem Nichts. Die Eltern und ihre drei minderjährigen Kinder sowie die Großmutter, die ebenfalls auf dem Hof lebte, haben buchstäblich nur noch das, was sie am Donnerstag auf dem Leib getragen hatten. Alles andere, von Möbeln über Kleider, ist im Feuer vernichtet worden. Die Polizei spricht von einem Millionenschaden. Viele haben bereits gespendet. Die Gemeinde Thurnau hat eigens eine Hotline und ein Spendenkonto eingerichtet. Die große Bitte von Bürgermeister Martin Bernreuther: Wer mit Sachspenden helfen möchte, sollte unbedingt vorher anrufen, damit auch sichergestellt ist, dass die angebotenen Dinge gebraucht werden. Die Gemeinde hat noch am Freitag Möbel und Lampen für das leerstehende Pfarrhaus in Berndorf, unmittelbar neben Menchau gelegen, gestellt. Schon am Freitagfrüh waren Frauen dabei, das Haus zu putzen und für den Einzug der Familie herzurichten. Wer noch helfen möchte: Unter der Telefonnummer 09228/95199 ist die Hotline der Gemeinde Thurnau zu erreichen. Das Spendenkonto des Marktes Thurnau hat die IBAN: DE63 7715 0000 0101 7400 58 (Spendenzweck "Brand #Menchau"). Im Internet hat eine Nichte des Landwirtsehepaares bereits allen, die mithelfen, die Familie über diese ersten harten Wochen nach dem verheerenden Feuer zu bringen, gedankt: "Für jegliche Hilfen sind wir alle sehr dankbar!"

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Veröffentlicht am:
12. 10. 2019
20:15 Uhr

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12. 10. 2019
20:15 Uhr



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