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„Noch viele ungenutzte Potenziale“

Moritz Weissman, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Weissman & Cie., spricht über die Agilität von Unternehmen. Er hat dazu auch eine eigene Studie veröffentlicht.



Moritz Weissman
Moritz Weissman.   Foto: pr

Immer dynamischere, sich schnell verändernde Markte und ein beschleunigter technologischer Wandel durch die Digitalisierung. Gleichzeitig ein drohender Mangel an qualifizierten Fachkräften und steigende Erwartungen der Mitarbeiter an ihr Arbeitsumfeld. „Gerade hierarchiegepragte, ,klassische’ Organisationen stoßen dabei zunehmend an Belastungsgrenzen“, meint die Nürnberger Unternehmensberatung Weissman & Cie.. Viele Unternehmer wüssten nicht mehr, welchem „Hype“ sie glauben und an welcher Schraube sie nun drehen sollen. Wie sind sie tatsächlich für den Wandel gerüstet? Dies hat man in einer Studie zum Thema „Agilität“ untersucht.

Zumindest der Begriff der agilen Methoden scheint in Managementkreisen und Führungsetagen hinreichend erklärt. Zusammengefasst: Es geht um schnell zu formierende, interdisziplinäre Teams, die auf permanent zu eruierende Problemlagen in allen wertschöpfenden Bereichen eines Unternehmens flexibel reagieren – oder am besten bereits im Vorfeld agieren: Gerade bei dem an Tempo zulegenden, vielschichtigen und teils disruptiven Wandel in der Wirtschafts- und Unternehmenswelt ein bedeutender strategischer Faktor. Dabei sollen die von den Teams eingesetzten Instrumente und deren Mindset eine ständige Zielkontrolle oder auch Kurswechsel erlauben. „Agilitat befähigt ein Unternehmen, Veränderungen im Markt und Unternehmensumfeld zu erkennen sowie flexibel und schnell darauf zu reagieren – und letztlich überlebensfahig zu bleiben“, stellt Moritz Weissman, geschäftsfuhrender Gesellschafter von Weissman & Cie., heraus.

 

Sehr geehrter Herr Weissman, warum müssen Unternehmen gerade in der heutigen Zeit agil sein?

Moritz Weissman: Wir stellen als Beratungsunternehmen bereits seit einiger Zeit fest, dass es in vielen Unternehmen geradezu rumort – ganz gleich ob in kleinen oder großen, konservativ oder progressiv geführten Strukturen. Sie wissen, dass sie ihre Geschäftsmodelle und Organisationen verändern müssen, um in dieser immer volatileren Welt mit individueller werdenden Kundenanforderungen und neuen Wettbewerbern bestehen zu können. Viele Familienunternehmen sehen sich mit einer mittleren bis hohen Umweltdynamik konfrontiert, insbesondere im Wettbewerbsumfeld. Und um dabei flexibel zu agieren und wendig zu bleiben, benötigen Unternehmen einen hohen Grad an Agilitat.

 

Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung?

Moritz Weissman: Wir haben von Juni bis August dieses Jahres mit 154 Familienunternehmen im deutschsprachigen Raum eine Studie zum Thema der Agilitat durchgeführt. Teilgenommen haben die Top-Entscheider in den Unternehmen, zu 84 Prozent Gesellschafter und Geschäftsführer. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass sie mehrheitlich von den hohen Potenzialen, die agile Unternehmen heben können, überzeugt sind. 73 Prozent meinen, dass hoch agile Unternehmen zufriedenere Kunden haben, und sogar fast 80 Prozent gehen von stärkeren Umsatzzuwachsen aus. Als sehr positiv bewerte ich, dass knapp 75 Prozent der befragten Familienunternehmen die Voraussetzungen für agiles Handeln schon mitbringen. Allerdings bleiben oft noch Potenziale ungenutzt.

 

Wo sehen Sie die Defizite?

Moritz Weissman: Vor allem hinsichtlich einer agilen Ablauforganisation, der Innovationskultur sowie der Kooperationsbereitschaft mit externen Dritten. Außerdem erkennen in der Studie zwar viele Unternehmen, dass bei ihnen Handlungsbedarf hinsichtlich innovativer und individueller Losungen mit hohem Kundennutzen besteht. Aber nur 30 bis 40 Prozent beziehen ihre Kunden oder Lieferanten in die Entwicklung oder Gestaltung ihrer Angebote mit ein. Und nur gerade einmal 24 Prozent setzen moderne Technologien für Teamarbeit oder im Bereich Entwicklung und Design ein.

 

Und wo stehen die befragten Unternehmer nun bei der Agilität?

Moritz Weissman: Meist gibt es im Top-Management der Familienunternehmen mehrheitlich die Übereinkunft, agile Veränderungsprozesse voranzutreiben. Aber gleichzeitig ist die Veränderungsbereitschaft von Führungskraften der folgenden Hierarchieebenen sowie der operativen Mitarbeiter weniger ausgepragt. Unsere Untersuchung zeigt, dass weniger als 50 Prozent der Fuhrungskrafte neue Ideen und Technologien proaktiv vorantreiben. Das heißt: Die Mitarbeiter müssen fur das Thema Agilitat weiter sensibilisiert werden. Dann besteht die große Chance fur Familienunternehmen, ihre Trag- und Zukunftsfahigkeit nachhaltig zu steigern.

 

Die Studie von Weissman & Cie. steht auch als Download bereit:

http://bit.ly/agilechampions

 

Über die Weissman-Gruppe

Die Strategieberatung Weissman wurde 1987 von Prof. Dr. Arnold Weissman gegrundet und wird in zweiter Generation von Moritz Weissman geführt. Selbst ein Familienunternehmen, ist man in den Bereichen Strategieberatung, Organisationsentwicklung, Prozessverbesserung sowie Führung und Begleitung von Unternehmerfamilien tätig.

 

Autor

Michael Ertel
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 12. 2018
19:27 Uhr

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Michael Ertel

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Veröffentlicht am:
20. 12. 2018
19:27 Uhr



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