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Witwer Christoph Rehberg: "Die Mama kann niemand ersetzen"

Am 28. März starb Verena Rehberg aus Waffenrod durch einen Falschfahrer auf der A 73. Ein Schicksalsschlag, der Ehemann Christoph und drei Kinder in Existenzängste stürzte.



Letzte Arbeiten an der neuen Heizung: Christoph Rehberg und die beiden Heizungsinstallateure Ronny Lautensack und Heiko Malter (von links). Nächste Woche ist die Endabnahme der Heizung. Foto: frankphoto.de
Letzte Arbeiten an der neuen Heizung: Christoph Rehberg und die beiden Heizungsinstallateure Ronny Lautensack und Heiko Malter (von links). Nächste Woche ist die Endabnahme der Heizung. Foto: frankphoto.de   » zu den Bildern

Waffenrod-Hinterrod - Der Sommer startet zum Monatsende August noch einmal durch, mit Tagestemperaturen um die 25 Grad. Doch schon in der ersten Septemberwoche soll die Thermometersäule nachts auf unter 10 Grad absinken. So melden es jedenfalls die Wetterprognosen für den Eisfelder Ortsteil Waffenrod-Hinterrod.

Christoph Rehberg ist deshalb froh, dass die neue Heizung in seinem längst noch nicht fertig sanierten Haus in Waffenrod diese Woche installiert wurde. Mit der alten Heizung hätten er und die drei Kinder Dennis (15), Florian (12) und Anna (9) den kommenden Winter wohl kaum überstanden. Dank der neuen Heizung hat die Familie eine von vielen Sorgen weniger, sowohl was die Lebensumstände als auch das Finanzielle betrifft. Denn die Rehbergs müssen für die Heizanlage nur die Hälfte des Preises zahlen, der normalerweise bei etwa 9000 bis 10.000 Euro liegt.

"Der Heizkesselhersteller Brötje hat einen Sonderpreis gemacht", sagt Heiko Malter, der in Schalkau lebt und in Neustadt bei Coburg eine Installationsfirma betreibt. Diese verzichtet darauf, Einbauteile und Arbeitszeit in Rechnung zu stellen. Seine Mitarbeiter hätten in unserer Zeitung über die Spendenaktion des gemeinnützigen Hilfswerks zugunsten der Rehbergs gelesen und ihn per Brief angeschrieben: "Chef, können wir da was machen, wir machen das umsonst." Da seine Geschäfte gut liefen, so Malter, sei es wichtig, dass man mal was zurückgeben kann, vor allem, wenn man wisse, wo das Geld hingeht. Er habe selbst drei Kinder, sagt er. Ihn habe der Schicksalsschlag emotional berührt, der die Familie Rehberg wie aus heiterem Himmel am 28. März 2019 traf.

 

Falschfahrer auf der A 73

An diesem Tag warten Christoph Rehberg und die drei Kinder vergeblich auf die Rückkehr von Ehefrau und Mutter Verena. Die 36-Jährige war mit dem Auto zur Arbeit nach Zella-Mehlis gefahren. Während des Tages hatte sie mit Ehemann Christoph übers Handy telefoniert und sich mit ihm darauf verständigt, dass er an diesem Tag die Einkäufe besorgt. So konnte sie sich gleich nach der Arbeit - ohne im A 71-Center bei Zella Mehlis noch einkaufen zu müssen - auf den Weg nach Hause machen: Über die A 73 sowie über Schleusingen und Eisfeld nach Waffenrod. Doch dort kommt sie nicht an. Sie ist auch nicht über das Mobiltelefon zu erreichen. Als Sohn Dennis im Internet nach Unfällen
recherchiert, wird eine böse Vorahnung zur Gewissheit. Verena Rehberg ist ohne eigene Schuld auf der Autobahn bei Schleusingen frontal mit einem entgegenkommenden, 67-jährigen Geisterfahrer zusammengestoßen. Auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt sie im Alter von nur 36 Jahren. Der Unfallverursacher erliegt sechs Wochen später seinen Verletzungen.

 

Was soll nun werden?

Für die Rehbergs bricht ohne Ehefrau und Mutter Verena die Familienwelt zusammen, inklusive aller Zukunftspläne, die sie sich vorgenommen hatten. Das Unfallauto noch nicht abbezahlt, woher ein Neues bekommen? Schulden lasten noch auf dem Haus, das weiter saniert werden muss. Das Einkommen der Ehefrau fällt weg, Christoph Rehberg musst allein mit drei Kindern von Vierer-Schicht auf Normalschicht umstellen, alle Schichtzuschläge fallen weg.

Deshalb sind ihm die genau 92.305,46 Euro, die bisher unter dem Stichwort "Rehberg" auf dem Konto von "Freies Wort hilft" eingegangen sind, eine Riesenhilfe zur Existenzsicherung für sich und seine Familie. "Ohne die Spendenaktion hätte ich den Zeitraum nach dem Unfall finanziell nicht überstanden", sagt Christoph Rehberg. "Ich bin allen Spenden und Helfern wirklich sehr dankbar, was mir und meiner Familie an Hilfeleistungen entgegengebracht worden ist und noch entgegengebracht wird." Er könne seine große Dankbarkeit kaum in Worte fassen. Deshalb möchte er bei der Mitgliederversammlung am 3. September in Suhl dem Verein "Freies Wort hilft" beitreten, um mitzuhelfen, wenn andere künftig unverschuldet in große Not geraten.

Den Rehbergs steht noch eine schwere Zeit bevor. Die Akten zum Unfall sind von der Staatsanwaltschaft noch nicht frei gegeben, die Versicherungsfragen nicht endgültig geklärt. Viel schlimmer ist aber die seelische und psychische Belastung. "Ich bin noch nicht darüber hinweggekommen und bereit über einen Neuanfang nachzudenken", sagt Christoph Rehberg. Seine Tochter habe ihn jüngst gefragt, ob sie eine neue Mama bekomme und dann gesagt, sie wolle keine neue Mama. "Es wird keine neue Mama geben", hat er geantwortetet, denn: "Die Mama kann niemand ersetzen".

Sehr bewusst spüren werden das Christoph Rehberg und die Kinder vermutlich vor allem November und Dezember. Am 20. November hätten Christoph und Verena Rehberg ihren 11. Hochzeitstag gehabt. Am 26. November wäre Verena 37 Jahre alt
geworden.

Und dann steht die Advents- und Weihnachtszeit bevor. Es wird für die Rehbergs das erste Weihnachtsfest ohne die geliebte Ehefrau und Mutter werden.

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Autor

Rolf Dieter Lorenz
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
23. 08. 2019
12:45 Uhr

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Autor

Rolf Dieter Lorenz

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Veröffentlicht am:
23. 08. 2019
12:45 Uhr



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